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Versammlung von „Zib: Zusammen ist besser“

Aufgaben allein nicht zu stemmen

Telgte

Ein dringender Appell an die Bevölkerung: Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation ist die Arbeit des Vereins „Zib: Zusammen ist besser“ nicht mehr zu stemmen. Das wurde auf der Mitgliederversammlung deutlich.

Von Bernd Pohlkampund

Wer ist für was verantwortlich? Der Vorstand des Vereins „Zib: Zusammen ist besser“ beantwortete auch diese Frage bei der Mitgliederversammlung im Bürgerhaus. Vorsitzender Dr. Arno Lott wünschte sich „noch mehr Unterstützung aus der Bevölkerung“. Foto: Bernd Pohlkamp

Bei einem sind sich die Verantwortlichen des Vereins für Völkerverständigung „Zib: Zusammen ist besser“ einig: In den kommenden Wochen und Monaten werden aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine viele Flüchtlinge auch in der Wallfahrtsstadt ankommen. Verbunden damit ist ein erhöhter Bedarf an Unterstützung.

Diese Aufgaben – so der Zib-Vorsitzende Dr. Arno Lott am Montagabend auf der Mitgliederversammlung im Bürgerhaus – könne der Verein alleine nicht bewältigen. „Wir wünschen uns noch mehr Unterstützung aus der Bevölkerung.“

Umgang mit Behörden

Zib stellte auf der Mitgliederversammlung sein verstärktes Engagement für die nach Telgte kommenden Flüchtlinge vor. Der Verein möchte Menschen, die aus dem Ausland in Telgte eintreffen, bei der Integration unterstützen. Neben der Organisation der notwendigsten Hilfen nach der Ankunft ist der Schwerpunkt der Vereinsarbeit die Begleitung geflüchteter Menschen im täglichen Leben.

Im Rahmen der Beratung in der Zib-Geschäftsstelle hilft der Verein auch beim Umgang mit Behörden. Die Sprachkurse dienen der Erstorientierung und dem Einleben in das neue Lebensumfeld. Weiterhin unterstützt der Verein bei der Arbeits- und Wohnungssuche. Der Verein sucht Telgter Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich für geflüchtete und zugewanderte Menschen in Telgte oder Westbevern engagieren.

Dr. Arno Lott in diesem Zusammenhang: „Wir haben ein ganzes Bündel an Hilfsmöglichkeiten zusammengefasst.“ Diese Unterstützungsangebote können die Helfenden online über die Vereinshomepage wwww.zib-telgte.de/hilfe einreichen. Lott ist davon überzeugt, dass eine gelungene Integration die Grundlage für einen starken Zusammenhalt in der Gesellschaft bildet. Er berichtete auch über aktuelle Entwicklungen im Verein, erläuterte die Struktur des Vorstandes und stellte aktuelle organisatorische Veränderungen vor. So werde das Zib-Sozialkaufhaus an der Münsterstraße 31 sehr gut angenommen.

Grundlage für einen starken Zusammenhalt

Seit dem Jahresende registriert Zib verstärkt Neuzuweisungen. Auch neue Familien gehören dazu. Die Wohnungssituation werde zunehmend schwieriger und dürfe mit der Zuweisung von ukrainischen Flüchtlingen weiter erschwert werden, so der erste Vorsitzende weiter.

Dennoch hoffe der Verein durch den Aufruf, mehr Telgterinnen und Telgter zur Mitarbeit zu gewinnen, Erfolg zu haben. Auch werden Unterbringungsmöglichkeiten gesucht und der Verein sei hier als Vermittler tätig.

Lebhaft verlief die Diskussion darüber, wie Geflüchteten geholfen werden kann. Hierbei machte Bürgermeister Wolfgang Pieper deutlich, dass die Stadt als Koordinator zuständig sei. Über das umfassende Angebot an Sprachkursen und Vermittlung von Ausbildungsberufen in Telgter Unternehmen sprach Ursula Voß.

850 Ratsuchende im Jahr 2021

Dr. Arno Lott berichtete über „Beratung und Unterstützung“: Etwa 850 Ratsuchende für Aufenthaltsfragen habe es 2021 gegeben. Geholfen wurde bei ausländerrechtlichen Problemen, beim Ausfüllen von Formularen und bei der Erstellung von Lebensläufen und Bewerbungsschreiben. Auch beim Umgang mit Behörden und Fragen rund um das Steuerwesen leistet der Verein Hilfestellung.

Auch eine Vorschau auf kommende gemeinsame Aktivitäten präsentierte der erste Vorsitzende. So ist für den 13. Mai (Freitag) um 19 Uhr die Eröffnung der Ausstellung Grenzerfahrungen „Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet“ im Pfarrheim St. Johannes geplant. Verbunden damit ist ein Empfang zum 30-jährigen Vereinsbestehen. Die Ausstellung findet vom 16. Mai bis zum 5. Juni im Rathaus-Foyer statt. Am 2. Juli folgt die Jubiläumsfeier für Mitglieder. Am 30. Juli ist ein gemeinsamer Ausflug für Geflüchtete und für die deutschen Freunde zum Freizeitpark Ketteler Hof nach Haltern geplant. Für den 13. August ist ein gemütliches Beisammensein mit Grillen vorgesehen.

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