1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sendenhorst
  6. >
  7. Meine Meinung – deine Meinung

  8. >

Generationen tauschen sich im Sozialzentrum aus

Meine Meinung – deine Meinung

Albersloh

Einen ganzen Tag über „Freiheit und Politik“ unterhalten? Dazu hatten die Teilnehmer einer Gesprächsrunde mit Dr. Thomas Polednischek die Gelegenheit.

-cri-

Das Sozialzentrum „Fels“ bot Raum für eine anregende Gesprächsrunde zum Thema „Freiheit und Politik“ (kleines Bild). Währenddessen kümmerte sich Dr. Ziat Al Hilal um das leibliche Wohl der Gäste. Foto: Christiane Husmann

Bennet Müller studiert Soziologie. „Ich habe mich vorher noch nicht mit Hannah Arendt beschäftigt“, sagt der 20-Jährige und ordnet ein: „Ich sehe diese Veranstaltung als Brücke zwischen Politikwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft.“ Und auch wenn das Thema „Freiheit und Politik“, mit dem sich die Gesprächsrunde an diesem Tag intensiv auseinandersetzt, ziemlich komplex sei, sagt Bennet: „Es ist aber auch sehr interessant.“

Hannah Arendt inspirierte

Wie kommt man zu der Idee, sich einen ganzen Tag über „Freiheit und Politik“ zu unterhalten? Ein Aufsatz, der zu den wichtigsten Arbeiten der Philosophin Hannah Arendt zählt, inspirierte die Veranstalter zu der Gesprächsrunde, die von Dr. Thomas Polednischek geleitet werden sollte. „Eigentlich wissen wir wenig voneinander“, findet Christiane Sommer, die zu den Initiatoren der Veranstaltung gehört und mit „wir“ die verschiedenen Generationen meint. Zu einem ersten Austausch habe man sich vor den Bundestagswahlen getroffen. „Es war interessant, mehr voneinander zu erfahren“, findet die Albersloherin, die damit insbesondere die junge Generation meint. So sei die Idee entstanden, sich über verschiedene politische Themen zu nähern und sich besser verstehen und austauschen zu können.

Gemeinschaftliches politisches Handeln

„Für sie war das gemeinschaftliche politische Handeln von Bedeutung“, sagte Dr. Thomas Polednischek über Hannah Arendt und lobte im gleichen Zug das Wirken des Sozialzentrums „Fels“: „Das, wofür sie steht, wird hier praktiziert – eigentlich müsste es Hannah-Arendt-Haus heißen.“ Die Bereitschaft, mit Menschen zu sprechen, „die mir widersprechen und nicht nur bestätigen, was sie selbst glauben“, sei Boden für lebendige und konstruktive Diskussionen. „Sich auseinandersetzen mit dem, was andere anders denken, das ist Mut“, erklärte Polednischek weiter. „Hier wird sehr schätzens- und bemerkenswerte Arbeit geleistet“, befand der Albersloher, der sich selbst als „Philosophischer Praktiker“ bezeichnet. „Man könnte sagen, das ist jemand, der den Nektar der philosophischen Tradition in Honig für seine Gäste verwandelt“, beschrieb er sein Wirken.

„Hannah Arendt hätte an dieser Gesprächs- und Diskussionsrunde sicherlich ihre Freude gehabt“, glaubten die SZler, die sich, genau wie ihre Gäste, die Freiheit genommen hatten, den ganzen Tag mit den Ideen der Denkerin auseinanderzusetzen. Anders als Dr. Ziat Al Hilal, der in der Küche seinen Beitrag zur „Freiheit der anderen“ beitrug: mit türkischer Linsensuppe „Mercimek“.

Startseite