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Dreistufiges Partizipationsprojekt

Die Jugend soll selbst entscheiden

Sendenhorst

Ein Planspiel, eine Fragebogenaktion und eine Jugendkonferenz: Die Verwaltung hat gemeinsam mit dem Verein „Politik zum Anfassen“ und dem Kreisjugendamt ein dreistufiges Konzept erarbeitet, um Jugendliche stärker in die politische Entscheidungsfindung einzubinden.

Von Nicole Everingund

Das Partizipationsprojekt sieht als einen Bestandteil ein Jugendparlament vor, bei dem insgesamt 120 Schüler in die Rolle der Ratsmitglieder schlüpfen und über Anträge abstimmen. Foto: dpa

Mit der Teilnahme am Programm „Jugend entscheidet“ der Hertie-Stiftung hat es bekanntlich nicht geklappt. Zwar hatte auch Sendenhorst seine Bewerbung abgegeben, gehörte am Ende aber nicht zu den zehn ausgewählten Kommunen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Jugend vor Ort nicht trotzdem stärker in Entscheidungen einbezogen werden soll.

Gemeinsam mit dem Verein „Politik zum Anfassen“ aus der Nähe von Hannover hat die Verwaltung ein Alternativkonzept erarbeitet. Unter dem Motto „Pimp your town“ sollen die Sendenhorster und Albersloher Jugendlichen bei einem Planspiel, einer Befragung und einer Jugendkonferenz ihre Ideen und Meinungen einbringen können – aus denen am Ende auch ganz konkrete Maßnahmen resultieren sollen. Darüber wurden am Dienstag die Mitglieder des Ausschusses für Generationen, Soziales, Gesundheit und Sport informiert.

Fördermittel beantragt

Gleich zu Beginn konnte Dienstbereichsleiter Jürgen Mai eine gute Nachricht verkünden. Denn zur Finanzierung des knapp 20 000 Euro teuren Projekts hatte das Kreisjugendamt als beteiligter Partner Fördermittel beim LWL beantragt. „Wir haben heute das Signal erhalten, dass ein positiver Bescheid zu erwarten ist.“ Damit könnten 80 Prozent der Kosten abgedeckt werden.

Das freute auch Daniel Bögge, Leiter des Sachgebiets Soziale Prävention und Frühe Hilfen beim Kreisjugendamt, der anschließend noch Näheres zum Inhalt des Partizipationsprojektes erläuterte. Kinder und Jugendliche hätten das Recht sich zu beteiligen. „Und das wird in Sendenhorst ja auch schon ernsthaft verfolgt“, bezog er sich auf die Tatsache, dass in der Stadt bereits 2010 und 2015 eben solche Jugendkonferenzen stattgefunden haben. 2020 war sie coronabedingt ausgefallen. Diese in kürzeren Abständen, etwa alle zwei bis drei Jahre, abzuhalten, regte in der späteren Diskussion Bernhard Erdmann (SPD) an. Jürgen Mai entgegnete, dass man sich eventuell über ein anderes Format Gedanken machen müsse, dies aber grundsätzlich anstrebe.

Daniel Bögge, Kreisjugendamt

Zurück zum dreistufigen Projekt, das mit dem Planspiel vom 7. bis zum 9. September starten soll. „Pimp your town“ soll wie eine Art Jugendparlament funktionieren, in dem die Teilnehmer in die Rolle der Ratsmitglieder schlüpfen und gemeinsam mit echten Kommunalpolitikern drei Tage lang über Anträge beraten und Entscheidungen treffen. Dafür sollen insgesamt vier Klassen der beiden weiterführenden Schulen in der Stadt ausgewählt werden, also rund 120 Schüler. „Von der Idee des Planspiels bin ich begeistert“, so Bögge.

Digitaler Fragebogen

Die anschließende Befragung soll sich dann an alle Jugendlichen richten. Um sie auch tatsächlich zu erreichen, soll ein digitaler Fragebogen entwickelt werden, der übers Smartphone ausgefüllt werden kann, erklärte Bögge weiter. Ziel soll sein zu erfahren, was die jungen Menschen sich für ihre Heimatstadt wünschen und an welchen Stellen sie sich auch aktiv einbringen wollen. Die Ergebnisse aus Planspiel und Befragung fließen in den abschließenden Diskussionsprozess innerhalb der Jugendkonferenz ein. „Wir wünschen uns natürlich, dass wir diese zum Jahresende auch physisch abhalten können“, so Bögge.

Ziel des gesamten Projektes ist es, Ideen zu erarbeiten, von denen abschließend eine oder mehrere konkret und zeitnah umgesetzt werden. So solle die Demokratiebildung gefördert und dazu beigetragen werden, die Jugendlichen bei der Entwicklung hin zu eigenverantwortlichen Menschen zu unterstützen. „Wir Erwachsenen müssen ihnen dafür die Strukturen ermöglichen“, meinte Daniel Bögge.

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