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Putzen und Reinigen: ein Vollzeitjob

Nach dem Bau ist vor dem Bau

Sendenhorst

Wo viel gebaut wird, gibt’s viel Dreck. Das gilt auch für das St.-Josef-Stift, in dem die Hürden für Sauberkeit und Hygiene nochmal ein Stück höher sind als woanders. Diese trotzdem immer wieder souverän zu nehmen, ist Aufgabe der der Mitarbeiterinnen des hauseigenen Reinigungsdienstes.

Bettina Goczol

Im Krankenhaus ist auch der Reinigungsdienst rund um die Uhr im Einsatz. Dazu gehört auch die Reinigung und Desinfektion der Wände. Foto: Bettina Goczol

Würde Sisyphos in der heutigen Zeit leben, würde er vielleicht im Team von Stefanie Korte arbeiten. Denn genau wie in der griechischen Mythologie, wo Sisyphos einen schweren Felsblock den Berg hochwälzt und dieser ihm kurz vor dem Gipfel wieder ins Tal rollt, so geht es manchmal auch den Mitarbeiterinnen von „Perfekt-Dienstleistungen“, dem hauseigenen Reinigungsdienst im St.-Josef-Stift, der sich unter anderem um die Schlussreinigung bei Neu- und Umbauten kümmert.

So wie zum Beispiel jetzt bei der Inbetriebnahme der neuen Stationsbereiche B4 und B5. Immer, wenn sie so gut wie fertig sind mit ihrer Arbeit, kommt erneut ein Handwerker – und es beginnt von vorn. Nach der Reinigung ist vor der Reinigung. Und die bauliche Fertigstellung der nächsten Station steht bereits vor der Tür.

Die Reinigung der Decken und Wände gehört dazu. Foto: Bettina Goczol

„Es gehört zu unserer Arbeit, dass man sich immer wieder motiviert. Und wenn es sein muss, auch ein viertes oder fünftes Mal denselben Bereich reinigt, bevor endgültig alles fertig ist.“

Stefanie Korte, die die Sonderreinigungen managt, verliert dabei niemals den Humor. Denn Reinigung, das ist ihre Passion. „Es ist immer wieder eine schöne Aufgabe, wenn man ganz neue Räume und neues Inventar putzen kann.“ Direkt nach der Bauzeit sehe man das Ergebnis der eigenen Arbeit besonders gut, wenn man die dicken Staubschichten von den Oberflächen entfernt.

Dabei ist die Endreinigung der Baubereiche im Krankenhaus eine ganz sensible Angelegenheit. „Wir säubern nicht nur alles, sondern müssen auch alles desinfizieren, sogar die Decken und Wände. Das dient der Patientensicherheit und wird von den Hygienefachkräften mit einem Abklatschtest überprüft“, erklärt Stefanie Korte. Und: „Wir haben Mitarbeiterinnen, die mitdenken und auf die man sich hundertprozentig verlassen kann.“

Denn letztlich sind die Reinigungskräfte diejenigen, die in jeden Winkel kommen und dabei noch so manchen Kratzer oder eine schlecht schließende Tür entdecken oder sehen, wo der Versiegler eine Silikonfuge vergessen hat. Die Hinweise der „Perfekt“-Mitarbeiterinnen helfen, dass solche kleineren Mängel noch rechtzeitig vor der endgültigen Inbetriebnahme nachgearbeitet werden können.

Die Absprache und Information über die Handwerksarbeiten sind bei der Planung der Reinigungseinsätze besonders wichtig. Nicht immer werde ein Termin eingehalten oder es kommen kurzfristige Arbeiten hinzu, die die Reinigung wieder zunichte machen. Da reicht manchmal schon ein unbedachter Tritt in eine Wasserlache, der mit schmutzigen Schuhen einmal über die ganze Flurlänge verteilt werde. Flexibilität bei den Einsätzen der Mitarbeiterinnen ist somit oberstes Gebot. Stefanie Korte: „Da heißt es, Nerven zu behalten und Ruhe zu bewahren. Miteinander zu reden, das hilft immer, und damit kommen alle Seiten gut klar.“

Neben der Reinigung und Desinfektion übernehmen die Mitarbeiterinnen von „Perfekt“ auch weitere Aufgaben, stellen die neuen Betten in die Zimmer, füllen die Seifen- und Desinfektionsmittelspender, hängen Bügel in die Schränke und sorgen in den Arztzimmern für eine Erstausstattung der Schreibtische. „Wir sind immer bis zur letzten Minute da. Am Tag der Inbetriebnahme geht vorne die Eingangstür auf. Und hinten sieht man noch den wehenden Kittel der letzten Mitarbeiterin“, sagt Stefanie Korte.

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