Mittel aus der Sparkassen-Gewinnausschüttung

Auch die Kirche bekommt Geld

Sendenhorst

Der Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus sollen aus der Sparkassen-Gewinnausschüttung 26 950 Euro für die mediale Ausstattung der Sendenhorster Pfarrkirche zur Verfügung gestellt werden. Dem Ratsbeschluss war eine kontroverse Diskussion vorausgegangen.

Von Nicole Everingund

Für die mediale Ausstattung der St.-Ludgerus-Kirche wurden 2019 insgesamt 21 700 Euro bereitgestellt. Das Foto zeigt einen Gottesdienst aus Vor-Corona-Zeiten, der durch eine Projektion per Beamer untermalt wird. Foto: Christiane Husmann

Denkbar knapp fiel am Ende die Entscheidung aus: Der Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus sollen aus den Restmitteln der Sparkassen-Gewinnausschüttung 26 950 Euro für die mediale Ausstattung der Sendenhorster Pfarrkirche zur Verfügung gestellt werden. Dem Beschluss war eine kontroverse Diskussion vorausgegangen.

Insgesamt neun Anträge auf Förderung waren bei der Stadt eingegangen (wir berichteten). Vier davon ließen sich ganz problemlos mit den erst vor einem Jahr überarbeiteten Förderrichtlinien in Einklang bringen. Die besagen, dass es sich bei den Antragstellern um gemeinnützige, freie Träger und bei den zu fördernden Projekten nicht um investive Maßnahmen handeln soll, sondern um solche, „die sinnvoll und nachhaltig sind und der spürbaren Unterstützung zum Beispiel der gemeinwohlorientierten Vereinsarbeit dienen“, hatte die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage ausgeführt.

Die Ausschüttungen an den Bundesverband Kinderrheuma, an den Förderverein der KVG-Grundschule, an das Orga-Team des Dorfjubiläums Albersloh und an die Stadt- und Feuerwehrkapelle sowie die SG Sendenhorst waren deshalb unstrittig. In vier weiteren Fällen war zumindest ein Teil der zugrunde gelegten Richtlinie nicht eingehalten, da es sich bei den Anträgen des Vereins Beweggründe, des Reit- und Fahrvereins Sendenhorst, der Montessori-Schule und der Kita St. Marien um bauliche Projekte oder die Anschaffung von Inventar handelte. Doch auch dazu gab der Rat am Ende einstimmig grünes Licht. Deutlich auseinander gingen die Meinungen indes über den Antrag der katholischen Kirche.

Der CDU, die ihre Zustimmung bereits im Haupt- und Finanzausschuss (HuFA) signalisiert hatte, sprang nun auch die FDP bei. Man würde die Entscheidung nun doch mittragen wollen, erklärte Josef Lammerding, seine gegenteiligen Äußerungen im Ausschuss seien missverständlich gewesen. Da die Anträge fünf bis acht ebenfalls nicht gänzlich regelkonform seien, müsste man diese sonst ebenfalls noch einmal infrage stellen.

Gegen eine Förderung sprach sich die SPD aus. Die Kirche sei nun einmal kein freier Träger, sondern habe die Möglichkeit, solche Maßnahmen aus Kirchensteuermitteln zu finanzieren. Man sehe in der geplanten Ausstattung des Gotteshauses mit Leinwand, Beamer, Kamera und Co. nur einen beschränkten Nutzen für die Allgemeinheit. Zwar seien ähnliche Anschaffungen für die Ludgeruskirche 2019 ebenfalls finanziell unterstützt worden – auch damals hatte es Vorbehalte gegeben –, doch: „Wenn wir gewusst hätten, dass da noch ein zweiter Antrag folgt, hätten wir schon dem ersten nicht zugestimmt“, erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Christiane Seitz-Dahlkamp.

Die Rechnung von Uli Altewische (CDU), dass man, eben weil man die Gelder auch für St. Ludgerus bereitgestellt hatte, dies aus Gründen der Gleichbehandlung nun ebenso für St. Martin tun müsse, ging für Seitz-Dahlkamp nicht auf: „Wir reden doch von einem Träger und nicht von zwei Orten.“

Die Verwaltung hatte nach dem Hauptausschuss, wie von der BfA angeregt, Kontakt zur Kirche aufgenommen. Vom Bistum Münster war daraufhin die Antwort gekommen, dass ein Zuschuss über Kirchensteuermittel nicht möglich sei.

Diese „brüske Ablehnung“ führte bei Hans Ulrich Menke (BfA) nicht dazu, der Kirche die benötigte Unterstützung gewähren zu wollen. Er gab zudem zu bedenken, dass eine Zustimmung, die ja gegen die einstimmig beschlossene Förderrichtlinie verstoße, sogar zu einer Beanstandung des Beschlusses führen könnte.

Menke regte eine Kompromisslösung an: Ob eine allgemeine Zustimmung denkbar sei, wenn man nur 50 statt der eigentlich vorgesehenen 70 Prozent der Gesamtmaßnahme fördere? Die Sitzung wurde für eine erneute Beratung der Fraktionen kurzzeitig unterbrochen. Der Antrag der BfA wurde anschließend mit den Gegenstimmen von CDU und FDP abgelehnt.

Der endgültige Beschluss wurde am Ende mit acht Ja- zu sieben Nein-Stimmen getroffen. Die Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus darf sich also über knapp 27 000 Euro freuen.

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