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Landtagskandidat Frederik Werning: Bildungspolitik braucht Neustart

Schulunterricht fällt zu oft aus

Kreis Warendorf.

Die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag NRW zeigt, wie massiv der Unterrichtsausfall an vielen Schulen ist – gerade auch im Kreis Warendorf. Und damit ist die Zeit vor Corona gemeint.

-pesa/pd-

Frank Werning Foto: privat

Auch Lehrer sind Menschen. Sie werden krank. Oder schwanger. Doch wie massiv die Unterrichtsausfälle auch im Kreis sind, erfuhr jetzt Landtagskandidat Frederik Werning (SPD) aus Ahlen. Der Hintergrund: Die Landesregierung beantworte eine Kleine Anfrage der Sozialdemokraten.

An der Diesterwegschule in Ahlen sind demnach beispielsweise 8,6 Prozent des Unterrichts im Schuljahr 2018/2019 ersatzlos ausgefallen. An der Sonnenschule (Grundschule) in Beckum zur gleichen Zeit vier Prozent. An der Sekundarschule Windmühlenstraße in Beckum waren es sechs Prozent.

Fast neun Prozent Unterrichtsausfall

Für Frederik Werning ist die Forderung klar: „Die Schulen müssen personell besser ausgestattet werden.“

Insgesamt seien in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 gebe es wegen der Pandemie nur unvollständige Daten.

„Die Zahlen zeigen: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie gescheitert“, sagt Werning. „Es reicht nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen.“ Werning fordert dagegen aktives Gegensteuern.

Ungleiche Belastung der unterschiedlichen Schulformen

Besonders auffällig sei in der Erhebung die ungleiche Belastung der Schulformen, sagt Werning. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch hier in der Region zeigen sich solche Diskrepanzen. So fielen im Schuljahr 2018/19 in der Overbergschule (Hauptschule) in Ahlen 3,6 Prozent der Stunden aus. Am städtischen Gymnasium in Ahlen waren es nur 0,1 Prozent der Stunden. Auch Schulen in benachteiligten Vierteln seien häufiger von Unterrichtsausfall betroffen.

Für Werning ist die Erhebung daher ein eindeutiges Indiz dafür, dass NRW sofort einen echten schulscharfen Sozialindex benötigt. „Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden“, sagt Werning: „Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.“

Darüber hinaus macht sich die SPD in NRW für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. „Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv“, sagt der junge Landtagskandidat. Die NRW-Regierung lehnt den Vorstoß bislang allerdings ab.

Drücken der Neustart-Taste unbedingt erforderlich

„Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen“, sagt Werning. „Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schüler auch hier vor Ort.“

Dazu gehört für ihn neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein „New Deal“ für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. „Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung leisten sollen“, sagt Werning.

Es geht ihm langfristig darum, „alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann“.

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