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Unterschutzstellungsverfahren

Auch Bezirksregierung sieht Weg als denkmalwürdig an

Telgte

Unter Denkmalschutz steht ab sofort der alte Prozessionsweg zwischen Münster und Telgte. Das hat die Bezirksregierung entschieden.

Andreas Große-Hüttmann

Die Bezirksregierung hat entschieden und den Prozessionsweg längs der Bundesstraße nach Münster unter Schutz gestellt. Foto: Stefan Flockert

Der alte Prozessionsweg längs der Bundesstraße zwischen Telgte und Münster wird jetzt doch (endgültig) unter Denkmalschutz gestellt: Das sagte Bürgermeister Wolfgang Pieper im Kulturausschuss.

Die Sache hat bereits eine längere Vorgeschichte mit einigen Umwegen. Denn, wie Pieper ausführte, sei seinerzeit aufgrund einer Fehlinformation durch das LWL-Denkmalamt zu den Eigentumsverhältnissen von der Stadt die Unterschutzstellung betrieben worden.

Wolfgang Pieper

Das sei aber nicht richtig gewesen, denn da der Landschaftsverband – in diesem Falle Straßen.NRW – Eigentümer der Flächen sei, sei die Zustimmung der Bezirksregierung einzuholen. Diese liege mittlerweile vor, sodass die Eintragung in die Denkmalliste vorgenommen werden könne. Zwischenzeitlich war der Prozessionsweg daher wieder aus dem Dokument gelöscht worden.

Nach Meinung der Experten des LWL-Denkmalamtes lägen für den Erhalt des Weges „wissenschaftliche, volkskundliche, religionshistorische, gartenhistorische und städtebauliche Gründe vor“.

Keine Rolle spielte am Dienstagabend im Kulturausschuss die Frage, ob eine solche Unterschutzstellung möglicherweise Auswirkungen auf den geplanten vierspurigen Ausbau der Bundesstraße haben könnte. Allerdings hatte sich diesbezüglich bereits vor Monaten Bürgermeister Wolfgang Pieper geäußert, was Rückschlüsse zulässt. Seinerzeit hatte er durchblicken lassen, dass der Bundesgesetzgeber den Verkehr bei einem vierspurigen Ausbau wohl für wichtiger erachten werde als den Denkmalschutz. „Dann wird dieses Denkmal untergehen“, hatte er gesagt.

Pilger haben längst andere Routen

Die Kirchengemeinde St. Marien, früher Eigentümer des Prozessionsweges, misst dem Grundstück entlang der Bundesstraße übrigens keine zentrale Bedeutung mehr zu. Die Pilger hätten sich längst andere Routen gesucht, hatte Propst Dr. Michael Langenfeld vor einiger Zeit bereits gesagt. Ein Anliegen seien der Gemeinde aber die drei Bildstöcke, die seit längerer Zeit unter Denkmalschutz stehen und der Kirchengemeinde gehören. Er regte daher vor Wochen an, über das Versetzen der Bildstöcke nachzudenken, um sie zu schützen.

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