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Kunstwerk am Westtor

Sympathische Geste bleibt erhalten

Sendenhorst

Drei Blickwinkel, drei verschiedene Bilder. Und eine spezielle Geschichte, die sich dahinter verbirgt: Das Kunstwerk, das seit einiger Zeit kurz hinter dem Sendenhorster Ortseingang am Westtor steht, ist aus mehreren Gründen etwas Besonderes.

Von Nicole Evering

Waren an Idee und Umsetzung beteiligt (v.l.): Bernd Wegmann, Bürgermeisterin Katrin Reuscher, Sabrina Pohlkamp, Jürgen Krass, Claus Fronholt, Jochen Reineke (Dünnewald Stahlhandel), Birgit Ottjes und Roland Klein (beide Sparkasse Münsterland Ost). Foto: Nicole Evering

Er war irgendwie ein Sendenhorster Original, der ältere Herr, der immer an der Straße, am alten Kesselhaus gesessen und die Autofahrer mit erhobenen Daumen begrüßt hat. „Diese Geste gehörte einfach zu Sendenhorst“, so Bürgermeisterin Katrin Reuscher. Zu Beginn des vergangenen Jahres sei der Mann gestorben, berichtete Jürgen Krass. Drei Bürger – Bernd Wegmann, Sabrina Pohlkamp und Claus Fronholt – seien dann auf ihn zugekommen mit der Idee, eben diese sympathische Geste in einer Installation festzuhalten. „Es sollte kein Denkmal werden und auch kein spektakuläres Kunstwerk“, erklärte der Künstler. Vielmehr sollte das Ritual auf amüsante Weise aufgegriffen werden.

Entstanden ist ein Bild, das erst in der Bewegung, also beim Vorbeifahren oder -gehen, seinen vollen Sinn entfaltet. Mal entspannt sitzend, mal winkend und mal mit erhobenen Daumen ist der Mann zu sehen. „Ein freundlicher zwischenmenschlicher Gruß – das ist das richtige Signal in diesen Zeiten“, meinte Roland Klein, Vorstandsmitglied der Sparkasse Münsterland Ost, der am Donnerstag ebenfalls zum offiziellen Einweihungstermin gekommen war. „Denn wie immer brauchte es auch Leute, die das bezahlen“, hatte Krass zuvor schmunzelnd angemerkt. Da habe dann Claus Fronholt, ehemaliger Sparkassen-Filialleiter in Sendenhorst, seine alten Kontakte spielen lassen. Das Material hat die Firma Dünnewald Stahlhandel kostenfrei zur Verfügung gestellt, in die Realität umgesetzt wurde Krass‘ Skizze vom Atelier Sternberg aus Albersloh. Und die Stadt steuerte noch das Grundstück zwischen Elisabeth-Stift und Wohnmobilparkplatz bei.

Spontane Idee eines Autokorsos

Seine erste lapidare Idee, als er vom Tod des Mannes erfahren habe, sei eigentlich ein Autokorso gewesen, erinnerte Bernd Wegmann. „Ich habe das dann gepostet, und das hat so hohe Wellen geschlagen – halb Sendenhorst saß bestimmt schon im Wagen“, erzählte er lachend. Das sei dann aber am Schneechaos gescheitert, das zu eben jener Zeit herrschte. Am Ende ist aus dieser spontanen Idee heraus ein bleibendes Kunstwerk entstanden – hinter dem eine ganz besondere, menschliche Geschichte steckt.

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