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VHS-Leiterin Nadine Köttendorf zieht Bilanz

Deutliche Corona-Schäden

Ahlen/Sendenhorst/Drensteinfurt

Pandemie-Folgen: Statt der üblichen 20.000 Un­terrichtsstunden konnten 2021 nur 14 329 Stunden in der Volkshochschule durchgeführt werden. Auch die Projektreihen fanden gar nicht oder nur eingeschränkt statt.

Von Dierk Hartleb

Das Alte Rathaus ist auch weiterhin die erste Adresse in Sachen Weiterbildung in kommunaler Verantwortung. Foto: Sabine Tegeler

Corona hat auch in der Arbeit der Volkshochschule Ahlen deutliche Spuren hinterlassen. „2021 ist im VHS-Alltag schon weit weg“, leitete Nadine Köttendorf ihren Jahresbericht in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses am Dienstag zwar ein. Aber die Nachwirkungen der Corona-Beschränkungen seien noch zu spüren, etwa an der geringeren Stärke der Kurse. Einzige Ausnahme: die Sportkurse, die voll ausgebucht seien, so die VHS-Leiterin.

Statt der üblichen 20.000 Un­terrichtsstunden seien 2021 nur 14.329 Stunden mit insgesamt 6157 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Durchführung gekommen, führte Nadine Köttendorf aus. Entsprechend hoch sei die Ausfallquote gewesen: Zwar seien 517 Angebote realisiert worden, aber auch 405 ausgefallen, die sich auf 393 Kurse und zwölf Einzelveranstaltungen verteilen. Der Unterrichtsstundenausfall liest sich mit 5619 moderater.

Seniorenkino glimpflich davongekommen

Gelitten haben auch die VHS-Projektreihen. So fielen die Politisch-kulturellen Wochen sowohl 2020 als auch 2021 aus. Genauso erging es der Reihe „Wie weit ist Afrika?“, die auch in diesem Jahr nur zum Teil durchgeführt werden kann.

Theaterfahrten entfielen 2020 und 2021 komplett, die „Woche der Brüderlichkeit“ konnte 2021 zumindest digital realisiert werden. Das VHS-Seniorenkino kam mit einem Teilausfall noch am glimpflichsten davon, das gilt auch für Autorenlesungen und die Reihe „Natur erleben“.

Breiten Raum nahm in dem Bericht die VHS-Qualitätstestierung ein, die zum vierten Mal durchgeführt wird. „Die Qualitätstestierung ist eine Auflage der Landesregierung und zugleich eine Bedingung für die Anerkennung als Träger von BAMF-Integrationskursen“, erklärte Nadine Köttendorf dazu. Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanzierten Kurse konnten aufgrund ih­rer Dinglichkeit als erste wieder an den Start gehen. Die Qualitätstestierung bescheinigt der VHS, die bei der letzten Zertifizierung als strategisches Ziel vereinbarte Digitalisierung des Weiterbildungsangebots erreicht zu haben. Trotz der Ausweitung der Online-Angebote sei die Nachfrage nach Präsenzveranstaltungen aber weiter groß, sagte Nadine Köttendorf. Bei der räumlichen Unterbringung steht die zugesagte Verbesserung mit der Verwirklichung des Bürgercampus noch aus.

Dozentinnen und Dozenten sind geblieben

Auf Nachfrage bestätigte die VHS-Leiterin, dass es gelungen sei, den Großteil der Dozentinnen und Dozenten in der Corona-Zeit zu halten. Dies verband sie mit einem Dank an den Rat, der großzügig die Zahlung von Ausfallhonoraren gebilligt habe.

Ein weiteres Aufgabenfeld habe sich für die Volkshochschen mit dem Programm Deutschkurse für Seiteneinsteiger an Schulen eröffnet, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert werden, so Köttendorf.

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