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Türkische Ärztin hat im Sendenhorster Krankenhaus Erfahrungen gesammelt

Internationale Zusammenarbeit

Sendenhorst

Die türkische Ärztin Dr. Hatice Adigüzel Dundar und das St.-Josef-Stift setzen bei der Behandlung des Kinderrheumas auf internationale Zusammenarbeit. Die Fachfrau absolvierte einen Forschungsaufenthalt in Deutschland mit einem Stipendium der Europäischen Gesellschaft für Rheumatologie.

Von und

Türkisches trifft deutsches Fachwissen: Im steten Austausch stand Kinderrheumatologin Dr. Hatice Adigüzel Dundar mit Chefarzt PD Dr. Daniel Windschall während ihres Stipendiums in der Kinderrheumatologie in Sendenhorst. Foto: privat

Kinderrheuma ist eine Krankheit, die es überall gibt. Und deshalb tauschen sich die Mediziner immer mal wieder national und auch international aus, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Mit Dr. Hatice Adigüzel Dundar war nun erstmals eine türkische Ärztin in der Kinder- und Jugendrheumatologie des St.-Josef-Stifts zu Gast. Die 39-Jährige absolvierte einen Forschungsaufenthalt in Deutschland mit einem Stipendium der Europäischen Gesellschaft für Rheumatologie.

Ultraschallkurse im türkischen Belek

Kennengelernt hatte der Chefarzt der Sendenhorster Kinderrheumatologie, PD Dr. Daniel Windschall, die Kinderrheumatologin bereits zuvor, als er im Rahmen der Europäischen Gesellschaft für Rheumatologie Ultraschallkurse im türkischen Belek veranstaltet hatte. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen forscht er in einer europaweiten Studie zum Thema entzündliche Knie- und Hüftgelenke bei Kindern. Über die Gesellschaft hatte Dr. Hatice Adigüzel Dundar einen Antrag für ein Stipendium mit Forschungsaufenthalt in Deutschland gestellt.

Mit Erfolg: Im Juni des Jahres 2021 startete die Ärztin ihren Forschungsaufenthalt im „Rheumatologischen Kompetenzzentrum Nordwestdeutschland“, wie die Fachabteilung im St.-Josef-Stift in Sendenhorst heißt.

Ein weiteres Ziel der internationalen Zusammenarbeit ist neben der Forschung für Dr. Daniel Windschall auch die Verbesserung von Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten im Bereich der Kinderrheumatologie in anderen Ländern. „Durch die Hospitation, die Dr. Hatice Adigüzel Dundar hier absolvieren konnte, erlangte sie eine zunehmende Expertise, die sie auch in ihr Heimatland Türkei mitnehmen kann“, erklärt er.

Verbesserung von Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten

Für Dr. Hatice Adigüzel Dundar war der Aufenthalt und das Stipendium im Stift etwas ganz Besonderes: „Es ist ein besonderes System, in dem hier gearbeitet wird. Alles ist sehr strukturiert, und man hat ein wirklich gutes Verhältnis zu den Kollegen.“ Ihre Erwartungen seien übertroffen worden. Denn sie habe nicht nur im Bereich der Sonographie gute Einblicke bekommen, sondern sei auch menschlich gut aufgenommen worden. Auch die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche untereinander lobte sie: „Zusammen mit der Physiotherapie und der Erwachsenenrheumatologie geht die Behandlung für die Kinder hier Hand in Hand.“

Arbeit für Heilung und Forschung

Alle sechs Wochen reiste sie während ihres Aufenthaltes in die Türkei, um ihre fünfjährige Tochter und ihren Mann zu besuchen. Mittlerweile ist sie zurück und arbeitet wieder in Krankenhäusern in der Türkei. Dort gibt sie ihr neues Wissen rund um das Thema Kinderrheumatologie sowohl im Forschungs- und Anwendungskrankenhaus in Izmir an der türkischen Ägäisküste – „Dokuz Eylül Üniversitesi“ – als auch im Allgemeinkrankenhaus in der Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Provinz Van weiter.

Für Dr. Daniel Windschall hat das Stipendium Wiederholungspotenzial: „Für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen war der Austausch mit der türkischen Kollegin sehr wertvoll. Zusätzlich konnte Dr. Hatice Adigüzel Dundar die Forschungsarbeiten der Klinik für Kinder- und Jugendrheumatologie tatkräftig unterstützen.“

Besonderes Fieber

In Ergänzung zu ihrem Forschungsaufenthalt in Sendenhorst erarbeitet Dr. Hatice Adigüzel Dundar derzeit gemeinsamen mit Windschall ein Projekt zum Thema „Familiäres Mittelmeerfieber“, eine autoinflammatorische Erkrankung, die viele Patientinnen und Patienten von Dr. Hatice Adigüzel Dundar in der Türkei haben.

„Auch in Sendenhorst habe ich viele türkische Patienten mit der Krankheit sehen können. Deshalb war der Austausch mit den Kollegen des St.-Josef-Stifts sehr bereichernd. Ich konnte mein Wissen einbringen und neue Kenntnisse gewinnen“, erklärt die Ärztin. Sie sei zuversichtlich, dass es durch das Projekt bereits in einem Jahr ein Wiedersehen mit dem Stift geben könnte.

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