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Sendenhorster Pfadfinderstämme erhalten die Bernhard-Kleinhans-Plakette

Einsatz für die Völkerverständigung

Sendenhorst

Die Bernhard-Kleinhans-Plakette des Vereins „Woche der Brüderlichkeit“ geht in diesem Jahr an die Sendenhorster Pfadfinderstämme. Die Auszeichnung wurde bei der Eröffnungsveranstaltung im Haus Siekmann verliehen. Dort berichtete Professor Dr. Reinhold Mokrosch aus Osnabrück zudem über 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Von Angelika Knöpker

Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder freuten sich über die Auszeichnung mit der Bernhard-Kleinhans-Plakette. Gerd Wilpert (r.) hielt die Laudatio. Foto: Angelika Knöpker

Noch ganz unter dem Eindruck der Solidaritätskundgebung auf dem Rathaus-Vorplatz (wir berichteten) standen die Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung zur 24. „Woche der Brüderlichkeit“. „Putin benutzt die Geschichte und verfälscht sie. Dieser Angriff ist ein Angriff auf das Völkerrecht mit viel Leid und Zerstörung.“ Deutliche Worte fand Wolfgang Janus für den Veranstalter am späten Sonntagnachmittag im voll besetzten Haus Siekmann.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Nach einem mehr als einstündigen Vortrag von Professor Dr. Reinhold Mokrosch aus Osnabrück zum Thema „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ stand die Verleihung der Bernhard-Kleinhans-Plakette im Vordergrund. Bis zuletzt hatte der Arbeitskreis als Veranstalter die Namen der zu Ehrenden geheimgehalten. Gerd Wilpert stellte sie in seiner beeindruckenden Laudatio vor. In diesem Jahr sind es die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG).

Für den musikalischen Rahmen sorgten Cecilia Rubio Zamora (Cello), Dr. Matthias Sauerland (Klarinette) und Winfried Lichtscheidel (Klavier). Foto: Angelika Knöpker

„Sie haben sich gerade in Pandemiezeiten effektiv gegen eine soziale Isolierung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt“, würdigte Wilpert die Arbeit, bevor er einen Blick in die Gründungsgeschichte der DPSG warf, die nun schon 60 Jahre zurückliegt. 1965 kam die PSG als besonderes Angebot für Mädchen dazu. Die allermeisten Projekte werden heute gemeinsam bestritten. Gerd Wilpert würdigte das Engagement der Pfadfinder beim Aufbau eines gemeinsamen Pfadfindergeländes auf dem Garrath mit Hütten für die unterschiedlichen Altersgruppen der Vereinsmitglieder. Zeltplatz, Jugendgästehaus, ein Aussichtsturm mit tollem Blick über die Landschaft: Das alles sei in der Folgezeit hinzugekommen.

Viel in der Welt unterwegs

Als weitere Kriterien für die Auszeichnung nannte der Laudator die regelmäßigen Gruppenstunden, Waldprojekte, die Sommerlager und gemeinsamen Freizeiten sowie den Einsatz für die Völkerverständigung durch Projekte in Afrika, Luxemburg und Norwegen. Tradition habe auch das Weitergeben des Friedenslichtes von Bethlehem in die Sendenhorster Familien.

Er überreichte die von Basilius Kleinhans gestaltete Plakette mit großer Freude an die Stammes-Vorsitzenden Melanie Haverkamp und Gerold Vogellackenberg sowie den Vereinsvorsitzenden Max Linnemann-Bonse. In seinen Dankesworten brachte er zum Ausdruck, dass die Kinder und Jugendlichen an Entscheidungen beteiligt würden, ihr Tun reflektierten und für ihren Weg selbst verantwortlich seien.

Einen würdigen Rahmen erhielt die Verleihung der Bernhard-Kleinhans-Plakette durch die musikalische Gestaltung. Cecilia Rubio Zamora (Cello), Dr. Matthias Sauerland (Klarinette) und Winfried Lichtscheidel (Klavier) beeindruckten die Besucher mit Werken von Mendelsohn Bartholdy (Herbstlied) und Max Bruch aus dem Zyklus „Acht Stücke opus 83“, von denen das Trio zwei spielte.

Weitere Veranstaltungen in der „Woche der Brüderlichkeit“

Wolfgang Janus gab abschließend noch einen Ausblick auf die folgenden Veranstaltungen im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“: Am Dienstagabend beginnt um 18 Uhr die Mitgliederversammlung und um 19 Uhr der Vortrag mit Diskussion zum Thema „Antisemitismusprävention – wie kann das gelingen?“ mit Pfarrer Dr. Karsten Dittmann. Am Donnerstag werden eine Lesung und ein Gespräch über Therese Münsterteicher angeboten. Und schließlich finden am Samstag (12. März) um 17 Uhr das Konzert „Klezmer im Elfenpalast“ im Haus Siekmann statt und am Sonntag (13. März) um 16 Uhr die Abschlussandacht.

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