1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sendenhorst
  6. >
  7. Denken wie ein Pferd

  8. >

Pauline Höfener widmet sich dem „Natural Horsemanship“

Denken wie ein Pferd

Albersloh

Pauline Höfener hat vor drei Jahren begonnen, die Arbeit mit Pferden zu ihrem Beruf zu machen. Auf dem Weg zur Pferdetrainerin und Bereiterin studiert sie die Methode „Natural Horsemanship“. Unter anderem in Frankreich und im Horsemanshipcenter Berlin/Brandenburg hat sie mit professionellen Trainern zusammengearbeitet. Zurzeit lernt und arbeitet sie auf einem Hof in England.

wn

Auf dem Rücken des Pferdes ist die Albersloherin Pauline Höfener ganz in ihrem Element. Die „Pferdeflüsterin von Albersloh“ wird sie allerdings nicht, aber der Beruf der Pferdetrainerin und Bereiterin hat einiges damit zu tun.

Sie ist auf einem kleinen Bauernhof in der Bauerschaft Ahrenhorst groß geworden, und Pferde hat sie schon als kleines Kind geliebt. Doch wovon viele junge Mädchen nur träumen, damit hat sie Ernst gemacht: Pauline Höfener hat vor drei Jahren begonnen, die Arbeit mit Pferden zu ihrem Beruf zu machen.

Auf dem Weg zur Pferdetrainerin und Bereiterin studiert sie die Methode „Natural Horsemanship“. Unter anderem in Frankreich und im Horsemanshipcenter Berlin/Brandenburg hat sie mit professionellen Horseman­ship-Trainern zusammengearbeitet. Zurzeit lernt und arbeitet sie auf einem Hof in England.

„Natural Horsemanship“

Aber wie ist sie zu diesem außergewöhnlichen Berufsweg gekommen? Alles begann vor drei Jahren in Australien. Dort lernte sie auf einer Farm Mark Langley kennen. Dieser setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit den natürlichen Verhaltensweisen von Pferden auseinander, um sie besser zu verstehen und ihnen beim Lernen helfen zu können. Für einige Monate hat sie ihn bei seiner Arbeit begleitet und seine Methoden im Umgang mit den Pferden kennengelernt. Es war diese Zeit bei ihm, die ihren Entschluss geprägt hat, die Aus- und Weiterbildung von Pferden zu ihrem Beruf zu machen.

Pauline Höfener versucht stets, das Pferd zu verstehen. Foto:

Mark Langley ist das, was hierzulande des Öfteren als „Pferdeflüsterer“ bezeichnet wird. Allerdings nicht im poetischen Sinne, sondern bei ihm ist das die Realität. Zu seinem Beruf gehört das Einreiten und Ausbilden sowohl von wilden als auch von domestizierten Pferden für jegliche Disziplinen. Er arbeitet mit ihnen jedoch nicht auf konventionelle Art und Weise, sondern mit der Methode, die sich „Natural Horsemanship“ nennt. Pferdebesitzer aus ganz Australien bringen ihre Schützlinge zu ihm auf seine Farm mit mehreren Hundert Hektar Weideland, „weil sie seine einfühlsame, geduldige Art im Umgang mit den Tieren schätzen und das Ergebnis, ein feines, bereitwillig mitdenkendes Reitpferd, sie überzeugt“, sagt Pauline Höfener.

Professionelle Arbeit mit Pferden

Die Begegnung mit Mark habe ihren Umgang mit Pferden verändert. „,Natural Horsemanship’ bedeutet, das Pferd als Partner zu gewinnen und ihm auf eine für das Tier verständliche Weise zu begegnen. Also die Welt mehr aus seinen Augen zu betrachten“, sagt sie. Pferde seien Fluchttiere, und viele Kommunikationsweisen, die Menschen im Umgang mit Pferden nutzten, weckten in den Tieren ihren natürlichen Fluchtinstinkt. Das mache es dem Pferd unmöglich, „bereitwillig und entspannt auf die Hilfen des Reiters zu reagieren“. Oft führe das zur Frustration beim Reiter, wodurch sich das Pferd noch mehr verspanne. „Der Ausweg ist, unser Pferd lesen zu lernen und mit ihm einen gemeinsamen Kommunikationsweg zu finden“, sagt die angehende Pferdetrainerin. „Sobald das Pferd spürt, dass wir sein Verhalten verstehen und auch darauf eingehen können, ist es eher bereit, uns aus freiem Willen zu folgen und motiviert mit uns zu arbeiten.“

Mark Langley arbeitet in Australien nach der Methode „,Natural Horsemanship“. Foto:

Pauline Höfener ist selbst immer wieder fasziniert davon, was die veränderte Kommunikation im „Reiter-Pferd-Team“ bewirken könne. So habe sie zum Beispiel bei Mark Langley beobachtet, wie er beim Einreiten eines Jungpferdes nach dem ersten Aufsteigen sofort wieder abstieg – und das mit den Worten: „Woher soll das Pferd sonst wissen, dass ich jetzt nicht hier oben wohne?“ So wirkte das Jungpferd beim nächsten Aufsteigen bereits wesentlich gelassener. „Wir müssen also lernen, mehr zu denken wie ein Pferd“, sagt Pauline Höfener.

Mehr zum Thema

Trainer kommt aus Australien: Workshop mit Mark Langley

Wird die junge Frau nun die „Pferdeflüsterin von Albersloh“? „Ach, Pferdeflüsterin, das hört sich ein bisschen mystisch an oder nach Hokuspokus. Das ist es aber nicht. ,Natural Horsemanship’ kann jeder lernen. Und wer einmal die Erfahrung gemacht hat, wie ,seinem Pferd ein Licht aufgeht’, beginnt mit ihm eine ganz neue Partnerschaft“, sagt sie. Und sie wisse, dass ihr Weg noch lange nicht zu Ende sei. Aber bereits jetzt habe sie so viel gelernt, dass sich aus dem Traum eines jungen Mädchens eine hoch professionelle Arbeit mit Pferden entwickelt habe.

Startseite
ANZEIGE