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Förderung von ehrenamtlichem Engagement in Sendenhorst

Die Stadt will vorangehen

Sendenhorst

Bei der Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements will die Stadt nun vorangehen. Sie nimmt am Programm „Engagierte Stadt“ teil und ist neues Mitglied in diesem Netzwerk. Das Ehrenamt soll fit für die Zukunft gemacht werden – und damit auch junge Menschen einbeziehen.

Von Josef Thesing

Das Sozial-Zentrum in Albersloh ist einer der Partner der „engagierten Stadt“. Das Bild zeigt das Treffen zum „Tag der offenen Gesellschaft“ im Jahr 2019 – als solche Treffen vor Corona noch möglich waren. Foto: Sozial-Zentrum

Das Problem ist nicht neu, aber es verstärkt sich mit dem Fortgang der Jahre. Vereinen macht es zunehmend Probleme, engagierte „Macher“ zu finden. Auch außerhalb von Vereinen und Verbänden ist das ehrenamtliche Engagement groß – aber die handelnden Personen werden immer älter. Das wissen vor allem jene Menschen, die sich an mehreren Stellen ehrenamtlich engagieren – sei es im Vorstand des DRK oder bei der Betreuung von älteren Menschen in den Seniorenhäusern.

Das Programm „Engagierte Stadt“

Die Stadt hat es sich unter anderem auf die Fahnen geschrieben, ehrenamtliches Engagement, das es in vielfältiger Ausprägung in beiden Ortsteilen gibt, zu stärken und zu fördern. Da hilft – wie berichtet – die Aufnahme in das Programm „Engagierte Stadt“, über die sich die Stadtverwaltung ebenso freut wie deren Partner aus beiden Ortsteilen, die es im Vorfeld der umfangreichen Bewerbung einzuwerben gab. Dabei spielt das Erreichte im Bereich von Engagement zum Wohl der Allgemeinheit natürlich eine Rolle. Wichtiger sind jedoch künftige Ziele. „Eine engagierte Stadt lebt davon, dass viele Menschen zusammenkommen und gemeinsam Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen“, erklärt Bürgermeisterin Katrin Reuscher bei der Vorstellung des Netzwerkes „Engagierte Stadt“, zu dem derzeit in Deutschland rund 100 Städte und Gemeinden gehören. Die Idee, sich um den Titel einer „engagierten Stadt“ zu bewerben, hatte die städtische Ehrenamtskoordinatorin Anne-Katrin Schulte.

Bürgermeisterin Katrin Reuscher

Einen Preis gibt es für die Auszeichnung nicht, wohl aber Unterstützung vom Programmbüro, das Sendenhorst demnächst eine „Tandem-Stadt“ an die Seite stellen wird, die dem Netzwerk schon länger angehört. Wichtig seien auch, so die Bürgermeisterin beim ersten Treffen mit den Partnern der Stadt, die „mittelbaren Konsequenzen“, zu denen neben Beratung und Austausch „der Zugang zu Wissen und eine höhere Aufmerksamkeit bei Förderstellen“ gehörten. Der Titel „engagierte Stadt“ sei „ein kleines Qualitätssiegel“, das den Zugang zu Förderungen erleichtern werde.

Junge Menschen fürs Ehrenamt begeistern

„Wir haben uns für die Zukunft viel vorgenommen“, erklärt Anne-Katrin Schulte. Dabei werde vor allem im Hinblick auf junge Menschen die neue Ehrenamts-App helfen. Für Vereine, Verbände und andere ehrenamtliche Organisationen soll ein sogenannter „Runder Tisch“ eingerichtet werden, damit die Beteiligten mehr übereinander wissen. „Es gibt Themen, die für alle gleich sind. Die kann man gemeinsam überlegen“, verdeutlicht die Bürgermeisterin. Auch Neubürger sollen angesprochen werden, um sie gut in die Stadtgesellschaft zu integrieren.

Gute Partnerschaft von Verwaltung, Politik, Wirtschaft und den Menschen

Voraussetzung für die „engagierte Stadt“ ist vor Ort eine gute Partnerschaft von Verwaltung, Politik, Wirtschaft und den Menschen, die dort leben – Zivilgesellschaft genannt. Wie der Beitrag der Unternehmen aussehen könnte, werde noch besprochen, sagt Anne-Katrin Schule auf eine entsprechende Frage von Veka-Vorstandschef Andreas Hartleif.

„In unseren Seniorenheimen arbeiten mehr als 100 Ehrenamtliche. Aber die werden immer älter“, deutete Dr. Ansgar Klemann, unter anderem Geschäftsführer der St. Elisabeth gGmbH, auf ein Kernproblem. Deshalb müsse es gelingen, Jüngere für dieses Engagement zu begeistern.

Elke Hartleif

„Ehrenamt muss Spaß machen“, sagt Elke Hartleif. Das tut es Heinz Wenker, unter anderem im Sozial-Zentrum und in der Bürgerstiftung aktiv, ganz bestimmt. „Das gibt Zufriedenheit.“ Absolut notwendig sind aus seiner Sicht aber „Begegnungen“ – und das gehe digital eben nicht besonders gut.

Die Stadtverwaltung selbst sieht sich nun in der Pflicht, etwas zu tun. „Wir als Verwaltung versuchen, Dinge möglich zu machen“, kündigt die Bürgermeisterin an. Dabei gehe es nicht „um das perfekte Ergebnis“, sondern darum, gemeinsam etwas anzugehen. „Wir haben jetzt auch eine Verpflichtung.“

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