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St.-Elisabeth-Stift Sendenhorst nimmt am Pilotprojekt „SeLeP“ teil

Selbstbestimmung und Würde

Sendenhorst

Wie steht es um den Umgang mit Würde und Selbstbestimmung in einem Altenheim? Das St.-Elisabeth-Stift nahm mit drei weiteren Einrichtungen aus ganz Deutschland an einem Pilotprojekt teil, das die Perspektiven von Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden mit einbezog.

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Das St.-Elisabeth-Stift war eine von vier Einrichtungen, die am Pilotprojekt zum Thema Selbstbestimmung und Würde im Pflegeheim teilnahmen. In Interviews und Workshops wirkten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende, Bewohner sowie Angehörige mit. Foto: St.-Elisabeth-Stift

Der Umzug in eine stationäre Altenhilfeeinrichtung ist ein einschneidendes Ereignis im Leben, wenn Menschen pflegebedürftig werden. Ein oft negativ geprägtes Bild von stationärer Altenpflege und der Verlust der Selbstständigkeit bereiten den alten Menschen Sorge. Doch wie steht es wirklich um den Umgang mit Würde und Selbstbestimmung in einem Altenheim? Das St.-Elisabeth-Stift nahm mit drei weiteren Einrichtungen aus ganz Deutschland an einem Pilotprojekt teil, das die Perspektiven von Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden mit einbezog.

Zum Start Beteiligte befragt

Im ersten Schritt haben wissenschaftliche Mitarbeitende der Universität Augsburg im St.-Elisabeth-Stift und den anderen Piloteinrichtungen Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende zu Themen rund um Selbstbestimmung und Würde interviewt, heißt es in einem Bericht des Stifts über das Projekt. Auch Konzepte zum Umgang mit ethischen Fragestellungen und Fallgesprächen wurden dabei in die Untersuchung einbezogen. Mit Förderung vom Bundesgesundheitsministerium entwickelte die Universität Augsburg gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg aus diesen Ergebnissen eine Schulung für ein „Selbstbestimmtes Leben im Pflegeheim“ (SeLeP). Das Besondere: Die Themen Selbstbestimmung und Würde sind nicht nur aus der Perspektive der hauptamtlich Mitarbeitenden bearbeitet worden, sondern auch Bewohnerinnen, Bewohner, Angehörige und ehrenamtlich Mitarbeitende nahmen an der Fortbildung teil.

Als Fortbildungsbegleiterin erhielten alle 30 Personen die sogenannte „Care-Ina“, ein interaktives Lernheft mit unterschiedlichen Themenfeldern wie beispielsweise Würde und Würdeverletzungen, Selbstbestimmung, Regeln und Routinen, Macht und moralischer Stress.

Anhand von Texten, Podcasts, kurzen Erklärungsfilmen und zahlreichen Fallbeispielen bearbeiteten Zweier- oder Dreiergruppen über elf Wochen die verschiedenen Themen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Lerngruppen immer gemischt waren, damit die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema zur Geltung kamen.

Workshops eröffnen neue Perspektiven

Eingerahmt wurde diese Lernphase von drei durch die Uni Freiburg moderierten Workshops im Spithöver-Forum, bei denen der Austausch über die Lernerfahrungen im Mittelpunkt stand. Im Abschluss-Workshop wurden konkrete Verbesserungsideen zu noch mehr Selbstbestimmung und würdevollem Umgang entwickelt, die in die Praxis umgesetzt werden sollen, wird weiter berichtet.

Übereinstimmend wurde während der Zusammenkünfte von allen beteiligten Gruppen bestätigt, dass das Maß der Selbstbestimmung im St.-Elisabeth-Stift sehr groß und der Umgang miteinander von Würde und Respekt geprägt sei.

„Während der Projektphase wurde im Haus viel über Selbstbestimmung und Würde geredet, und manche Situationen habe ich mit ganz anderen Augen gesehen“, äußerte Wohnbereichsleiter Alexander Everkamp. „Insgesamt herrscht ein würdevoller Umgang im Haus mit Bewohnern und uns Ehrenamtlichen“, so die Erfahrungen von Hedwig Fögeling. „Zwischendurch rufe ich mal an und frage, wie es meiner Mutter aktuell geht. Aber ich habe hier gelernt, dass ich das besser nach der Morgenpflege mache, damit ich die Mitarbeiter nicht in ihrer Arbeit störe“, erklärte Ute Everke aus der Angehörigenperspektive.

Hausleitung Markus Giesbers zog ein positives Fazit am Ende des letzten Workshops: „Das Nachdenken über die Themen Würde und Selbstbestimmung hat alle im Haus sensibilisiert. Wir sind schon immer sehr respektvoll miteinander umgegangen, aber gerade in der Einzugsphase können wir noch achtsamer werden. Alle, die im Elisabeth-Stift leben, arbeiten oder zu Besuch kommen, bemühen sich, die institutionellen Vorgaben so gering wie möglich zu halten und damit ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und freier Entscheidung zu gewährleisten. Das macht den besonderen Geist im Haus aus.“

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