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Fritz Schulte-Bisping aus Albersloh hat Herkunft von Namen recherchiert

Alte Bande zwischen zwei Höfen

Albersloh

Wie lebte es sich auf einem Gräftenhof? Und woher kommen Namen, die ähnlich klingen? Antworten gibt Fritz Schulte-Bisping, der in altern Unterlagen geblättert hat.

Von Christiane Husmann

Sie wissen viel über das Leben auf Gräftenhöfen, die Schreibweise von Schulten-Namen und können außerdem spannende Geschichten aus der Vergangenheit erzählen: Fritz Schulte-Bisping und Marianne Hoenhorst. Foto: Christiane Husmann

Schulte-Bisping, Schulze-Bisping oder Schulte Bisping ohne Bindestrich? Was ist richtig? Wer in Büchern blättert, die sich penibel mit der Herkunft verschiedener Namen befassen, stößt auf unterschiedliche Schreibweisen. So verhält es sich auch mit dem Namen der Familie, die auf dem Gräftenhof lebte, der in der Albersloher Bauerschaft Alst ab- und im Freilichtmuseum in Detmold wieder aufgebaut wurde. Fritz Schulte-Bisping – in diesem Fall mit Bindestrich – hat recherchiert.

Gemeinsame Fahrt in die Vergangenheit

Eigentlich hat Fritz Schulte-Bisping nichts mit dem Albersloher Gräftenhof zu tun. Irgendwie aber doch. Der Wahl-Albersloher wuchs auf einem Hof in Scheidingen, einem Dorf im Kreis Soest, auf. Einem Schultenhof mit langer Geschichte. „Urkundlich wird der Hof 1527 im Zusammenhang mit Hermann Schulte zu Bisping und seinem Knecht Willem erstmalig erwähnt“, hat Fritz Schulte-Bisping über seine Vorfahren erforscht. „Genauer habe ich das in einem Buch über Scheidingen gelesen, das Rudolf Preising verfasst hat“, relativiert der 72-jährige. Er hat Fotoalben und andere Unterlagen hervorgekramt, die den Hof in alten und neuen Zeiten zeigt.

Der Hof in Scheidingen im Kreis Soest wurde erstmals 1527 erwähnt. Foto: Christiane Husmann

Mit am Tisch sitzt Marianne Hoenhorst, die sich die Dokumente interessiert anschaut. Schließlich hat sie als Kind viel Zeit auf dem nicht weniger geschichtsträchtigen Albersloher Gräftenhof verbracht.

„1717 wird Johann Bisping als der Schulte auf dem Hof in Scheidingen erwähnt“, erzählt Fritz Schulte-Bisping. „Nach kinderloser Ehe raffte ihn ein früher Tod dahin – er war gerade 32 Jahre alt“, entnimmt er dem Buch, in dem weiter steht: „Es begannen Auseinandersetzungen über die Hofes-Nachfolge, während Johanns Witwe bereits neue Ehepläne hegte.“

„Söffer, Krakeeler und Raufbold“

Um zu vermeiden, dass der Hof durch eine Heirat in gänzlich andere Hände falle, richteten Johanns Geschwister eine Bittschrift an den Gutsherrn, den Hof ihrem Bruder Franz Bisping zu übertragen. „Doch die Wahl des Gutsherrn fiel auf einen anderen, und zwar auf Gerhard Heinrich Bisping von dem gleichnamigen Hofe in Albersloh“, liest Schulte-Bisping weiter vor. Freilich habe es zuvor eine sorgfältige Nachforschung durch den münsterischen Domprobst und einige adelige Herren gegeben. Im Ergebnis mit der wörtlichen Empfehlung: „Wie glaubhafft bin berichtet, ist Er eben kein besonderer Söffer…“

Zuvor habe Vikar Schulte ihn als „Söffer, Krakeeler und Raufbold“ bezeichnet. Doch das sei in Verwechslung mit dem älteren Bruder, dem Hofes-Schulten zu Albersloh, geschehen. So übertrug Freiherr Christian von Fürstenberg am 18. Februar 1726 dem Gerd Hinrich Bisping aus Albersloh den Scheidinger Bispinghof. „Zu allem Unglück starb Gerd Henrich Schulte Bisping schon nach zwei Jahren – ausgerechnet am Heiligen Abend“, und erneut seien heftige Streitereien um die Nachfolge entbrannt. Wie die ausgingen und ob die mehrfache Witwe auf dem Hof eine dritte Ehe einging – Fritz Schulte-Bisping hat Antworten.

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