Gypsy-Swing trifft auf Klezmer

Ein Konzert auf großartigem Niveau

Sendenhorst

Wenn international herausragenden Musiker des Gypsy-Swing auf einen kongenialen Klezmer- und Jazzklarinettisten treffen, scheint ein außergewöhnliches Konzerterlebnis garantiert. Genauso kam es dann auch am Sonntagabend im Haus Siekmann unter dem Motto „Gypsy-Swing meets Klezmer“.

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„Gypsy Swing meets the Klezmer“: Das Joscho-Stephan-Quartett gastierte gemeinsam mit Foto: Jürgen Krass

Wenn ein Trio um einen der international herausragenden Gitarristen des Gypsy-Swing auf einen kongenialen Klezmer- und Jazz-Klarinettisten trifft, scheint ein außergewöhnliches Konzerterlebnis garantiert. Genauso kam es dann auch am Sonntagabend im Haus Siekmann.

Bereits zum fünften Mal traten der Gitarrist Joscho Stephan und der Klarinettist Helmut Eisel im Haus Siekmann auf. Das sind „Menschen, die zu unserem Haus gehören“, wie Jürgen Krass als Vorsitzender des Fördervereins anmoderierte. Und mit dem ersten Stück ‚Créateur Immobile‘ wurde schnell klar, wohin die Reise dieses Mal gehen sollte. Auf dem zuverlässig groovenden Fundament aus Kontrabass (Volker Kamp) und Rhythmusgitarre (Günter Stephan) entwickelte Joscho Stephan immer wieder Soli voller kreativer melodischer Einfälle und unerwarteter harmonischer Wendungen auf technisch höchstem Niveau. Kein Wunder, dass er bereits mit Musikgrößen wie Paquito D‘Rivera, Martin Taylor und Tommy Emmanuel aufgetreten ist und Konzerte in ganz Europa, den USA und Australien gegeben hat.

Das allein hätte schon für einen außergewöhnlichen Konzertabend gereicht – aber da war auch noch Helmut Eisel, der mit der Klarinette seine ganz eigenen Klangfarben ins Spiel brachte. Eisels Konzept der „talking clarinet“ zeigte sich im Verlauf des Konzerts an vielen Stellen, sei es in den eher der jiddischen Klezmer-Musik verbundenen Stücken wie „Joseph Joseph“, „Babsi‘s Freilach“ oder in der dem großen Klarinettisten und Eisels langjährigem musikalischen Partner Giora Feidmann gewidmeten „Ballade for a Lonesome Maestro“. Eisel vereint in seinem Klarinettenspiel Jazz- mit Klezmer-Elementen und verschafft sich damit eine riesige Palette an Ausdrucksmöglichkeiten, die ihm nicht nur in seinen von Virtuosität und Spielfreude geprägten Soli zur Verfügung steht. Immer wieder traten Eisel und Stephan in musikalische Dialoge zwischen Klarinette und Gitarre, und bei dem Django Reinhardt-Klassiker „Minor Blues“ durfte dann auch der Kontrabass ein Wörtchen mitreden.

Nicht zuletzt die restlos begeisterten Zuhörer auf der Tenne im Haus Siekmann mögen bei den Musikern den Wunsch geweckt haben, weitere fünf Konzerte im Haus Siekmann in Sendenhorst zu geben. New York sei keine echte Alternative, deutete Stephan in seiner humorvoll-sympathischen Moderation des Konzerts an. Man sollte auf ihn hören, meinen die Organisatoren.

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