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Corona-Notbremse ab Samstag

Appell an die Vernunft der Bürger

Telgte

Telgte liegt deutlich unter der magischen Sieben-Tage-Inzidenz-Marke von 100. Trotzdem treten auch in der Emsstadt an diesem Samstag die in der Corona-Notbremse festgelegten Verschärfungen samt Ausgangssperre in Kraft, weil die Inzidenz im Kreis Warendorf insgesamt deutlich zu hoch ist.

A. Große Hüttmann

Die Verschärfungen Foto: imago images/Christian Ohde

In Telgte lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag bei 50,2. Trotzdem tritt am Samstag (24. April) die sogenannte Corona-Notbremse in Kraft, denn Telgte ist Teil des Kreises Warendorf, für den eine Inzidenz von 182,5 berechnet wurde. Und diese Notbremse sieht vor, dass in Kreisen und kreisfreien Städten, in denen die Sieben-Tages-Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird, einen harten Lockdown mit Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren, der weitgehenden Schließung des Einzelhandels, der Gastronomie, von Dienstleistungsbetrieben sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen vor.

„Leider liegt die Inzidenz auch im Kreis Warendorf seit dem 11. April durchgehend über 100, so dass auch wir ab Samstag von der Bundes-Notbremse betroffen sind“, erläutert Landrat Dr. Olaf Gericke in einer Pressemitteilung. Die Beschränkungen treten erst wieder außer Kraft, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt.

Der Lebensmittelhandel samt Direktvermarktung, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Zeitungsverkaufsstellen, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel dürfen geöffnet bleiben. Kunden müssen aber in geschlossenen Räumen einen medizinischen Mundschutz tragen. Die Zahl der Kunden ist begrenzt. Medizinische Dienstleistungen sowie Friseur- und Fußpflegebesuche sind weiterhin erlaubt, wenn die Kunden eine FFP2-Maske tragen und einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen können, der nicht älter als 24 Stunden ist. Beim Einzelhandel dürfen vorbestellte Waren abgeholt werden.

Auch für die Schulen hat die Notbremse Folgen. Ab einer Inzidenz von 165 darf kein Präsenzunterricht mehr stattfinden. Das heißt, dass auch in Telgte die Schulen ab Montag wieder auf Distanz unterrichten. Ausnahmen gibt es für Abschlussklassen und Förderschulen. In den Kitas wird wieder eine Notbetreuung eingerichtet. Der eingeschränkte Regelbetrieb wird eingestellt.

Außerdem wird Arbeitgebern im Kreisgebiet zwecks Kontaktvermeidung die Verpflichtung auferlegt, ihren Beschäftigten – wenn möglich – das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Neu in diesem Gesetz ist gegenüber vorherigen Regelungen, dass die Arbeitnehmer dieses Angebot annehmen müssen.

Die Ausgangsbeschränkung gilt von Samstag an von 22 bis 5 Uhr. Bis Mitternacht sind allerdings Spaziergänge und Joggingtouren möglich – solange sie alleine unternommen werden.

Aufgrund der Corona-Notbremse und der damit verbundenen nächtlichen Ausgangssperre verlegt die Kirchengemeinde St. Marien die Eröffnung der Telgter Wallfahrt mit Bischof Felix Genn am Samstag (24.4.) um eine Stunde vor. Bereits um 19 Uhr beginnt der Festgottesdienst. „So können alle Gläubigen die Messe, ohne auf die Uhr schauen zu müssen, mitfeiern und Auswärtige ganz entspannt den Heimweg antreten“, sagt Propst Dr. Michael Langenfeld. Die eigentlich traditionelle Lichterprozession durch die Telgter Altstadt findet nicht statt. Da in der Kirche derzeit nur eine geringe Zahl von etwas mehr als 100 Plätzen zur Verfügung steht, ein Eintritt ist nur mit einer entsprechenden Gottesdienstkarte nach Voranmeldung möglich, überträgt die Kirchengemeinde den Gottesdienst wieder im Internet.

Auch wenn nach Angaben von Polizeisprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk in erster Linie die Ordnungsämter für die Einhaltung der Regelungen zuständig seien, so wird die Polizei Amtshilfe leisten. „Wir werden stichprobenartig Kontrollen durchführen und gegebenenfalls bei Verstößen Verfahren einleiten“, sagte sie. „Auch wir werden punktuell Kontrollen durchführen“, erklärt Stephan Herzig, Leiter des Fachbereichs Steuerung/Zentrale Dienste. „Die Stadtverwaltung appelliert an alle Bürger, sich an die neuen Regelungen zu halten.“

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