1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sendenhorst
  6. >
  7. Viel Für und Wider zur WLE

  8. >

Info-Veranstaltung in Albersloh

Viel Für und Wider zur WLE

Albersloh

Das Interesse an der vom CDU-Stadtverband Sendenhorst/Albersloh initiierten Informationsveranstaltung zur möglichen Reaktivierung der WLE war groß. Es gab viele Fragen, Anregungen und Kritiken, die den Bürgern zum Thema unter den Nägeln brannten.

Christiane Husmann

Mit Fragen, Anregungen und auch Kritik beteiligten sich viele Besucher an der vom CDU-Stadtverband initiierten Informationsveranstaltung zur möglichen Reaktivierung der WLE. Foto: Christiane Husmann

Das Interesse an der vom CDU-Stadtverband Sendenhorst/Albersloh initiierten Informationsveranstaltung zur möglichen Reaktivierung der WLE war groß. So groß, dass längst nicht jeder Besucher, der sich am Montagabend auf den Weg zu Geschermann gemacht hatte, im vollen Saal einen Sitzplatz fand. Doch das schien angesichts der Fragen, Anregungen und Kritiken, die den Bürgern zum Thema unter den Nägeln brennen, nebensächlich.

Zur Begrüßung machte Stefan Knoll als Stadtverbandsvorsitzender der CDU die Position seiner Partei klar: „Eines unserer vorrangigen Ziele ist die Stärkung und Förderung unserer eigenen Wirtschaft vor Ort.“ Dazu gehöre die Gestaltung liebens- und lebenswerter Ortsteile für Jung und Alt, die heute an breit gefächerten Angeboten gemessen würden. „Daher brauchen wir eine gute Verkehrsanbindung nach Münster, um Münsters Vorzüge für unseren Wohnstandort zu nutzen“, sprach sich der Politiker für eine Reaktivierung der WLE aus. Bürgermeister Berthold Streffing machte deutlich: „Unser Ziel ist es, den Bürgern ein möglichst gutes Verkehrsnetz zu bieten.“

Gleichzeitig dürfe man aber nicht die Augen vor möglichen Nachteilen für die Landwirtschaft und manche Anwohner verschließen. „Es gibt eine Fülle von Fragen, denen wir uns stellen müssen“, räumte der Bürgermeister ein. Landtagsabgeordneter Henning Rehbaum, der die Veranstaltung moderierte, machte deutlich: „Meinungen, Anregungen und Kritik sind ausgesprochen erwünscht.“

Bevor sich Michael Geu­ckler, Johann Ubben, Heinrich Möller und Carsten Rehers als Experten aus den Bereichen Bahn, Bus und Kreisverwaltung den Fragen aus der Versammlung stellten, fassten sie den Planungsstand zur Reaktivierung der WLE zusammen. So wurde etwa zum Infrastrukturausbau vorgetragen, dass nach Erstellung eines neuen Oberbaus vier Haltepunkte und drei Bahnhöfe barrierefrei gebaut werden sollen.

Von aktuell 52 Bahnübergängen sollen 29 für anderen Verkehr verschlossen werden. Das bedinge den Bau sogenannter bahnparalleler Seitenwege mit einer Länge von insgesamt etwa 3627 Meter in Sendenhorst und Albersloh.

Zum Thema Schall- und Erschütterungsschutz verwiesen die Experten auf ein in Auftrag gegebenes Gutachten, das feststellen soll, wo passiver und/oder aktiver Schallschutz erforderlich wird. Zum Thema Busverkehr machte Heinrich Möller von der RVM deutlich, dass bei einer Reaktivierung der WLE die Linie R32 wegfalle. Alternativ solle eine Taxibuslinie bedarfsorientiert eingesetzt werden.

Auf die Frage: „Wann kommt die WLE?“ antwortete Johann Ubben als Bereichsleiter der WLE: „Der frühestmögliche Baubeginn ist 2020. Das ist die seriöseste Antwort, die ich Ihnen dazu geben kann.“ Nach der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens 2017, bei dem im Übrigen für jeden Bürger die Möglichkeit bestehe, die Unterlagen einzusehen, und sich mit Wünschen, Bedenken oder Anregungen einzubringen, folge der Planfeststellungsbeschluss, bei dem auch noch Rechtsmittel eingelegt werden könnten.

Die Kosten für die Reaktivierung, an der sich die Kommune beteiligen muss, werden aktuell auf 40 Millionen Euro beziffert, verdeutlichten die Fachleute.

Im Anschluss stellten sich die Referenten den Fragen der Besucher, die zum Planverfahren zur Reaktivierung der WLE ganz unterschiedliche Meinungen hatten. „Ich finde die Planung unglücklich“, monierte beispielsweise ein Anwesender, der als Betroffener nicht über die aktuelle Festlegung der zu schließenden Bahnübergänge informiert worden sei. Die Antwort, dass sich das gesamte Planänderungsverfahren zwecks Optimierung ständig verändere, stellte da nur halbwegs zufrieden.

Wieder andere unterstrichen die Chancen, die die Reaktivierung der WLE für die Standorte Sendenhorst und Albersloh mit sich brächten.

Bezüglich des Flächenverbrauchs, der sich nicht nur durch den Bau von bahnparallelen Seitenwegen, sondern auch durch Umgehungsstraßen und Radwegen ergäbe, äußerte sich Dr. Matthias Quas vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband besorgt: „Es wird Fläche verbraucht, die ist unwiderruflich weg.“

Auch andere Stimmen wurden laut: „Erst hieß es: die Busse fallen nicht weg – vier Wochen später heißt es: die kommen weg.“ Fragen zu Schrankenschließzeiten, Lärmschutz, zu erwartenden Kosten und vielem mehr brannten den Besuchern unter den Nägeln und wurden von den Referenten weitestgehend beantwortet.

Startseite