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Demonstration und Kundgebung vor dem Rathaus

1200 für Frieden auf der Straße

Telgte

Nach Schätzungen der Organisatoren kamen am Montagabend rund 1200 Telgter zu einer Friedensdemonstration zusammen. Vor dem Rathaus sprach unter anderem Bürgermeister Wolfgang Pieper.

Von A. Große Hüttmann

Nach Schätzungen der Organisatoren kamen am Montagabend rund 1200 Telgter zu einer Friedensdemonstration zusammen. Vor dem Rathaus sprach unter anderem Bürgermeister Wolfgang Pieper. Foto: Andreas Große Hüttmann

„Stoppt den Krieg“ und „Frieden überall“: Diese Sätze, die einige Kinder während des Umzugs immer wieder riefen, zogen sich wie ein roter Faden durch die Friedensdemonstration am Montagabend.

Dass der Krieg in der Ukraine viele Menschen auf die Straße bringt, wurde auch in der Emsstadt deutlich. Nach Schätzungen der Organisatoren, ein Bündnis verschiedener Vereine und Verbände, der Kirchen und der Politik hatte die Veranstaltung organisiert, nahmen rund 1200 Menschen daran teil. Die Teilnehmer trafen sich zuerst auf dem Markt, um dann über die Steinstraße und das Baßfeld zum Rathaus zu ziehen, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Zahlreiche Plakate und Transparente waren zu sehen, zudem viele Kerzen und vor allem die ukrainischen Nationalfarben blau und gelb.

Bürgermeister Wolfgang Pieper verurteilte den Angriffskrieg aufs Schärfste. Er zeigte sich begeistert von der Anteilnahme der Telgter und betonte, dass es vor Ort mittlerweile eine Welle der Solidarität gebe. Das zeige nicht nur die Demonstration, sondern seit dem Wochenende würden die Verwaltung zahlreiche Hilfsangebote erreichen, etwa Wohnraumzusagen für Flüchtlinge.

„Der 24. Februar 2022 ist einer der dunkelsten und düstersten Tage in der Geschichte Europas und der Welt des neuen Jahrtausends“, sagte Dr. Irina Krasnova, Vorsitzende des Fördervereins Stupino-Telgte. Sie erinnerte daran, dass der Verein Anfang der 90er Jahre gegründet worden sei, als Hoffnung auf Weltfrieden aufkeimte und der Eiserne Vorhang fiel – kurz, als zwischen Deutschland und Russland viele Zeichen der Völkerverständigung triumphiert hätten. Sie unterstrich, dass die Bevölkerung Russlands nicht mit einem „randalierenden Tyrannen und seinen Anhängern“ gleichgesetzt werden dürfe.

Sie betonte auch, dass, so bitter es sei, unter den gegenwärtigen Umständen die Arbeit des Fördervereins nicht fortgeführt werden könne. „Zuerst muss der Krieg enden.“ Sie zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Brücke der Völkerverständigung, die aktuell niedergerissen worden sei, wieder aufgebaut werden könne.

Als Vertreter der Kirchengemeinden sprachen Pfarrerin Sabine Elbert und Pastoralreferent David Krebes. Beide betonten, dass als Zeichen der Solidarität mit dem ukrainischen Volk auch Gebete sinnvoll seien. „Wir sollten zudem in Gedanken und Worten Widerstand leisten“, betonte Elbert.

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