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Besonderer Adventskalender im St.-Elisabeth-Stift

Jeder Engel erzählt eine Geschichte

Sendenhorst

So unterschiedlich sie sind, haben sie doch eines gemeinsam: Es sind allesamt Engel, die ihre Besitzer schon seit vielen Jahren begleiten und mit denen anrührende persönliche Geschichten verbunden sind. Und sie haben noch etwas gemeinsam, denn in diesem Jahr bilden sie alle zusammen einen ganz besonderen Adventskalender, an dem sich Bewohner und Besucher des St.-Elisabeth-Stiftes erfreuen dürfen.

Annette Metz

Bewohner und Mitarbeiter des Elisabeth-Stiftes stellten ihre Engel für den Adventskalender zur Verfügung.

Sie sind groß oder sehr klein, leicht oder überraschend schwer, künstlerisch oder in liebevoller Bastelarbeit gestaltet, aus Holz, Glas oder Ton – und so unterschiedlich sie sind, haben sie doch eines gemeinsam: Es sind allesamt Engel, die ihre Besitzer schon seit vielen Jahren begleiten und mit denen anrührende persönliche Geschichten verbunden sind. Und sie haben noch etwas gemeinsam, denn in diesem Jahr bilden sie alle zusammen einen ganz besonderen Adventskalender, an dem sich Bewohner und Besucher des St.-Elisabeth-Stiftes erfreuen dürfen.

Lioba Mertens-Surmann, Betreuungsassistentin im Elisabeth-Stift, hat diesen ganz besonderen Adventskalender zusammengetragen. „Engel oder auch Schutzengel sind Ausdruck für Sehnsucht nach Schutz. Und diese Sehnsucht begleitet viele Senioren“, beschreibt sie die Bedeutung der kleinen Figuren. „Viele Menschen haben eine sehr tiefe Verbindung zu ihrem Schutzengel und verbinden ganz persönliche Geschichten damit“, berichtet sie. In der Vorbereitung hat sie dazu viele Gespräche geführt und sich die Geschichten zum Engel erzählen lassen. Diese hat sie dann in kurzen Worten zusammengefasst und großformatig gestaltet. Jeden Tag steht ein anderer Engel im Mittelpunkt der Betrachtung. Am 11. Dezember war es etwa der Tiffany-Engel von Grete Schmetkamp, den der Sendenhorster Bernhard Pälmke vor vielen Jahren für sie gestaltet hat und der deshalb auch „Bernhardine“ heißt.

Lioba Mertens-Surmann

Schon am 6. Dezember galt die Aufmerksamkeit einem kleinen Wachsengel, der aus Schlesien stammt und Erna Smolczyk begleitet. „Ich habe ihn auch mit nach Taizé genommen, wo er einst den Segen der Jugend bekam“, berichtet die Seniorin und stimmt gleich ein bekanntes Taizé-Lied an, in das Lioba Mertens-Surmann und Hausleiter Markus Giesbers hinter ihren Corona-Masken einstimmen.

„Einen weiteren Engel, weiß und schlicht, hat mir eine Mitarbeiterin in die Hand gedrückt mit den Worten ,Nimm‘s leicht‘“, erinnert sich Lioba Mertens-Surmann. Gut, dass sie sorgsam zugefasst hat, denn der Engel fiel ihr schwer in die Hände. „Man könnte sagen, dass er seinen Besitzern schon viel abgenommen hat“, schmunzelt sie. So bekomme jeder Engel eine Persönlichkeit und werde einmalig, sinniert sie und blickt auf den kleinen Engel mit dem Erste Hilfe-Koffer, der lange an einem Bett im Krankenhaus gestanden hat, oder den von einer Enkelin liebevoll gestalteten Gips-Engel.

Alle Exemplare sind Leihgaben und kehren anschließend an ihre angestammten Plätze zurück, erklärt Lioba Mertens-Surmann, die sich bei dieser Gelegenheit an den Abendsegen erinnert, den ihr Vater oft mit ihr betete: „Abends, wenn ich schlafen geh‘, 14 Englein um mich steh‘n, zwei zu meiner Rechten, zwei zu meiner Linken, zwei zu meinen Füßen, zwei zu meinen Häupten, zwei die mich zudecken, zwei die mich morgens aufwecken, zwei die mich weisen, hinauf in die himmlischen Paradeisen“.

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