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Augenoptikerin aus Telgte betreut Hilfsprojekt im Libanon

200 Lesebrillen erleichtern Lagerbewohnern den Alltag

Telgte

Die Telgter Augenoptikerin Ursula Mindermann betreut ein Hilfsprojekt im Libanon.

Ursula Mindermann betreut vor Ort mit Majdi Maarouf das Brillenprojekt. Foto: privat

Es ist ein Hilfsprojekt, das nach außen hin vielleicht eher unspektakulär anmutet, für viele Menschen vor Ort allerdings von enormer Bedeutung ist: Ursula Mindermann (Optik Mindermann in Telgte) betreut in Shatila, einem Flüchtlingslager in Beirut im Libanon, ein ehrenamtliches Brillenprojekt.

Lager mit 10.000 Menschen

Shatila wurde nach Informationen Ursula Mindermanns 1949 für die vertriebenen Menschen aus Palästina gegründet. Im Lager leben heute rund 10.000 geflüchtete Menschen unter schwierigen Bedingungen auf einer Größe von einem Quadratkilometer. „Die Bewohner dürfen nicht außerhalb des Lagers wohnen oder bauen, sie dürfen nur bestimmte Berufe ausüben, und die Arbeitslosigkeit beträgt über Prozent“, schreibt die Augenoptikerin. Die Wirtschaftskrise, der Krieg in Syrien und Covid-19 machten das Leben und den Alltag im Lager zusätzlich schwer.

Ursula Mindermann

Ursula Mindermann besuchte das Lager mehrfach und organisierte vor Ort mit Majdi Maarouf das Brillenprojekt. Der Anstoß: „Viele, gerade ältere Menschen arbeiten im Handwerk. Oft können sie in der Nähe nicht mehr gut sehen und müssen die Arbeit oder Handarbeit dann aufgeben.“

Deshalb brachte Mindermann aus Deutschland über 200 Lesebrillen mit, die von ihr an die Menschen in Shatila, nachdem sie angepasst worden waren, abgegeben wurden. So bekamen die Menschen für die Arbeit, zum Lesen oder fürs Smartphone eine wichtige Hilfe, die auch das Arbeiten wieder ermöglicht. Ein weiteres Projekt für gutes Sehen ist mit einer libanesischen Augenoptikerin vor Ort angedacht.

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