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Strafverfahren gegen 61-jährigen Albersloher eingeleitet

Greifvogelfallen in Albersloh sichergestellt

Albersloh

Der NABU fordert bereits den Rücktritt des gesamten Präsidiums. Einem 61-jährigen Albersloher, auf dessen gepachtetem Grundstück in der Bauerschaft Storp die Polizei Greifvogelfallen gefunden hat, wird vorgeworfen, illegale Jagd auf geschützte Greifvögel betrieben zu haben. Er soll Mitglied des Präsidiums des Landesjagdverbandes sein.

Annette Metz

Eine Lebendfalle für Habichte – den Vogel des Jahres 2015 – soll laut Pressemitteilung des „Komitees gegen den Vogelmord“ auf dem Grundstück in Albersloh gefunden worden sein. Foto: dpa

Die Polizei hat gegen den Pächter eines Grundstücks in der Albersloher Bauerschaft Storp ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Bundesjagdgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz eingeleitet. Der 61-jährige Mann soll laut einer Pressemitteilung, die das „Komitee gegen den Vogelmord“ verbreitet hatte, unter Verdacht stehen, illegale Jagd auf geschützte Greifvögel betrieben zu haben.

Am Dienstagabend waren die Beamten zu dem Grundstück gerufen worden, bestätigte die Sprecherin der Kreispolizeibehörde, Susanne Dierkorte. Dort habe sie den Pächter des Grundstückes, der auch in Albersloh wohne, angetroffen. Außerdem wurden eine Greifvogel-Falle gefunden und sichergestellt sowie weitere Lebendfallen auf dem Grundstück gesehen. Der Pächter habe einen toten Fasan in der Hand gehalten. Es könne sich dabei um einen Köder gehandelt haben, beschreibt die Polizeisprecherin die Situation, die ihre Kollegen in Albersloh vorgefunden hatten.

Öffentlich gemacht hatte diesen Vorfall das genannte „Komitee gegen den Vogelmord e.V.“, das seinen Sitz in Bonn hat. In der Pressemitteilung des Vereins wird der Verdächtige als „Präsidiumsmitglied des nordrhein-westfälischen Landesjagdverbandes“ beschrieben. Komiteepräsident Heinz Schwarze verurteilte die Tat und forderte den Jagdverband auf, den Albersloher Jäger bis zur Klärung des Falls von allen Ämtern freizustellen.

Die Pressestelle des Landesjagdverbandes ließ auf WN-Anfrage verlauten: „Die Angelegenheit ist Sache der zuständigen Behörden. Der LJV kann zu den Vorwürfen nichts sagen, da er dazu über keine eigenen Erkenntnisse verfügt.“

„Greifvögel gehören zu den durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Tierarten. Wer ihnen nachstellt, sie fängt oder tötet, begeht eine Straftat, die mit hohen Geldstrafen und bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann“, heißt es in der Mitteilung des Komitees weiter.

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