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Beschluss des Klimaausschusses

Auflagen für Häuslebauer

Telgte

Ein energieeffizientes Wohngebäude – für alle Häuselbauer, wie auf einem städtischen Wohnbaugrundstück ihr Eigenheim errichten wollen, ist das künftig Pflicht. Als Kür kommt der Einsatz einer Photovoltaikanlage wie der Einsatz einer Regenwasser-Zisterne hinzu.

Stefan Flockert

Empfohlen wird den Käufern städtischer Grundstücke, eine Photovoltaikanlage zu installieren. Die Grünen hätten sich gewünscht, dass das Foto: dpa

Wer künftig ein städtisches Wohnbaugrundstück kauft, der hat bei der Bebauung eine Reihe Auflagen zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung zu erfüllen. Die Käufer werden verpflichtet, ein energieeffizientes Wohngebäude mindestens im Standard der ersten Förderstufe der Kreditanstalt für Wiederaufbau – zurzeit KfW-Effizienzhaus 55 – zu errichten. Das beschloss der Klimaschutzausschuss einstimmig.

Zudem wurde eine Empfehlung mit den Stimmen von CDU, FDP und SPD – die Grünen hatten sich eine verpflichtende Regelung gewünscht – beschlossen, dass eine Photovoltaikanlage mit mindestens vier kWp installierter Leistung pro postalischer Adresse aufs Dach gesetzt werden muss. Gewährt wird ein einmaliger, nicht zurückzuzahlender Zuschusses für die Umsetzung von 500 Euro.

Zum dritten wird den Häuslebauern empfohlen, eine Regenwasser-Zisterne zur Gartenbewässerung oder eine Sickeranlage zu bauen. Auch hier wird ein Zuschuss für die – freiwillige – Umsetzung in Höhe von 500 Euro gewährt.

Energiesparen sei der einfachste und schnellste Weg, das Klima zu schützen und zugleich Kosten zu sparen, heißt es in der Begründung der Verwaltung, weshalb diese Neuerungen verankert werden sollten. Investitionen rechneten sich durch die entfallenden beziehungsweise reduzierten Energiekosten. Das treffe auch auf Gebäude zu, die laut Umweltbundesamt in Deutschland etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO Emissionen verursachen. Insofern sei die Umsetzung besonders energieeffizienter Neubauten ein großer Hebel zur dauerhaften Reduktion von CO-Emissionen, da der energetische Grundzustand eines Gebäudes beim Bau für die folgenden Jahrzehnte sozusagen „einbetoniert“ werde. Dieser Zustand werde dann gegebenenfalls durch energetische Sanierungen im Nachhinein verbessert.

Im Gegensatz dazu sei ein sofortiger Neubau mit besserem Energieeffizienz-Standard trotz unter Umständen höherer Erstinvestition in Relation gesehen mit weniger Mehraufwand und dementsprechend dauerhaft geringeren Kosten verbunden. Darüber hinaus vergehe, so die Verwaltung, nicht der üblicherweise relativ lange Zeitraum, bis eine Sanierung durchgeführt werde – bei einem besonders energieeffizienten Neubau würden energetische Sanierungen quasi „vorweggenommen“.

Neben diesem Klimaschutz-Aspekt führten Investitionen in die Energieeffizienz eines Gebäudes außerdem zu dauerhaft niedrigen Betriebskosten, einem angenehmen Wohnkomfort und stärkerem Werterhalt.

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