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Malkursus mit Dagmar Bogattke führt zu Familie Kriener in Albersloh

Exkursion in einen „geheimen“ Garten

Albersloh

In einem traumhaften Garten war die Albersloherin Dagmar Bogattke in dieser Woche mit ihrem Malkurs zu Besuch. Dabei füllten sich nicht nur die Skizzenblöcke der Kinder, sie erhielten auch tiefe Einblicke in die westfälische Botanik.

Von Christiane Husmann

Konzentriert bei der Arbeit (v.l.): Dagmar Bogattke, Lia Tschirner und Reinhold Kriener. Foto:

Strohhut, Latzhose, Gießkanne – Reinhold Kriener dient in seiner typischen Gärtnermontur geduldig als Motiv. Dagmar Bogattke und elf Malschüler haben sich mit ihrem Skizzenblock unterm Arm auf den Weg gemacht, um im Garten an der Wolbecker Straße zu zeichnen. Ein besonderes Erlebnis, das nicht nur die Skizzierfähigkeit der Kinder trainiert, sondern auch tiefe Einblicke in ertragreiche westfälische Botanik gewährt.

Von der Wolbecker Straße aus lässt sich kaum erahnen, was für ein Idyll hinter dem Haus der Familie Kriener wartet. Doch geht man um das Haus herum, dominiert sofort die Farbe Grün. „Ach, das ist doch traumhaft hier“, schwärmt Dagmar Bogattke, während sie Maria und Reinhold Kriener begrüßt. Derweil zücken die Malschüler ihre Bleistifte und legen sogleich mit dem Skizzieren los.

Dagmar Bogattke

Verwunschen und ein bisschen wild präsentiert sich der Garten der Eheleute Kriener, die einen grünen Daumen haben müssen. Entlang einer Wand rankt Wein bis in ein gläsernes Treibhaus hinein. „Die Trauben entsaften wir und machen daraus Gelee“, erklärt Maria Kriener, während sich ihr Mann noch in Motivstellung befindet. Dagmar Bogattke zeigt sich derweil ungebremst begeistert und wortgewandt: „Ich spreche viel, meine Stimme hat sogar schon mal versagt“, räumt die Kursleiterin reflektiert ein. Diese Steilvorlage lässt sich Reinhold Kriener natürlich nicht entgehen: „Pass auf, dass sie dir gleich nicht wieder versagt“, lacht er. Dagmar Bogattke findet’s witzig und erzählt weiter: „Als Studentin saß ich mal Modell und wäre fast umgekippt.“ Im kühlen Schatten eines Walnussbaumes kann Reinhold Kriener das wohl nicht passieren. „Ja, ja, vielleicht zu wenig getrunken und zu viel gequatscht“, lacht das Modell mit „Dagi“ und den Kindern.

Reiche Ernte

Dann geht’s ins zweite Treibhaus, in dem neben Tomaten auch anderes Grünzeug wächst. „Wer will eine Tomatenpflanze“, fragt Reinhold Kriener, während seine Brille beschlägt. „Ich“, melden sich gleich mehrere Kinder und nehmen die noch zarten Pflanzen entgegen. Blumenkohl, Salat, Bohnen, Kohlrabi – die Auswahl an Gemüse und dessen Ernte ist groß. „Mal bekommen die Nachbarn was ab, oder dann geht auch schon mal was an die Tafel“, erzählt Reinhold Kriener davon, dass er in der Erntesaison Hermann Brandt anrufen könne, der das Gemüse dann abhole. „Das waren gerade erst 31 Köpfe Salat“, so der Albersloher, der gerne teilt und in eine andere Ecke des Gartens geht. „Hier stehen 80 Gemüsepflanzen – wenn die soweit sind, können die auch zur Tafel“, so der 74-jährige, der mit Blick auf sein geliebtes Gärtnern einräumt: „Das ist aber auch ganz schön viel Maloche.“

Wohl auch für Maria Kriener, die sich um die Weiterverwertung der gesunden Lebensmittel kümmert. „Zum Glück kann meine Frau gut kochen“, lacht Reinhold Kriener, während er den Kindern „Maggikraut“ präsentiert. „Eigentlich ist das Liebstöckel, riecht aber wie Maggi“, erklärt der Hobbygärtner und pflückt ein paar Blätter, die die Kinder zwischen ihren Fingern zerreiben und daran riechen. „Stimmt“, bestätigen sie.

Eine bisdahin namenlose Henne brütet auf zehn Eiern. Foto: Foto: Christiane Husmann

An einem Pfirsichbaum sonnen sich Früchte, im umrankten Vogelhaus wird gefuttert, und im Hühnerstall brütet die Henne. „Wie heißt die Henne?“, wollen die Kinder wissen. „Die hat keinen Namen, wir können ihr aber einen geben“, schlägt Reinhold Kriener vor. „Die Henne könnte doch Henriette heißen“, findet Lia Tschirner. „Gute Idee“, findet auch Dagmar Bogattke und freut sich über die spontane Namensgebung.

Bald heißt es „Tschüss“-Sagen – die Malschüler wollen ihre Skizzen noch kolorieren. Dass die Farbe Grün dabei dominiert, dürfte als wahrscheinlich gelten.

Es ist der letzte Tag des dreitätigen Malkurses. „Schade“, finden die Kinder, können sich aber auf eine zweite Ausgabe freuen. Vom 10. bis einschließlich 12. August findet ein weiterer Kursus unter dem Motto „Dagis geheimnisvolle Orte in Albersloh“ statt. Anmeldungen und Informationen sind auf der Homepage der Stadt oder bei Dagmar Bogattke, 0 25 35 / 83 37, möglich.

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