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Sistanagila vereint Musiker aus Israel und dem Iran

Eine Brücke für den Frieden

Sendenhorst

Eine Band als Brücke zwischen den Kulturen: Das konnten die Besucher beim Konzert von Sistanagila im Haus Siekmann erleben. Die aus Berlin angereiste Band besteht aus israelischen und iranischen Musikern, die mit ihrer Musik ein Zeichen für den Frieden setzen wollen.

Sistanagila präsentierte im Haus Siekmann Lieder aus dem Iran und aus Israel, den Heimatländern der Musiker, die sich als wahre Meister auf ihren Instrumenten präsentierten. Foto: Pia Sofie Bartmann

Eine besondere Mischung orientalischer Klänge erwartete die Besucher des Hauses Siekmann am Sonntagabend. Die aus Berlin angereiste Band Sistanagila besteht aus israelischen und iranischen Musikern, die mit ihrer Musik ein Zeichen für den Frieden setzen wollen. Denn zwischen ihren Heimatländern herrscht auch heute noch Krieg.

Verfeindete Welten miteinander verbinden

Eine Band als Brücke zwischen den Kulturen: Sistanagila ist das perfekte Beispiel dafür, dass man durch Musik Welten miteinander verbinden kann, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Im Vordergrund des Projektes steht der Dialog, sowohl zwischen den Musikern als auch mit dem Publikum. „Es war mir ein besonderes Anliegen, diese Gruppe hier im Haus Siekmann begrüßen zu dürfen“, sagte Jürgen Krass, Vorsitzender des Fördervereins. „Das Zusammenspiel von Sistanagila zeigt eines: dass wir Menschen kulturübergreifend zusammenleben wollen. Bei dieser Band sieht man, wie es funktionieren kann.“ Aufgrund der Absage im vergangenen Jahr sei die Freude nun umso größer, dass es endlich stattfinden kann.

Sistanaglia, das sind Musiker aus dem Iran und Israel, die genau eine Sache miteinander verbindet: ihre Liebe zur Musik. Mit eigentümlichen Klängen, die für den Liebhaber westlicher Musik im ersten Moment gewöhnungsbedürftig sind, nahmen sie die Zuhörer mit auf eine Reise durch ihre Heimatländer und brachten jedem, der offen dafür war, ihre Kultur ein Stück näher.

Ihr Handwerk beherrschen die sympathischen Musiker von der Pike auf. Rhythmisch gespielte Akkorde und Gitarrenmelodien, die passender nicht sein könnten. Hemad Darabi weiß genau, wie er seinem Instrument die besten Klänge entlockt. Begleitet wurde er dabei von Avi Albers Ben Chamo, der seinen Kontrabass leise mit seinen Fingern zupft oder auch lauter mit dem Bogen bespielte. Mit den tiefen Tönen legte er den Grundstein der Musik.

Die iranische Sängerin Luna Kavar begleitet die Band. Foto: Pia Sofie Bartmann

Besonders erstaunlich klang die Tonbak, eine persische Handtrommel, die von Jawad Salkhordeh nur mit dem Klopfen seiner Hände und Finger gespielt wird. Sie klingt anders als die taktvorgebenden westlichen Trommeln und ergänzt die Musik an Stellen, an denen man es am wenigsten erwartet.

Der talentierte Omri Abramov rundete den Sound der Band mit seinem Saxofon ab und gab den Liedern eine melodische Besonderheit.

Unterstützt wurde Sistanagila am Sonntag von der iranischen Sängerin Luna Kavari, die die Band bei vielen Auftritten begleitet. „Eigentlich haben wir noch einen männlichen Sänger, Yuval Halpern. Er konnte heute leider nicht dabei sein, deshalb spielen wir alle Lieder in einer etwas höheren Tonart, die zu meiner Stimme passt“, erklärte sie. Gemeinsam spielten sie traditionelle und selbst komponierte Stücke.

Sistanagila ist ein gelungenes Bandprojekt von talentierten jungen Musikern, die das anwesende Publikum restlos von sich überzeugten.

Sonnenuntergang rührt zu Tränen

Das persische Lied „Urub“, was Sonnenuntergang bedeutet, rührte die junge Sängerin schließlich zu Tränen. „Es macht mich immer sehr emotional, mit Sistanagila zu spielen, weil es bei der momentanen Situation in der Welt so wichtig ist“, sagte sie, mit Blick auf die iranische Politik. „Vor einigen Tagen ist wieder eine junge Frau im Iran getötet worden, nur weil sie kein Hijab tragen wollte.“ Es sei nach wie vor sehr schwer für die Musiker, mit solchen Nachrichten umzugehen.

„Ich wünsche uns allen Frieden. Vielleicht wird es eines Tages so sein“, sagte Luna Kavari und bekam zustimmenden Applaus vom Publikum.

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