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Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Warendorf

Sorgen wegen Ampel-Koalition

Kreis Warendorf

Die Kreisjägerschaft Warendorf e.V. umfasst mehr als 2400 Mitglieder aus allen Berufsgruppen. Auf der Jahreshauptversammlung ging es jetzt in Everswinkel um aktuelle Dinge aus der täglichen Arbeit, um die Bundestagswahl und um Personalien.

Von Dorit Reimann

Die Ausstellung „Niederwildhege“ in der Festhalle lockte viele Besucher auch aus benachbarten Kreisjägerschaften an. Im Vorfeld der Generalversammlung wurden in der Festhalle tierschutzkonforme Fallen, Gewehre und Drohnen zur Rehkitzrettung gezeigt. Foto: Dorit Reimann

Wenn auch der Veranstaltungsort, die Festhalle Everswinkel, derselbe geblieben ist, sorgten doch einige organisatorische und personelle Veränderungen für frischen Wind bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft (KJS).

Endlich wieder eine echte Hauptversammlung in analog

Die Freude darüber, nach zwei Jahren Pause endlich wieder eine Hauptversammlung durchführen zu können, stand sämtlichen Verantwortlichen der Kreisjägerschaft ins Gesicht geschrieben. Aber auch die Besucher machten rege von der Möglichkeit Gebrauch, sich bei der Ausstellung „Niederwildhege“, die Markus Degener organisiert hatte, zu informieren und auszutauschen.

Vorsitzender Josef Roxel jedenfalls konnte eine stattliche Zahl von Besuchern willkommen heißen, darunter auch zahlreiche Ehrengäste, angefangen von dem Ehrenvorsitzenden Heinz Heselmann über Bürgermeister Stefan Seidel bis hin zu Landrat Dr. Olaf Gericke. Darüber hinaus waren auch Vertreter der Waldbauern, des landwirtschaftlichen Kreisverbands und der Kreisfischerei zugegen.

Everswinkels Bürgermeister Stefan Seidel attestierte den Jägern in seinem Grußwort Vernunft, Tatkraft und Zusammenhalt. Seidel lobte die jüngste Plakataktion der Jäger zum Schutz des Wildes, er hob auch das W-Land-Projekt als gutes Beispiel der Zusammenarbeit vieler Interessenvereinigungen hervor.

In dasselbe Horn stieß Landrat Dr. Olaf Gericke. Für ihn ist das „W-Land“-Projekt, kurz für Landnutzer arbeiten, für Naturschutzzwecke und Biodiversität, ein Sinnbild der guten Zusammenarbeit von Naturschützern, Landwirten und Jägern. „Es ist klasse, wie hier die unterschiedlichen Interessen aller Beteiligten unter einen Hut gebracht wurden“, begeisterte sich der Landrat. Besorgt zeigte er sich wegen der sich andeutenden Ampel-Koalition und den daraus drohenden Konsequenzen. Wie er sagte, sei es wichtig, dass die Menschen im ländlichen Raum, ihre Interessen formulierten und mit einer Stimme vertreten. „Wir sind dabei auf jeden Fall auf Ihrer Seite“, sicherte der Landrat der Kreisjägerschaft die Unterstützung des Kreises zu. Josef Roxel bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. „Diese funktioniert sehr harmonisch. Wir finden stets schnell gemeinsame Lösungen“, sagte Roxel.

Petra Bauernfeind-Beckman schlägt Bresche für Tradition und Brauchtum

Als neue Vorsitzende des Niederwildausschusses und Präsidiumsmitglied im Landesjagdverband, stellte sich Petra Bauernfeind-Beckmann der Versammlung vor. Als Jägerin, Pächterin eines Niederwildreviers, Hundeführerin und aktive Jagdhornbläserin schlägt sie eine Bresche für Tradition und das jagdliche Brauchtum. „Ohne diese sind Jagdtage seelenlos“, erklärte sie. Sie machte sich stark für eine nachhaltige Jagd, für Biotopverbesserung und für Wildschutz mittels konsequenter Raubwildbejagung. Auch Bauernfeind-Beckmann sieht eine Ampel-Koalition ebenfalls kritisch, befürchtet mit einer solchen weitere Einschränkungen für Jäger, die Jagd und den ländlichen Raum. Deshalb appellierte auch sie an die Anwesenden, Zusammenhalt zu demonstrieren. „Nie war es wichtiger als jetzt, einen starken Verband zu haben“, so Bauernfeind-Beckmann.

Nach seinem Jahresbericht, in dem Josef Roxel auf Veranstaltungen einging, die trotz Corona hatten stattfinden können, folgte der Kassenbericht von Elmar Nordhus-Westarp, der von einer soliden Finanzlage kündete. Es war der letzte Kassenbericht des Schatzmeisters, der sein Amt nach 28 Jahren aufgab. Verabschieden musste sich die Kreisjägerschaft auch von ihrer langjährigen Büroleiterin Margret Cremann, die in den Ruhestand trat. Ihre Aufgaben werden von Claudia Böckenhüser, langjährige Obfrau für Jägerinnen, übernommen. Bei den Vorstandswahlen wurde Andreas Oenkhaus ohne Gegenstimme als neuer Schatzmeister und Nachfolger Nordhus-Westarps gewählt. Dieser Vertrauensvorschuss wurde auch Naturschutzobmann Markus Degener zuteil, der seinen Beisitzerposten freimachte für Dr. Antje Heberling. Degener wurde von der Versammlung ohne Gegenstimme zum zweiten Vorsitzenden gewählt.

Seine Vorgängerin Gabi Mackenberg hat sich nach acht Jahren engagierter Vorstandsarbeit nicht mehr zur Wahl gestellt. Auch Martin Sievers, der zwölf Jahre lang die Geschicke der Kreisjägerschaft als Geschäftsführer gestaltet hatte, kehrt seinem Amt den Rücken. Er bleibt der Kreisjägerschaft jedoch als Obmann für die Rollende Waldschule erhalten.

Josef Roxel bleibt Vorsitzender

Ohne Gegenstimme wiedergewählt wurde auch der Vorsitzende Josef Roxel sowie Richard Hoberg als zweiter stellvertretender Vorsitzender. Der Ehrenvorsitzende Heinz Heselmann bedankte sich bei allen Amtsträgern. „Die Führung der Kreisjägerschaft hat einen fantastischen Job gemacht“, so Heselmann.

Den Abend beschloss ein Vortrag von Projektleiter Felix Homann. Der Berufsjäger gab Einblick in den derzeitigen Stand des „W-Land“-Projekts, das immer mehr Anhänger findet. Zudem stellte Dr. Antje Heberling, mit „Grünes Herz – entdecke mit uns die Natur“ das neueste Projekt der KJS Warendorf vor. Es zielt darauf ab, Kinder mittels altersgerechter Literatur an die Natur heranzuführen und sie für den Wald und die heimischen Wildtiere zu begeistern. Im Rahmen des Projekts, das von den LVM-Agenturen gesponsort wird, sollen sämtliche Kitas des Kreises mit entsprechenden Büchergaben zur Umweltbildung ausgestattet werden.

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