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„Dröget Schnüffelken“ feiert gelungene Premiere in Sendenhorst

Großartige Truppe bereitet Spaß

Sendenhorst

Wer am Samstag die etwas andere Premiere des neuen Stücks von „De schöne Anna“ auf der Bühne der Realschule gesehen hat, weiß nun, dass ein Paraplü ein Regenschirm ist – auf Plattdeutsch eben. Die Theatergruppe „Dröget Schnüffelken“ hat das kleine Kammerspiel um einige lustige Sketche, als kleine Einakter, erweitert.

Von Peter Schniederjürgen

Bernhard (r.) ist nicht hellste Kerze auf der Torte und vertauscht Creme und Düngemittel und bereitet damit einer klassische Verwechslungskomödie den Boden. Foto: Peter Schniederjürgen

„Wat is en Paraplü?” Wer am Samstag die etwas andere Premiere des neuen Stücks von „De schöne Anna“ auf der Bühne der Realschule gesehen hat, weiß nun, dass es ein Regenschirm ist – auf Plattdeutsch. Die Theatergruppe „Dröget Schnüffelken“ hat das kleine Kammerspiel um einige nicht minder lustige Sketche, als kleine Einakter, erweitert.

So erzählte der „Paraplü“ von der Entschlusslosigkeit von de Mannslü. „Givt dat Riägen van Dage or blifft sunnig“ ist die Kernfrage vor dem Spaziergang. Humoristisch bis ins fast Schmerzhafte ausgereizt.

Guten Komödienstandart erreichte auch „De verflixte Föhrerschien“. Das Stück zeigt die vielen knappen Versuche, den eingezogenen Führerschein aus dem Bürgermeisterbüro zurückzuholen. Immer wieder knapp dran und dann doch daneben. Situationen spitzen sich heftig zu. Es wird auch mal ein Finger geklemmt wo er, eigentlich auch gar nicht sein darf.

Lustige Einakter

Bauernschläue und münsterländische List ist das Thema bei „De niee Knecht“. Der bewirbt sich mit seinen krassen Forderungen beim Bauern. Dieser zeigt raffiniert, wo es lang geht. Eben mit münsterländischer Bauernschläue.

Nach der Pause hob sich der Vorhang zum eigentlichen Stück „De schöne Anna“. Diese Komödie in zwei Akten stammt von Nick Hasler, und die plattdeutsche Fassung ist von Benita Brunnert.

Anna (Barbara Untied) achtet immer sehr auf ihre Aufmachung. Ganz besonders zum ersten Treffen mit Kurt (Rolf Nettebrock), den hat sie im Internet kennengelernt. Leider entspricht, was sie im Spiegel sieht, nun so gar nicht dem, was sie sehen möchte. Da kann auch der beste Freund Gerd (Torsten Merten) nicht helfen. Anna hat nicht nur Kurt sondern auch eine Antifalten-Wundercreme im Internet gefunden und gekauft. Doch leider lässt die Lieferung auf sich warten.

Klassische Verwechslungskomödie

Endlich angekommen vertauscht der ziemlich schlichte Nachbar und Orchideenfreund Bernhard (Klemens Witte) die Creme mit seinem Orchideendünger. Statt glatter Babyhaut blühen plötzlich rote Pickel in Annas Gesicht. Gerd sieht die Rettung in der burschikosen „Hausmeisterschke“ Emmi (Marion Pumpe). Eigentlich will die nur den tropfenden Wasserhahn reparieren, doch nun muss sie die liebesbedürftige Anna vertreten. Damit beginnt eine klassische Verwechslungskomödie.

So bereitet diese großartige Laientruppe ihrem Publikum einen wirklich lustigen Abend. Dabei ist das Plattdeutsch gut zu verstehen. Auch für die, denen der Umgang mit der alten Sprache nicht vertraut ist. Zusammen mit der tollen Bühnenorganisation, Umbauten zwischen den Sketchen gingen blitzschnell, und der Spielfreude der Akteure ist es einfach ein Genuss. Vielleicht ist der bewusst eingesetzt falsche Gebrauch von Fremdwörtern etwas überzogen, doch das ist auch kein wirklicher Punktabzug.

Insgesamt bereitet „Dröget Schnüffelken“ dem Publikum einen richtig schönen Abend mit viel Spaß und zahlreichen Lachern. Zur Premiere kamen deutlich über 100 Zuschauer.

Am kommenden Freitag (20. Januar) und Samstag (21. Januar) geht’s jeweils um 19.30 Uhr und Sonntag (22. Januar) um 15.30 Uhr in der Aula der Realschule St. Martin mit den nächsten Aufführungen weiter. Sonntags wird vor den Aufführungen ab 14.30 Uhr Kaffee und Kuchen angeboten.

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