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20 000 Bäume für ein besseres Klima

Ein neuer Wald im Süden der Stadt

Sendenhorst

Am südlichen Stadtrand von Sendenhorst entsteht der neue „Wangari-Wald“. Rund 20 000 Bäume werden dort in den kommenden Jahren gepflanzt. Mit im Boot sind neben den Pfadfindern auch diesmal beim Pflanzen wieder Schülerinnen und Schüler. Die Fläche ist fünf Hektar groß.

jot/pd

Die Schüler und die Pfadfinder haben eine ganze Menge Erfahrung im Pflanzen von Bäumen gesammelt – wie hier zuletzt im vergangenen Herbst. Foto: Josef Thesing

Die theoretischen Weichen wurden vor einiger Zeit gestellt, nun geht es an die praktische Umsetzung. „Wir widmen uns jetzt den Vorbereitungen zum neuen Waldpflanzprojekt südlich von Bonse‘s Scheune und westlich des ,Wildewaldes‘“, berichtet Mitinitiator Max Linnemann-Bonse.

Einen Namen für den neuen Wald gibt es auch schon: „Wangari-Wald“. Der Name bezieht sich auf die verstorbene kenianische Professorin, Wissenschaftlerin und Politikerin Wangari Maathai, die sich für den Umweltschutz stark gemacht und den Friedensnobelpreis erhalten hat.

Die Forstanpflanzung wird eine Fläche von 50 000 Quadratmetern – fünf Hektar – haben. Gepflanzt werden soll ab November.

Gelände wird ökologisch immer weiterentwickelt

In den vergangenen Jahren konnte sich das Pfadfindergelände ökologisch immer weiterentwickeln. „Zur Keimzelle des ,Geisterholzes’ sind der ,Himmelreichwald’ mit dem Jugendgästehaus, das Waldstück ,Lohengrün’, die Streuobstwiese ,Trendelkamp’ und auch der ,Wilde­wald’ hinzugekommen“, so Pfadfinder Linnemann-Bonse. Im vergangenen Herbst wurden – wie berichtet – neue Bäume abseits der Streuobstwiese an der Landesstraße nach Borbein gepflanzt. „Gut zu hören sind in diesen Tagen eine Vielzahl von inzwischen dort lebenden Vögeln, die frühmorgens einen unüberhörbaren Morgengruß in die wachsenden Waldareale schicken“, freut sich Linnemann-Bonse.

Breite Unterstützung für den neuen Wald

Beim neuen Projekt – eine Idee aus den Reihen der Pfadfinderschaft – werden auf rund sieben Hektar Ackerfläche vor allem Laubbäume gepflanzt, extensiv bewirtschaftetes Grünland geschaffen und eine größere Blänke – ein Tümpel – angelegt. In einem ökologischen Gutachten wurden die Planungen konkretisiert und in diesen Wochen mit dem neuen Forstbetriebsbezirksleiter Jochen Garbe, dem Regionalforstamt Münsterland und dem Amt für Naturschutz beim Kreis Warendorf abgestimmt und genehmigt.

Möglich wird dieses Projekt durch die Bereitstellung der Ackerfläche durch Eberhard Bonse. „Sehr wichtig war und ist die starke Unterstützung durch den Rat der Stadt, den ehemaligen Bürgermeister Berthold Streffing und durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung“, so Linnemann-Bonse.

Der Rat der Stadt hatte das Projekt in seinem Beschluss vom September 2020 auf finanziell gesicherte Füße gestellt.

14 000 Eichen, 3000 Hainbuchen sowie je 1000 Rotbuchen, Feldahorne und Vogelkirschen

Entwickeln soll sich der „Wangari-Wald“ im Laufe der nächsten fünf Jahre. In Teilschritten soll der Laubmischwald von Ost nach West gepflanzt werden. Am Ende sollen dort etwa 14 000 Eichen, 3000 Hainbuchen sowie je 1000 Rotbuchen, Feldahorne und Vogelkirschen wachsen. Ein Schutzzaun werde in dieser Zeit stetig erweitert, damit die Rehe aus dem östlichen „Wilde­wald“ die Schonung nicht abfressen können, führt Bonse aus.

Den Wald soll ein etwa fünf Meter breiter Waldsaum aus verschiedenen Gehölzen umgeben und den Übergang zwischen Wald und Feld bilden. Mit der Fertigstellung wird es einen Fußweg entlang des neuen Waldes geben.

Schüler werden pflanzen

Wie bei den früheren Anpflanzungen sollen die Setzlinge und Sträucher von Schülerinnen und Schüler gepflanzt werden. „Wir wollen die jungen Menschen mit in die Verantwortung nehmen. Immerhin haben sie dafür gesorgt, dass der Rat für Sendenhorst den Klimanotstand ausgerufen hat. Und wenn sie selber die Bäume pflanzen, stärkt sich ihr Band zum Wald und zur Natur“, so Linnemann-Bonse. Schützen werde man nur das, was man auch kennt und wertschätzt.

Die Realschule St. Martin, die Montessori-Gesamtschule und die Freie Waldorfschule Everswinkel hätten bereits tatkräftige Hilfe angeboten. Drei Schulklassen werden in Kleingruppen die Setzlinge pflanzen. Für die Betreuung werden noch Helfer gesucht. Wer das Team und die Schüler unterstützen will, kann sich bei Max Linnemann-Bonse melden. Ein Vorbereitungstreffen und Einweisungen sind geplant.

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