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Freiwilligendienst auf dem Schulbauernhof Emshof

Auch ohne Schulklassen viel zu tun

Telgte

Fünf Freiwillige haben Jahr für Jahr die Möglichkeit, ihren Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahres auf dem Schulbauernhof Emshof zu absolvieren. Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich ihre Arbeit deutlich verändert – wegen der fehlenden Schulklassen.

Lina Schrader macht ein FÖJ auf dem Emshof. Dabei kümmert sie sich unter anderem um die Schafe. Gemeinsam mit Leonard Meißner (großes Foto, l.) jätet Schrader (r.) auch schon mal im Gemüsebeet Unkraut. Foto: EmshofEmshof

Jedes Jahr haben fünf Freiwillige, meist junge Menschen nach der Schule, die Möglichkeit, zwischen sechs und 18 Monaten in Form eines Bundesfreiwilligendienstes (BFD) oder eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) auf dem Schulbauernhof Emshof in Telgte zu arbeiten und zu wohnen. „Es ist ein sehr abwechslungsreiches Aufgabenfeld, in dem die Freiwilligen bei der Arbeit mit Tieren, Pflanzen und bei handwerklichen Tätigkeiten mitwirken“, schreibt Johanna Schönberner, die selbst Freiwillige auf dem Emshof ist.

Vor allem aber leiten sie Kinder und Jugendliche während ihrer Zeit auf dem Hof an. Die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen folgt dem Ziel, ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schaffen, aufbauend auf dem Programm für Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Der Schulbauernhof Emshof ist ein sehr beliebter außerschulischer Lernort. Im Regelbetrieb besuchen fast jeden Tag Schulklassen und andere interessierte Gruppen den Hof, um die Arbeit mit den Tieren kennenzulernen und mehr über ihre Umwelt zu erfahren. Aufgrund der aktuellen Lage war es seltener geworden, dass Kinderlachen den Hof erfüllt. Zurzeit befindet sich ein Team aus sieben hauptamtlichen Mitarbeitern, fünf Freiwilligen und Praktikanten auf dem Hof. Alle sind in den Ferienmaßnahmen, die sechs Wochen lang stattfinden, tätig.

Leonard Meißner arbeitet als Bundesfreiwilligendienstleistender seit Februar auf dem Schulbauernhof. Er findet es schade, dass die Arbeit mit den Kindern im Rahmen von Corona zu einem Großteil weggefallen war und nur einen kleineren Teil des Aufgabenfelds einnimmt als er sich vor Beginn erhofft hat. Er arbeitet zusammen mit Lina Schrader im Bereich der Tierversorgung und der Landwirtschaft. Dazu zählen unter anderem die Tierfütterung, das Stall ausmisten und Futter mahlen. Viele dieser Aufgaben erledigen die Freiwilligen nach kurzer Zeit in Eigenverantwortung.

Bis zum Winter 2020 waren beinahe jeden Tag Schulklassen auf dem Hof, die in unterschiedlichen Bereichen unter Anleitung mitgeholfen haben. Dabei versorgen Kleingruppen von bis zu acht Kindern unter Anleitung der Freiwilligen und Mitarbeiter die Tiere. Am Anfang ist das keine leichte Aufgabe, denn manchmal fehlt es einigen Kindern an der nötigen Ruhe, als auch dem Mut im Umgang mit Tieren. In diesen Momenten liegt die Herausforderung für die Freiwilligen darin, dabei auf die Kinder, die Tiere und den pädagogischen Auftrag gleichzeitig zu achten. Allerdings haben die meisten Kinder Spaß an der Arbeit und freuen sich mithelfen zu können.

Parallel arbeiten andere Freiwillige mit den Kindern in der Küche und im Garten. Dabei fallen Aufgaben, wie Backen, Kochen, Pflanzen und Ernten an. Allerdings sind die Einsatzbereiche nicht starr festgelegt, und die Freiwilligen haben die Chance, in allen Bereichen mitzuwirken. Bei allen landwirtschaftlichen Aufgaben werden sie von Uta Höcker, der Landwirtin auf dem Hof, angeleitet. Sie kümmert sich darum, dass die Freiwilligen in die verschiedenen Themen eingeführt werden. Des Weiteren steht sie bei Fragen als Ansprechpartnerin bereit. „Mir macht es Spaß, mit Kindern zu arbeiten und ihnen zu zeigen, wie wichtig unsere Lebensmittel sind und wie man sie selbst anbauen kann. Außerdem soll ihnen bewusst werden, wo unsere Grundnahrungsmittel herkommen. Ich finde es gut, dass ihnen hier der Kontakt mit den Tieren ermöglicht wird“, berichtet Uta Höcker. Das mache die Arbeit vielseitig und für sie und die Freiwilligen interessant. Sie hat festgestellt, dass sich manche Freiwillige nach einem Jahr auf dem Hof einfacher entscheiden können, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen soll. Viele von ihnen machten einen Freiwilligendienst zur persönlichen und beruflichen Orientierung. Im Anschluss an ihren Freiwilligendienst beginnen manche von ihnen eine Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich oder beginnen ein Lehramtsstudium.

„Aufgrund der unsicheren Zeiten haben sich viele junge Menschen entschieden, nach der Schule einen Freiwilligendienst zu machen. Wir hatten in diesem Jahr fast 50 Bewerbungen und viele zusätzliche Anfragen“, erzählt Ute Wichelhaus, die sich um die Organisation des Freiwilligendienstes auf dem Emshof kümmert. Die Neuen fangen zwischen dem 1. August und 1. September an. Freie Plätze gibt es somit erst wieder ab dem 1. August 2022.

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