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Ehemalige Kita-Leiterin Elisabeth Bruns feiert 90. Geburtstag

Arbeit mit Kindern hat sie glücklich gemacht

Sendenhorst

Elisabeth Bruns feiert an diesem Dienstag ihren 90. Geburtstag. Lange war die Sendenhorsterin Leiterin der Kita St. Michael.

Von Christiane Husmann

Elisabeth „Liesel“ Bruns feiert ihren 90. Geburtstag mit Familie und Freunden. Foto: Christiane Husmann

Man darf Elisabeth Bruns wohl als Frau bezeichnen, die sich trotz widriger Umstände ihren Traum erfüllen konnte. Heute, an ihrem 90. Geburtstag, schaut sie zufrieden auf ihr bisheriges Leben zurück. Gute Ratschläge, eine Portion Mut und viel Zuversicht waren treue Begleiter auf ihrem Weg zum Ziel. Beim Blick zurück, sagt Elisabeth Bruns: „Meine Arbeit hat mich glücklich gemacht.“

Elisabeth Bruns hatte sich schon früh Ziele gesetzt: „Ich wollte zum Gymnasium.“ In Kriegszeiten kein ganz einfaches Unterfangen – gute Noten hin oder her. „Leider konnte ich das Gymnasium in Beckum nur sechs Wochen besuchen.“ Ihre Eltern seien zu besorgt um sie gewesen. „Wegen der Tiefflieger, die auch auf Züge schossen, haben sie mich wieder von der Schule genommen“, blickt die Seniorin zurück.

Zwischenstation in Gladbeck

„Ich hatte damals also erst meinen Volksschulabschluss und ging für ein Jahr nach Gladbeck.“ Dort habe sie ein halbes Jahr in einer Krankenhausküche und das andere halbe Jahr in einer Hotelküche gelernt. „Wieder in Sendenhorst, arbeitete ich mehrere Jahre in einem Haushalt“, erzählt die Jubilarin, die in der Sendenhorster Nachbarschaft auch ihren späteren Ehemann Konrad kennen und lieben gelernt habe. „Das war eine schöne Zeit“, erinnert sich Elisabeth Bruns gerne zurück.

Doch nur wenige Jahre nach der Hochzeit kam Konrad Bruns auf tragische Weise ums Leben. „Das war hart.“ Eine schlimme Zeit für die junge Frau, die, um sich zu erholen, zur Kur geschickt worden war. Dort habe die Sendenhorsterin Zeit gefunden zu reflektieren: „Ich wollte etwas anderes.“ Nämlich Erzieherin werden. „Die Kursusleiterin riet mir, die Mittlere Reife nachzuholen – was ich auch tat.“ Im Anschluss habe sie die Schule für Sozialpädagogik besucht und dort ihren Abschluss gemacht. „Ich hatte das große Glück, fast 20 Jahre den Kindergarten St. Michael leiten zu dürfen“, schaut Elisabeth Bruns gerne auf ihr erfülltes Berufsleben zurück. „Die Zeit war sehr gut für mich“, so die 90-Jährige, die den lebendigen Umgang mit den Kindern und Eltern genossen habe. 1992 ging Elisabeth Bruns, die von ihren Bekannten und Freunden seit eh und je „Liesel“ gerufen wird, in Rente.

Eine der ersten Sendenhorsterinnen mit Führerschein

„Liesel“ war es auch, die als eine der ersten Frauen in Sendenhorst die Legitimation zum Autofahren besaß. „Nach dem Tod meines Mannes stellte mir mein Schwiegervater ein Auto vor die Tür und sagte: So, jetzt machst du deinen Führerschein.“ Die einzige Antwort, die ihr darauf eingefallen sei: „Dann müssen erst Gummibäume gepflanzt werden.“ Bis heute kommt Sendenhorst ohne solche Exemplare aus. Und das, obwohl ihre Freundinnen ihr folgen wollten: „Wenn die Liesel das kann, dann können wir das auch.“

Eine gute Zeit

Inzwischen wohnt Elisabeth Bruns im Betreuten Wohnen gegenüber dem St.- Josef-Stift. „Von dort bekomme ich auch mein Essen“, sagt die Rentnerin, die im Alltag auf die Hilfe ihrer Schwägerin zählen darf. „Wenn ich meine Gerda (Bruns) nicht hätte“, freut sich die 90-Jährige über liebevolle Unterstützung. Spaziergänge – „damit ich nicht von den Beinen komme“ –, Spielenachmittage, Singekreise und andere Angebote füllen die Freizeit der Jubilarin, die mit Familie und Freunden Geburtstag feiert. „Ich blicke auf eine gute Zeit zurück“, sagt Elisabeth Bruns, die aus Kita-Tagen noch vielen Sendenhorstern gut bekannt sein dürfte.

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