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Auszeichnung mit Bernhard-Kleinhans-Plakette

Jürgen Krass vom Förderverein Haus Siekmann: „Wir sind als gutes Team erfolgreich“

Sendenhorst

Sie haben vieles erreicht. Und das Ergebnis ist heute ein Stück städtischer Kulturgeschichte. Am Sonntag erhielten die Mitglieder des Fördervereins Haus Siekmann dafür die Bernhard-Kleinhans-Plakette, die Vorsitzender Jürgen Krass stellvertretend für das Team in Empfang nahm.

-hat-

Die Vereinsmitglieder des Fördervereins um Jürgen Krass mit Laudatorin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger Foto: Hartleb

„Wir sind erfolgreich, weil wir ein gutes Team sind.“ Mit diesen Worten bedankte sich Jürgen Krass als Vorsitzender des Fördervereins Haus Siekmann für die Ehrung mit der Bernhard-Kleinhans-Plakette durch den Verein „Woche der Brüderlichkeit“. Auch wenn die gleichnamige Veranstaltungsreihe im Rahmen des deutsch-jüdische Dialogs im Frühjahr dieses Jahres coronageschuldet ausfallen musste, auf die Verleihung der Plakette wollte man dennoch nicht verzichten, wie Gerd Wilpert in seiner Begrüßung als zweiter Vorsitzender hervorhob.

Wer wäre geeigneter gewesen, die Laudatio zu halten, als die gebürtige Albersloherin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Die LWL-Kulturdezernentin kennt nicht nur die Geschichte des Hauses Siekmann und des Fördervereins, der es mit Leben erfüllt, aus dem Effeff, sondern auch Jürgen Krass, der ihr Kunstlehrer war.

Nach 20 Monaten Pandemie tue es gut, sich wieder persönlich begegnen zu können, sagte Rüschoff-Parzinger. „Wir haben lernen müssen, dass Kultur nicht systemrelevant ist“, sagte sie weiter. Umso wichtiger sei es, beim kulturellen Neustart auch die Erinnerungskultur nicht aus den Augen zu verlieren. In diesem Zusammenhang lobte sie den Beschluss des Landschaftsausschusses, sich an der Neukonzeption der Gedenkstätte Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock mit zehn Millionen Euro zu beteiligen. In diesem Lager waren von 1941 bis 1945 über 300 000 überwiegend sowjetische Kriegsgefangene interniert, von denen 56 000 Menschen gestorben sind.

In der Kultur sei ehrenamtliches Engagement unverzichtbar, wandte sich die Kulturdezernentin direkt an den Verein und die Mitglieder. Der 1991 ausgesprochene Denkmalschutz habe verhindert, dass das spätere Haus Siekmann, dessen Ursprünge ins 14. Jahrhundert reichen, abgerissen worden ist. In diesem Kontext richtete Rüschoff-Parzinger einige kritische Worte an die Adresse des Landes, das im Begriff sei, das Denkmalschutzgesetz zu novellieren und die Bedeutung der Expertise der Fachleute beim LWL zu schwächen.

Dem Förderverein bescheinigte sie, eine wichtige kulturelle Arbeit zu leisten, die auch von anderen geschätzt werde. So gehörten die Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit (GWK) mit ihren Preisträgerkonzerten und das Münsterland-Festival zu den regelmäßigen Gästen. Das ehrenamtliche Engagement sei bereits 2001 mit dem Robert-Jungk-Preis ausgezeichnet worden.

Die von Basilius Kleinhans gestaltete Plakette nahmen Jürgen Krass und Martha Daldrup stellvertretend für den Förderverein entgegen. Zu der Plakette sagte Wilpert, dass es sich dabei um ein Fundstück aus der Werkstatt des Vaters handele, dass Basilius Kleinhans für den Zweck gestaltet habe. Krass kommentierte die Verleihung mit den Worten: „Es lohnt sich manchmal doch, als Pädagoge tätig geworden zu sein.“

Als Vorsitzender ließ es sich Prof. Herbert Ulonska, nicht nehmen, an die Anfänge des Vereins „Woche der Brüderlichkeit“, des Hauses Siekmann und des Fördervereins zu erinnern, die von vielen kritisch beäugt worden seien. Einige hätten ich sogar anfangs geweigert, ihr Fuß in das Haus zu setzen. Der gemeinsame Kampf habe sich ausgezahlt. „Das Experiment ist voll gelungen“, stellte Ulonska erfreut fest. Eingebettet war die Preisverleihung in ein Konzert der Gruppe Shoshana, was mit Lilie übersetzt wird.

Die musikalische Fröhlichkeit, die Leonid Norinky (Knopfakkordeon, Gesang), Ina Norinska (Gesang Percussion) und Larisa Faynberg (Violine) mit ihren jüdischen Liedern, Klezmer und Freylachs (Tanzmusik) verbreiteten, wirkte ansteckend, zumal Ina Norinska als Sängerin immer wieder in andere Rollen schlüpfte und das Publikum zum Mitmachen animierte. Mit dem bekannten Swing „Bei Mir Bustu Shein“ verabschiedete sich das sympathische Trio von seinen begeisterten Zuhörern.

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