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Bildstocktour des Sendenhorster Heimatvereins

Hinter jedem Kreuz steckt eine Geschichte

Sendenhorst

Bei einer Radtour hat der Heimatverein die Wegekreuze und Bildstöcke im Süden des Stadtgebiets besucht. Über sie gibt es oft Interessantes zu berichten.

Über kleine Wege radelten die Heimatfreunde von Bildstock zu Bildstock und lernten dabei einiges Neues kennen. Foto: Heimatverein Sendenhorst

Einmal mehr ging es für den Heimatverein durch den Süden des Stadtgebiets, wo deutlich wurde, wie vielfältig und gepflegt die zahlreichen Bildstöcke in Sendenhorst sind. Die sogenannte „Bildstockroute Sendenhorst-Süd“ war im Jahr 2018 vom Heimatverein ins Leben gerufen worden. Nun schwangen sich einige Heimatfreunde erneut auf die Räder, um möglichst viele Bildstöcke und Wegekapellen abzufahren, ohne dabei Wege mehrfach nutzen zu müssen. „Das gestaltete sich gar nicht so einfach, da wir in und um Sendenhorst etwa 40 Wegkreuze oder Bildstöcke haben“, erklärt Christian Hölscher, Vorsitzender des Heimatvereins, der zur Tour.

In Arbeit sei auch eine Bildstockroute durch den Norden des Stadtgebietes, aber diese sei noch nicht komplett fertig. „Die Einordnung der Bildstöcke ist auch nicht immer eindeutig“, sagt Hölscher. Denn es stellten sich unter anderem die Frage, ob die Bildstöcke, die zumeist Denkmale sind, historisch wichtig und künstlerisch wertvoll seien.

Start am neuen Brunnen an der Kirche

So trafen sich die Heimatfreunde bei besten Frühsommerwetter vor der Pfarrkirche St. Martin. Dort starteten sie am nachgebildeten Taufbrunnen am Südportal, der im Jahr 2019 aufgestellt worden war. Das Original befindet sich – wie berichtet – in Westkirchen und stammt aus dem Jahr 1588. Nach einem Ortsbrand in Westkirchen im Jahr hatte der damalige Sendenhorster Pfarrer den Taufbrunnen für die neue Kirche in Westkirchen gespendet, wo er noch heute genutzt wird.

Vom Kirchplatz ging die Tour in Richtung Westen, und bereits auf dem Weg aus der Stadt gab es viel zu erzählen zu den zahlreichen Bildstöcken und Skulpturen. Manches sei dabei nicht jedem bekannt gewesen, so Hölscher. So habe der Heilige Franziskus am Versorgungseingang des St.-Josef-Stiftes an der Pennigstiege durchaus für Überraschung gesorgt. Der Standort sei vielen nicht bekannt, das Kunstwerk allerdings wohl, da es früher im St.-Josef-Stift zu sehen war. „Vielleicht findet sich ja mit der Umgestaltung der Pennigstiege ein neuer Standort, an dem es gut von der Straße aus zu sehen ist“, erklärt Hölscher.

Manche mussten versetzt werden

Im Anschluss erfuhren die Radler, dass es durch den Ausbau der Landesstraße L 851 inklusive des neuen Radweges zu einigen Veränderungen bei den Bildstöcken gekommen war. So seien zwei Bildstöcke für den Straße- und Radwegbau wohl ab-, aber noch nicht wieder aufgebaut worden: das Holzkreuz am Hof Niestert und die Figurengruppe am Hof Krietert. Das Dreifaltigkeitsrelief am Hof Schulze Bernd mit der Kapelle gegenüber liege nun nach dem Ausbau einen halben Meter tiefer als der Radweg. Das Kreuz am Hof Jungmann im sogenannten „Wilden Eck“ sei wegen des Radwegbaus versetzt worden.

Die vierstündige Tour mit vielen Informationen war etwa 30 Kilometer lang. Der Heimatverein plant, in Zukunft wieder mehr derartige Thementouren anzubieten, wozu auch Wanderungen gehören sollen, kündigt der Vorstand an.

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