1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sendenhorst
  6. >
  7. Ein musikalisches Gipfeltreffen

  8. >

Gitarrenfestival in Haus Siekmann

Ein musikalisches Gipfeltreffen

Sendenhorst

Das Gitarrenfestival im Haus Siekmann kam wieder einmal gut an. Am Sonntag strömten die Besucher sogar von weit her wieder nach Sendenhorst, um einem Trio zu lauschen, das sein Metier absolut beherrscht. Nach Solo-Auftritten fanden sich die Musiker zur Jam-Session zusammen.

Von Dierk Hartleb

Erkin Cavus, Prof Stephan Bormann und Burkhard „Buck“ Wolters trafen sich zum Abschluss des Gitarrengipfeltreffens zur viel beklatschten Jam-Session Foto: Dierk Hartleb

Das Wort „Gitarrenfestival“ scheint über magische Kräfte zu verfügen. Auch am Sonntag strömten die Besucher wieder, und das selbst von weiter her, nach Sendenhorst. Der Vorsitzende des Fördervereins, Jürgen Krass, vermutete nicht von ungefähr, dass jeder der drei Künstler eine Fangemeinde mitbringt.

Ein mehr als gleichwertiger Ersatz

Insofern enthielt seine Begrüßung eine leichte Enttäuschung, denn der Siegener Peter Autschbach hatte sich krankheitsbedingt abgemeldet. Aber Burkhard „Buck“ Wolters, der das Festival mit Jürgen Krass organisiert, verfügt als Gitarrist selbst über ein exzellentes Netzwerk, und sorgte für Ersatz. Davon war jedoch keine Rede mehr, als Erkin Cavus mit seiner Doppelhals-Gitarre den ersten Akkord gespielt hatte.

Die Bühne auf der Tenne in Haus Siekmann gehörte aber zunächst Buck Wolters, der das Publikum auf eine musikalische Reise in die Vergangenheit der 1960er Jahre mitnahm und mit Songs wie „California Dreamin´“ von „The Mamas and the Papas“ in Erinnerungen schwelgen ließ. Und mit „La Paloma“ erfüllte der Dortmunder einen langgehegten Publikumswunsch, der auf den spanischen Komponisten Sebastian de Yradier zurückgeht. Einmal mehr begeisterte der Musiker mit seiner komplexen Spieltechnik, die beim Zuhören den Eindruck eines ganzen Orchesters entstehen lässt und die auch den Gastgeber Jürgen Krass jedes Mal in Erstaunen versetzt.

Filigranes Spiel auf der Doppelhals-Gitarre

Nahtlos leitete Buck Wolters über zu Erkin Cavus, der sich vormittags ans Steuer seines Autos gesetzt hatte, aber Stau-bedingt verspätet im Haus Siekmann eingetroffen war, so dass es zu einer gemeinsamen Probe zeitlich nicht mehr reichte. Dem Zusammenspiel der beiden tat dies kein Abbruch. Nach der kurzen musikalischen Einführung präsentierte sich Erkin Cavus als Solist, wobei sein wunderbar filigranes Spiel auf der Doppelhals-Gitarre vor allem die Besucher in den ersten Reihen auch visuell in den Bann schlug. Mit dem türkischstämmigen Gitarristen, der seit fünf Jahren in Dresden lebt, wechselte auch die Klangfarbe, die jetzt stärker eine orientalische Note annahm. Sein Instrument erlaubt es ihm, den Zwischentöne mehr Geltung zu verschaffen, die für die Musik aus dieser Weltregion typisch sind. Sein bulgarischer Tanz folgte einem 25/16-Takt, wie er anschließend verriet. Und es hätte nicht viel gefehlt, dass zu den Rhythmen des brasilianischen Klassikers „Tico-tico no Fubá“ getanzt worden wäre, wenn es die Räumlichkeiten erlaubt hätten.

Ausflug in die Weltmusik

Professor Stephan Bormann setzte den von Erkin Cavus begonnenen Ausflug in die Weltmusik fort, als er sich von der Musik einer Gruppe wie „Pink Floyd“ anregen ließ und dazu auf seiner Akustikgitarre einen eigenen Sound kreierte. Immer wieder spielte der Professor, der an der Hochschule für Musik in Dresden unterrichtet, mit populären Werken, um sie in eigenständiges musikalisches Gesamtkunstwerk umzusetzen.

Die Uhr zeigte schon deutlich nach sieben, als das Trio zur angekündigten Jam-Session schritt, in die es mit dem bekanntesten Standard Chick Coreas, „Spain“, einstieg. Zugabe gefällig, fragte Jürgen Krass. Aber gern doch. Ein Wiedersehen eingeschlossen.

Startseite