1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. 414 Firmen erhielten 4,328 Millionen Euro

  8. >

Corona-Soforthilfe

414 Firmen erhielten 4,328 Millionen Euro

Telgte

Die Corona-Soforthilfe kommt auch in Telgte an. 414 Firmen hätten 4,328 Millionen Euro erhalten, berichtet der Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup.

stk/pd

Bernhard Daldrup

Der Bund kurbele mit einem nie dagewesenen Konjunkturprogramm die Wirtschaft an, um die Folgen der Covid-19-Pandemie abzufedern. Ein maßgeblicher Teil dient der Unterstützung von Kleinunternehmen und Soloselbstständigen. „Die Mittel kommen auch in Telgte an“, schreibt der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion Klaus Resnischek.

„Vor allem Klein- und Kleinstunternehmen sowie Solo-Selbstständige haben oft nicht die Kapitaldecke, um sich selbst oder Angestellte mehrere Monate ohne Unterstützung über Wasser zu halten. Wir lassen die Menschen nicht im Stich. In Telgte erhielten deshalb in der ersten Jahreshälfte insgesamt 414 Unternehmen Corona-Soforthilfe-Zuschüsse in Höhe von insgesamt 4 328 000 Euro“, so Daldrup in seinem Schreiben.

Betriebe mit bis zu fünf Beschäftigten können drei mal 3000 Euro erhalten. Diese Hilfen wurden in über 352 Fällen in Anspruch genommen, mit weitem Abstand am häufigsten. Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten können drei Mal 5000 Euro als Zuschuss erhalten. Das wurde in Telgte in 39 Fällen abgerufen. Für Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten gibt es ergänzende Mittel des Landes, die nur 23 mal für Telgte bewilligt worden sind.

Der Bund hat mit der Corona-Überbrückungshilfe in Höhe von 25 Milliarden Euro bereits ein Nachfolgeprogramm für die Monate Juni bis August beschlossen.

Hinzu kamen für den Kreis Warendorf bis Ende Juni 259 Corona-bedingte KfW-Kredit-Zusagen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 54 Millionen Euro.

Darüber hinaus wird der Bund in diesem und in den Folgejahren die Stadt spürbar entlasten. Dieses Jahr werden die prognostizierten coronabedingten Gewerbesteuerausfälle übernommen. Bundesweit sind dies knapp zwölf Milliarden. Durch Bundesgesetz wird geregelt, dass Bund und Land je zur Hälfte diese Mittel den Kommunen erstatten.

In diesem Punkt ist Telgtes Kämmerer Stephan Herzig ein wenig zurückhaltender. Seines Erachtens seien die Aussagen zu den Gewerbesteuerausfällen und deren Erstattung „noch eher vage, da die Gewerbesteuerentlastung pauschal und nicht gemeindescharf erfolgen soll. Unser Rückgang in Telgte lag im ersten Halbjahr bei rund 40 Prozent und damit über dem bundesweiten Durchschnitt (28 Prozent laut „Spiegel Wirtschaft“ von 16. Juli), so dass wir sehr wahrscheinlich unterproportional entlastet werden“, schreibt Herzig als Reaktion auf die Auswertung Daldrups. „Insofern werden wir als Stadt sicherlich einen Millionen-Euro-Betrag erhalten, was sicherlich erfreulich ist, aber wir werden sehen, wie die Rechnung am Ende unter dem Strich ausgeht.“

Beschlossen sei, so Daldrup, auch eine dauerhafte Entlastung der Kommunen bei den Kosten für Unterkunft und Heizung in der Grundsicherung. Statt der bisherigen Grenze von maximal 50 Prozent wird der Bund künftig bis zu 75 Prozent der Kosten übernehmen. Dennoch verbleibt es bei der Verantwortlichkeit der Kommunen, die vom Bund weiterhin respektiert wird. Dadurch werden dem Kreis Warendorf jährlich geschätzte neun Millionen Euro mehr an Haushaltsmitteln zur Verfügung stehen. Außerdem übernimmt der Bund die Ausfälle der Kommunen bei der Mehrwertsteuer und beim Kinderbonus. „In der Summe ist das bundesweit fast eine weitere Milliarde Euro“, so der Abgeordnete.

Startseite
ANZEIGE