A-cappella-Konzert mit „baff!“

Plädoyer für mehr Gemeinsamkeit

Sendenhorst

Das Wetter hat am Samstag nicht so richtig mitgespielt. Deshalb konnte von den drei geplanten Konzerten im Muko-Garten nur eines stattfinden. Das aber genossen die Zuhörer in vollen Zügen. Für die vier Mitglieder der Band „baff!“ war es der erste Auftritt seit Langem.

Von Angelika Knöpkerund

Florentine Faber, Jonathan Mummert, Cilly Ketelsen und Maximilian Kleinert (v.r.) standen am Samstag nach mehr als einem Jahr wieder vor Publikum auf einer Bühne. Foto: Foto: Angelika Knöpker

„Endlich angekommen, endlich geht es weiter, endlich ist es nicht vorbei, endlich gibt es ein neues Ziel.“ Diese Textpassage aus ihrem neuen Album „bei Zeiten“ spiegelte am Samstag nicht nur die Stimmung der A-cappella-Gruppe „baff!“ wider, sondern auch die des Publikums. Eineinhalb Jahre nach dem letzten öffentlichen Auftritt durften die vier Sängerinnen und Sänger im Garten der freien Musikschule Muko ihr Können zeigen.

Witterungsbedingt mussten allerdings zwei der geplanten drei Veranstaltungen abgesagt werden. Ermöglicht hatte das Event Muko-Chef Matthias Greifenberg, der allen Organisatoren und Sponsoren für die Unterstützung dankte.

„Trotz anstrengender Vorarbeit haben wir uns gefreut, endlich wieder Kultur erleben zu dürfen“, sagte er unter dem Beifall der Zuhörerinnen und Zuhörer. Unbekannt ist die Band nicht, hatte sie doch beim vergangenen Sendenhorster A-cappella-Contest „Vocal Champs“ den zweiten Platz der Jury und sogar den Publikumspreis errungen.

Ausschließlich Eigenkompositionen

Was „baff!“ am Samstag präsentierte, das waren ausschließlich Eigenkompositionen, die im Lockdown entstanden sind. Dementsprechend reichte das Spektrum von sozialkritischen Texten wie „Palaver“ zum Thema Klimaschutz bis hin zur Verarbeitung ganz eigener Ängste und Nöte, die die Vokalkünstler aus Halle, Leipzig und Berlin in ihre Musik hatten einfließen lassen. So stellt sich Maximilian vor, auf dem Dach eines Berliner Hochhauses zu stehen. „Ich springe, ob ich fliege oder falle, ist mir jetzt in diesem Augenblick egal“ – ein Text, der unter die Haut geht. Aber immer wieder ist da auch ein Funken Hoffnung, dass es weitergeht: „Das Warten auf die Flut treibt das Wasser an den Strand. Irgendwer hat mal gesagt, dass das Warten sich lohnt.“

Die Texte sind auch ein Plädoyer für mehr Gemeinsamkeit statt Einsamkeit, die Aufforderung, das Leben selbst in die Hand zu nehmen, einen Weg zu suchen und das Ziel konsequent zu verfolgen. Musikalisch auf hohem Niveau, setzten Cilly Ketelsen, Florentine Faber, Jonathan Mummert und Maximilian Kleinert mit ihrem Gesang Höhepunkte. Ganz ohne Instrumente, aber mit ausdrucksstarken Stimmen und Geräuschen begeisterten sie das Publikum. Die bunte Mischung aus verschiedenen Genres, groovenden Bässen und klaren Tönen, Balladen und swingendem Jazz kam an. Mit einem Lächeln im Gesicht und lang anhaltendem Beifall verabschiedeten sich die begeisterten Musikfreunde von den Vokalkünstlern.

„baff!“ freut sich auf die nächsten Auftritte Ende Juni und Anfang Juli in Lübeck und Konstanz.

Spontaner Deal

In unerwarteten Kunstgenuss kamen am Freitagabend die Besucher des Hotel-Restaurants Waldmutter. Matthias Greifenberg hatte die vier Sänger im Vorfeld des Konzerts zum Essen eingeladen. Als Inhaberin Claudia Kogge erfuhr, welch prominenten Gäste sie begrüßt hatte, bot sie der Band einen Deal an: Für zwei bis drei Songs erhielten sie ihr Essen gratis. Dieses Angebot nahmen die jungen Leute gerne an und begeisterten mit ihrem spontanen Vortrag die Gäste.

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