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Sendenhorster Landwirte bringen einen „Funken Hoffnung“

Licht an in dunklen Zeiten

Albersloh

Was macht man in dunklen Zeiten? Genau: Licht an! Das dachten sich auch zahlreiche Landwirte in ganz Nordrhein-Westfalen, die mit weihnachtlich geschmückten und leuchtenden Traktoren durch die Straßen zogen. Auch durch Sendenhorst rollte ein Konvoi.

Von Christiane Husmann

Für die Kinder der Rheumastation des St.-Josef-Stifts hat Organisator Stephan Leifert Schokonikoläuse mitgebracht, die er Anna Pagenkemper überreicht. Foto: Foto: Christiane Husmann

Ein aufmunterndes Ereignis, das nicht nur bei den Kindern für Staunen und Begeisterung sorgen sollte. „Gleich ist ja ganz schön viel Action“, erklärt Stephan Leifert, warum er schon nachmittags am Josefs-Haus schellt, um Victoria Shvaibowizh Schokonikoläuse zu überreichen. Später werden sie von der Mitarbeiterin des Begleitenden Dienstes an die Bewohner weitergegeben, denen auch schon zu Ohren gekommen ist, dass in wenigen Stunden ein Treckerkonvoi vor dem Haus vorbeifährt. „Sie freuen sich über jede Aufmerksamkeit“, sagt Shvaibowizh. „Einige unserer Bewohner treffen sich vor den großen Scheiben der Appartements – sie haben kleine Gruppen gebildet“, sei der Plan, möglichst viel von dem leuchtenden Spektakel sehen zu können.

Stephan Leifert und Walter Niestert haben die Aktion für Sendenhorst und Albersloh mit weiteren Helfern auf die Beine gestellt. Ein großes Dankeschön schicken sie an Familie Schulze Tergeist, auf deren geräumigen Hof mit Einbruch der Dunkelheit nach und nach 30 Trecker rollen. Unter ihnen auch der von Familie Niestert. „Voriges Jahr habe ich mir den Konvoi von der Straße aus angeschaut – in diesem Jahr wollte ich mal die Perspektive wechseln“, erzählt Kerstin Niestert, die mit Tochter Jana neben Walter Niestert Platz genommen hat.

Auf dem Hof der Familie Schulze Tergeist bietet sich trotz des Regens ein imposantes Bild. Foto: Foto: Christiane Husmann

„Die Aktion ist letztes Mal richtig gut angekommen“, erzählt Letztgenannter von der Motivation, trotz einsetzenden Regens durch die Straßen von Sendenhorst und Albersloh zu fahren. Davon kann auch Stephan Leifert berichten: „Einige Leute haben uns hinterher gerührt angerufen und sich für die Aktion bedankt“, erinnert sich der Sendenhorster, bevor er mit der Polizei abstimmt, welche Wege gefahren werden sollen. „Da muss schon einiges organisiert werden“, weiß Leifert. Über ein Headset mit einigen anderen Treckerlenkern verbunden, gibt er das Zeichen zur Abfahrt.

Coronabedingt nicht angekündigt

Auch wenn die Aktion coronabedingt nicht angekündigt werden durfte, haben zumindest die Senioreneinrichtungen und die Kinder-Rheumastation des St.-Josef-Stifts Info bekommen. Mit Masken, frischem Test und Schwester Anna Pagenkemper haben sich einige junge Patienten am Krankenhauseingang aufgestellt, um zu schauen. Unter ihnen der 12-jährige Nico. „Das ist richtig cool“, findet er. Weil er vom Land kommt, hat er schon viele Trecker gesehen – aber weihnachtlich beleuchtet noch nicht.

Im geschmückten Trecker haben es sich Kerstin, Walter und Jana Niestert gemütlich gemacht. Foto: Foto: Christiane Husmann

Vorneweg blinkt Blaulicht. Dann kommen die bunt leuchtenden Trecker mit etwa sechs Stundenkilometern vorbeigerollt. Ein imposanter Anblick, der nicht nur die Kinder zum Staunen bringt. Aus eigens auf einen Trecker montierten Lautsprecherboxen erschallt stimmungsvolle Musik: „Last Christmas, I Gave You My Heart“ macht George Michael unmissverständlich deutlich, dass Weihnachten vor der Tür steht. Als süßes Indiz dafür stehen auch die Schokonikoläuse, die Stephan Leifert Anna Pagenkemper für die jungen Patienten in die Hand drückt.

Organisator Stephan Leifert

Einige Schaulustige haben doch noch Wind von der Aktion bekommen und sich mit Schirmen bestückt an die Straßen gestellt. Die meisten verfolgen den Konvoi allerdings aus Hauseingängen und hinter Wohnzimmerscheiben. „Vielleicht ist die Lage im nächsten Jahr deutlich entspannter, und vielleicht dürfen wir den Leuten dann vorher Bescheid geben“, versprüht Stephan Leifert schon heute einen Funken Hoffnung.

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