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Stadt fördert bauliche Schutzmaßnahmen

Im Denkmal ist immer was zu tun

Sendenhorst/Albersloh

Wer in einem Denkmal wohnt, der hat eigentlich immer etwas zu tun. Und die Instandhaltung ist mit Blick auf die entsprechenden Auflagen nicht immer billig. Die Stadt unterstützt nun einige Maßnahmen.

Von Josef Thesing

Das Haus Sunger in Albersloh ist eines der geschichtsträchtigsten bewohnten Denkmäler in der Stadt. Nun bröckelt an der Gebäuderückseite der Putz. Foto:

Hier bröckelt der Putz, dort muss am Dachstuhl etwas ausgebessert werden. An anderer Stelle muss der Holzboden aufgearbeitet werden. Wer in einem Denkmal wohnt, der hat andere Aufgaben als Menschen, die in einem Neubau leben. Und weil die Denkmalbehörden immer mit im Boot sind, wenn es an Renovierungen für den Erhalt eines Denkmals geht, können solche Arbeiten auf Antrag der Eigentümer mit Geld aus dem Denkmalschutzbudget unterstützt werden.

Da ist zum Beispiel das Haus Sunger in Albersloh, das bereits seit 1991 in der Denkmalliste der Stadt steht. Dort bröckelt auf der Rückseite des geschichtsträchtigen Haupthauses der Putz großflächig ab, heißt es in der Schilderung der Stadt. Die Wand muss restauriert und neu gestrichen werden. Das kostet insgesamt mehr als 14 000 Euro. Die Stadt steuert 20 Prozent bei.

Das Haus Sunger ist in der gleichnamigen Bauerschaft unweit der Straßeߥ nach Rinkerode am Rande von Albersloh gelegen. Es war im 13. und 14. Jahrhundert Eigentum der Bischöfe von Münster und ist vermutlich der Stammsitz der Familie von Sunger. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde es zum Adelssitz, als die Herren von Kerckerinck zur Borg den Hof übernahmen und umgestalten. Die Bedeutung des Anwesens wuchs, denn es erhielt die sogenannte Landtagsfägkeit. Das bedeutete, dass seine Besitzer einen ständigen Sitz im münsterischen Landtag hatten.

Rund vier Jahrhunderte blieb Haus Sunger im Besitz derer von Kerckerinck zur Borg. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Besitz aufgeteilt. Dabei ging der Teil mit der eigentlichen Hofstelle an die Vorfahren der heutigen Eigentümerin.

Das Haus wurde in den Jahren 1992 bis 1997 umfangreiche renoviert und entsprechend seines historischen Zustands wieder hergestellt. Besonders charakteristisch ist der Glockenturm.

Unter Denkmalschutz stehen neben dem Haupthaus auch die Scheune, die Pflasterung des Hofes, die beiden Torpfeiler und der nach Norden führende frühere Hauptweg – also praktisch das gesamte Anwesen. Dazu gehört auch der Doppelbildstock an der Landesstraße 850.

Gefördert werden in diesem Jahr von der Stadt mit jeweils 50 Prozent noch zwei weitere Maßnahmen in bewohnten Denkmälern in Sendenhorst.

Im Fachwerkhaus an der Nordstraße 17 müssen Zimmermannsarbeiten im Dachstuhl durchgeführt werden. Vorher soll ein Holzschutzgutachten durchgeführt werden. „Um das denkmalgeschützte Fachwerkhaus vor größeren Holzschäden zu schützen, möchte die Untere Denkmalbehörde diese kleine Maßnahme finanziell unterstützen“, heißt es in der Erklärung der Stadt.

Schon seit 1988 ist das Haus an der Kirchstraße 22 mit dem markanten Giebel ein Denkmal. Der Eigentümer hat einen Förderantrag für die Aufarbeitung der vorhandenen Holzböden eingereicht. Die Stadt stimmt dem zu.

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