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Präventionstag zum Schutz von Radfahrern

Aufeinander Rücksicht nehmen

Telgte

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen mit Radfahrern – auch in Telgte. Um diese zu minimieren, beteiligte sich die Polizei an einem Aktionstag.

Von Stefan Flockert

Hatten am „Telgter Ei“ ein waches Auge auf alle Verkehrsteilnehmer: Susanne Dirkorte-Kukuk (r.), Helena Hüttemann und auf der Foto: Stefan Flockert

Kreisweit hat es im Jahr 2020 329 Verkehrsunfälle mit Verletzten gegeben, an denen Radfahrer beteiligt waren. Dabei wurden drei Radler getötet, 71 schwer und 264 leicht verletzt. Diese Zahlen sind der Kreispolizeibehörde in Warendorf deutlich zu hoch. Deshalb beteiligte sich die Polizei am Mittwoch auch an einem bundesweiten Aktionstag „Sicher.mobil.leben“.

Ein Team war nachmittags auch in Telgte unterwegs. Ausgeguckt hatten sich die Beamten zwei Stellen, an denen es immer wieder zu brenzlichen Situationen mit Radfahrern kommt: das „Telgter Ei“ und den Orkotten-Kreisel. Am „Telgter Ei“ habe es 2018 acht, 2019 einen und 2020 vier Unfälle gegeben, bei denen Radfahrer Verletzungen davontrugen, berichtet Polizeipressesprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk. Zwischen 2019 und 2021 weist die Statistik für den Orkotten-Kreisel jeweils einen Fall aus, bei dem ein Radler zu Schaden kam.

Ziel einer solchen Aktion ist es, durch Maßnahmen der Verkehrsüberwachung und Verkehrsunfallprävention die Anzahl der getöteten und schwerverletzen Radfahrer zu senken und gleichzeitig alle Verkehrsteilnehmer für den Radverkehr zu sensibilisieren.

Polizeihauptkommissar Marcus Messerschmidt und Kommissarin Helena Hüttemann waren selbst trotz des Sturms mit dem Rad von Warendorf nach Telgte gestrampelt, um dort an den Unfallschwerpunkten Kontrollen durchzuführen. Dabei wurde nicht nur das Verhalten der Radfahrer begutachtet. Ein Blick hatten die Beamten auch auf die Autofahrer, denn gerade in den Kreisverkehren wird Radlern von Pkws immer wieder die Vorfahrt genommen. Auch weil sie für einen Moment im toten Winkel verschwinden.

Susanne Dirkorte-Kukuk appelliert an das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer: „Wenn alle aufeinander achten, Rücksicht nehmen und anderen auch mal den Vorrang lassen würden, dann würde weniger passieren.“ Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer müssten gleichberechtigt am Verkehr teilnehmen. „Dadurch würde es mehr Sicherheit im Straßenverkehr geben“, erklärt die Pressesprecherin.