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Fahrradwerkstatt auch in Lockdown-Zeiten mittwochs geöffnet

545 Leezen generalüberholt

Westbevern

Auch in Corona-Zeiten ist die Fahrradwerkstatt von Westbeverner Krink und Zib mittwochs geöffnet.

Bernhard Niemann

Die ehrenamtlichen Helfer sorgen dafür, dass ein Fahrrad in der Werkstatt wieder verkehrstüchtig gemacht wird. Neben den Reparaturen wurden in den vergangenen vier Jahren 545 Leezen vom Team aufgearbeitet. Foto: Bernhard Niemann

Die Fahrradwerkstatt, die sich in einem Klassenraum der ehemaligen Grundschule in Westbevern-Vadrup befindet, bleibt auch in der Zeit des Lockdowns jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Darauf wies Friederike von Hagen-Baaken, Vorsitzende des Westbeverner Krink, nach einem Gespräch mit dem Ordnungsamt der Stadt Telgte hin.

Es dürfen sich allerdings nur zwei ehrenamtliche – statt alle sechs Teammitglieder – auf Abstand in den Werkstatträumen aufhalten, um die fahrbaren Untersätze auf Vordermann zu bringen und wieder verkehrssicher zu machen. Die Krink-Vorsitzende stellte auch gleichzeitig allen, die sich in der Fahrradwerkstatt engagieren, ein dickes Lob für das Engagement für die gute Sache und ihren Einsatz aus. Albert Harmann, Hubert Burlage, Elmar Bahr, Helmut Kampelmann und Ulli Seidel vom Krink sowie Arno Zubrägel von Zib („Zusammen ist besser“) bilden das Team der Ehrenamtlichen. Sie schrauben, verlegen Kabel und überprüfen Bremse sowie Licht.

Da das Fahrrad eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel für Jung und Alt ist, ist es kein Wunder, dass sich zahlreiche Flüchtlinge mittwochs bei der Fahrradwerkstatt einfinden, um ihr Zweirad durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter auf die Verkehrstüchtigkeit überprüfen zu lassen. „Es ist eine gute Sache, dass es die Fahrradwerkstatt gibt“, bekräftigte auch Komar Varenda und freute sich, dass nach der Inspektion wieder alles funktioniert. Nach einem Dank an das Team trat er auch gleich in die Pedalen. „Man sieht, es gibt immer etwas zu tun. Und das freut uns auch“, unterstreichen Hubert Burlage und Albert Harmann.

Die Werkstatt, die in der Verantwortung des Westbeverner Krink in enger Zusammenarbeit mit Zib betrieben wird, wurde 2016 ins Leben gerufen. Zunächst war die Werkstatt in Westbevern-Dorf, seit 2018 befindet sie sich in Vadrup.

Mit dem Angebot verknüpfen die Verantwortlichen mehrere Ziele. Beispielsweise werden die Flüchtlinge in die Aufarbeitung mit einbezogen, wollen sie mobil werden. Denn wer ein Fahrrad hat, der könne sich in und rund um Westbevern bewegen, so die Verantwortlichen.

Das Team in der Fahrradwerkstatt erledigt Reparaturen an Fahrrädern, mit denen Flüchtlinge vorbeischauen, wenn möglich direkt. „Wir legen auch schon mal eine Zusatzschicht ein“, betonen die Ehrenamtlichen, denen die Arbeit viel Spaß macht. „Wir machen das gerne, sind ein gut eingespieltes Team.“

Auch gespendete Fahrräder müssen während der normalen Wochenzeit und in den Extraschichten aufgearbeitet werden. Sie werden in einer Liste registriert und können dann von den Flüchtlingen gegen eine Gebühr von 15 Euro genutzt werden. Bei Exemplaren, bei denen die Aufarbeitung nicht mehr lohnt, werden Ersatzteile generiert.

545 Leezen wurden in den vergangenen vier Jahren bereits gespendet, generalüberholt und anschließend wieder ausgegeben, ist der Statistik zu entnehmen, die das Team führt. „Noch gut erhaltene Fahrräder und Kinderräder sind immer willkommen. Gefragt sind auch Laufräder und Fahrräder für Jugendliche“, betont Elmar Bahr und hofft auf Nachschub. Die Fahrradspenden oder Ersatzteile können mittwochs direkt in der Werkstatt in Vadrup abgegeben werden.

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