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Entlassfeier an der Sendenhorster Realschule St. Martin

Ein sehr guter „Corona-Jahrgang“

Sendenhorst

Es waren schwierige Monate für die Schüler, Lehrer und auch für die Eltern. Dennoch haben die zehnten Kassen der Realschule St. Martin, die am Freitag in festlichem verabschiedet wurden, hervorragende schulische Ergebnisse erzielt. Viele wechseln nun in die Oberstufe.

Von Josef Thesing

Nach dem Gottesdienst gestaltete die Schule im Innenhof einen Empfang, zu dem Schulleiter Gerd Wilpert die Zehner und ihre Eltern begrüßte. Neben alkoholfreien Cocktails wurde Fingerfood serviert. Foto: Josef Thesing

Das war eine Punktlandung, und das gleich zwei Mal hintereinander an diesem Freitag. „Als wir im Februar mit den Überlegungen für den heutigen Tag begonnen haben, wussten wir natürlich nicht, was gelten wird“, blickte Gerd Wilpert, Schuleiter der Realschule St. Martin, zurück. Dann war die Entwicklung der Corona-Zahlen so, dass die Schule die beiden Entlassfeiern für die Zehner-Klassen tatsächlich in einem festlichen Rahmen durchführen konnte, wobei einige Hygiene-Maßnahmen zu beachten waren. Und zwar unterschiedliche für den Gottesdienst in der Kirche, für dem Empfang im Innenhof und für die Zeugnisausgabe in der durchlüfteten Aula. „Eine Herausforderung“, meinte Wilpert.

Ein festlich dekorierter Innenhof

Festlich war es draußen unter strahlend blauem Himmel im Schatten der Bäume – das zumindest hatten sich die Schüler verdient, war sich das Kollegium einig. Für jeden Schüler mit seinen Eltern stand in ausreichendem Abstand ein geschmückter Stehtisch zur Verfügung. Dort wurde von Dieter Schmitz und seinem Team zunächst einmal ein alkoholfreier und selbst kreierter Kirschcocktail serviert – was gut tat bei der Hitze.

Serviert wurde leckeres Fingerfood. Foto: Josef Thesing

Doch das war noch längst nicht alles, was es im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand gab: Fingerfood vom Feinsten. Schön dekorierte vegetarische Wraps, Geflügelspieße, Laugengebäck, Minischnitzel am Spieß und Blätterteighappen wurden an die Tische getragen. Die Schule gab alles, um den Schülern nach der schwierigen Corona-Zeit einen schönen Abschlusstag zu bereiten. Dazu gehörte später in der Aula gute Musik der Schulband, nachdem auch diese sich dem obligatorischen Corona-Test unterzogen hatte. „Die letzten eineinhalb Jahre waren schwierig. Ich wünsche Euch deshalb heute einen wunderschönen Tag“, sagte Wilpert.

Schulleiter Gerd Wilpert

Für die Schülerinnen und Schüler selbst war das Abschlussjahr ebenfalls in verschiedenen Bereichen eine Herausforderung, konstatierte der Schulleiter im Gespräch mit dieser Zeitung. „Sie waren ja fast ein Jahr zu Hause“, blickte Wilpert zurück.

Dabei sei „das Schulische“ kein Problem gewesen. Im Gegenteil: „Die Ergebnisse sind besser als die in manchen nicht Corona-Jahren.“ 75 Prozent der Jugendlichen haben die Qualifikation für die Oberstufe ergattert. Auch technische Probleme habe es beim Homeschooling auf beiden Seiten kaum gegeben. Und sowohl die Pädagogen als auch die Schülerinnen und Schüler selbst seien konzentriert und engagiert zur Sache gegangen. Das gelte auch für die Eltern der Zehner. Der Unterrichtsstoff sei „soweit wie immer“ abgearbeitet worden.

Viele Monate in der Selbstisolation

Der Schulleiter ließ dabei aber nicht außer Acht, dass das nur ein Teil der Corona-Geschichte ist. Auf der einen Seite durfte die Schule keine der sonst üblichen Fahrten, Ausflüge und Feste für diesen Jahrgang anbieten. Hinzu kam die Selbstisolierung ohne private oder schulische Treffen mit Freunden und Klassenkameraden. Das zehrt.

Das sei aber rein schulisch gesehen bei diesem Jahrgang nicht zum Tragen gekommen. Bei jüngeren Schülern wirke sich das derzeit zum Teil schon anders aus. Wer zu Hause Probleme habe, habe diese auch in der Schule, so Wilpert.

Corona habe auch dafür gesorgt, dass die Jugendlichen dieses Jahrgangs länger zur Schule gehen, war Gerd Wilpert überzeugt. Auch wenn es zum Teil Praktika gegeben habe, gebe es „eine gewisse Orientierungslosigkeit“ bei den Jungen und Mädchen. Und so geht es nun für viele zum Gymnasium oder Berufskolleg. Die Betriebe werden sich also noch gedulden müssen.

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