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Apotheke Hake wird Schnellteststelle – Selbsttests sind noch Mangelware

Abstrich am geöffneten Fenster

Sendenhorst/Alber...

Die Arztpraxen und die Apotheke Hake bieten die kostenlosen Corona-Schnelltest an, die der Bund bezahlt. Die Vorbereitungen laufen, oder sie sind bereits abgeschlossen. In der Apotheke wird von geschultem Personal am offenen Fenster der Abstrich genommen.

Nicole Evering

In der Apotheke Hake und in Arztpraxen können die Sendenhorster sich professionell auf Corona testen lassen. Foto: dpa

Die Zulassung ist schon da, die Software funktioniert, nun fehlen noch Material und Personal, dann kann es losgehen: In der Apotheke Hake an der Weststraße sollen zeitnah die kostenlosen Corona-Schnelltests angeboten werden. „Wir sind dran, das Konzept steht“, sagt Apothekerin Sarah Wimber.

Apothekerin Sarah Wimber

Dem Team war es wichtig, den Bürgern in Sendenhorst diese Möglichkeit zu bieten – zum einen wegen der kurzen Wege, zum anderen wegen der größeren Sicherheit. Denn die neuerdings frei verkäuflichen Selbst- oder auch Laientests, bei denen es überdies erhebliche Lieferschwierigkeiten gibt, sieht Wimber nicht ganz unkritisch. „Es geht ja darum, welches Interesse ich habe: Will ich Sicherheit, weil ich meine Eltern besuchen möchte, oder brauche ich ein negatives Testergebnis, um beispielsweise ins Kino gehen zu dürfen?“. Ob ein Selbsttest im zweiten Fall auch wirklich sorgfältig durchgeführt werde, das sei die Frage.

Selbsttests sind beratungsintensiv

Ohnehin seien die Selbsttests sehr beratungsintensiv, berichtet Wimber, die hofft, dass die Menschen in Zukunft eher auf die professionell durchgeführten Schnelltests zurückgreifen werden, sobald es dieses Angebot auch direkt vor Ort gibt. Bisher müssen für einen kostenlosen Abstrich Fahrten nach Ahlen oder gar Warendorf in Kauf genommen werden (unsere Zeitung berichtete). Doch nach und nach werden auch in anderen Städten im Kreis Warendorf die Strukturen aufgebaut, um jedem Bürger auch ohne Symptome einen kostenlosen Antigen-Schnelltest pro Woche anbieten zu können. „Nur ganz so schnell, wie Herr Spahn das gerne gehabt hätte, waren wir dann doch nicht“, zielt Sarah Wimber auf die nicht immer ganz glückliche Ankündigungspolitik des Bundes ab.

Terminbuchung über Online-Plattform

Die Terminbuchung wird in der Apotheke Hake ausschließlich über die Online-Plattform www.testen-sendenhorst.de laufen, auch das Ergebnis kommt anschließend per E-Mail. So werden Wartezeiten minimiert. Den Abstrich wird ein Mitarbeiter durch ein geöffnetes Fenster vornehmen, um auch an dieser Stelle den Kontakt auf das Nötigste zu reduzieren. Termine sollen in der Woche nachmittags und samstagvormittags angeboten werden.

Anlaufstellen in Sendenhorst und Albersloh

Die Anlaufstellen für die kostenlosen Bürger-Schnelltests in Sendenhorst und Albersloh stehen fest. Das teilt Wirtschaftsförderin Annette Görlich am Dienstag für die Stadtverwaltung mit. Interessierte Praxen oder Apotheken, die die Voraussetzungen erfüllen, wurden nun vom Kreis Warendorf mit der Durchführung von Schnelltests beauftragt. „Die Einführung eines Schnelltestangebots ist ein wichtiger weiterer Baustein in der Pandemiebekämpfung“, erklärt Bürgermeisterin Katrin Reuscher mit Dank an die Beteiligten. Die Testverordnung des Bundes sieht vor, dass alle Bürgerinnen und Bürgern, die ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthaltsort im Bundesgebiet haben, mindestens ein Mal pro Woche das Angebot der Bürger-Schnelltests in den festgelegten Anlaufstellen nutzen können. Alle Teststellen sind verpflichtet, das Gesundheitsamt täglich über die Anzahl der vorgenommenen und der davon positiven Tests zu informieren. Die Kosten für die Bürgertestungen trägt der Bund. Folgende Anlaufstellen führen die kostenlosen Schnelltests durch: Praxis Dr. med. Edgar Kaup, Dr. med. Christine Sandmann (Albersloh): Praxis Dr. med. Mechthild Bonse, Praxis Dr. med. Rami Tubaileh, Praxis Dr. med. Christian Dexer, Praxis Dr. Udo Hecke (alle Sendenhorst) und Apotheke Detleff Hake (ab Freitag).

In der Albersloher Engel-Apotheke fehlen Inhaber Michael Kerkhoff indes sowohl die räumlichen als auch die personellen Kapazitäten, um die kostenlosen Schnelltests anbieten zu können. „Für die kleineren Apotheken ist das so gut wie nicht machbar“, weist er auf die umfangreichen Vorgaben hin, die eine solche Schnellteststelle zu erfüllen hat. Unter anderem muss eine Mindestzahl an Teststunden pro Woche vorgehalten werden, um überhaupt Fördergelder zu erhalten.

Selbsttests hingegen wird es bei ihm zu kaufen geben. „Die sind bestellt und werden in den nächsten Tagen kommen“, sagt Kerkhoff. Die Produktion laufe langsam an, bittet er um Verständnis, dass die Ware erst nach und nach in der örtlichen Apotheke zu haben sein wird.

Ähnlich verhält es sich auch in der Lamberti- sowie in der Adler-Apotheke in Sendenhorst. Schnelltests können aus räumlichen Gründen weder an der Ost- noch an der Kirchstraße durchgeführt werden. Von den Selbsttests hat Alexander Lapa in der Lamberti-Apotheke noch ein kleines Kontingent vorrätig. Weitere Ware ist geordert. Auf eine solche Lieferung wartet auch Manfred Schänzer, der ebenfalls gleich nach der Ankündigung des Bundes aktiv geworden ist. „Derzeit braucht man allerdings ein wenig Geduld“, weist der Inhaber der Adler-Apotheke auf bestehende Lieferengpässe hin.

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