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Fahrradwerkstatt macht keine Ferien

Bereits rund 600 Leezen überholt

Westbevern

2016 gegründet, hat die Fahrradwerkstatt unter der Regie des Westbeverner Krink in enger Zusammenarbeit mit „Zusammen ist besser“ bereits rund 600 Leezen überholt. Auch in den Ferien sind die Helfer fleißig.

Von Bernhard Niemann

Die ehrenamtlichen Helfer sorgen dafür, dass in der Fahrradwerkstatt zahlreiche Reparaturen durchgeführt und mehr als 600 Leezen wieder verkehrstüchtig gemacht wurden. Die Geflüchteten freuen sich über die Hilfe. Foto: Niemann

Es ist Sommer – Zeit zum Radeln, um die Natur zu genießen, für Erledigungen. Wichtig ist allerdings auch eine Überprüfung des Fahrrades auf Verkehrssicherheit. Und da das Fahrrad eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel für Jung und Alt ist, ist es kein Wunder, dass sich zahlreiche Geflüchtete mittwochs in der Fahrradwerkstatt einfinden, um dort ihr Zweirad durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter überprüfen zu lassen.

„Es ist eine gute Sache, dass es die Fahrradwerkstatt gibt“, bekräftigte auch Komar Veranda und freute sich, dass nach der Inspektion wieder alles funktioniert. Nach einem Dank an das Team trat er gleich in die Pedalen. Gezai Hadish hat einen Kinderanhänger mitgebracht, um ihn auf Vordermann bringen zu lassen.

Die Fahrradwerkstatt, die sich in einem Klassenraum der ehemaligen Grundschule in Vadrup befindet, ist auch in den Sommerferien geöffnet, erklärt Hubert Burlage. „Wir sind – wie gewohnt – jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr tätig.“ Er bildet zusammen mit Albert Harmann, Elmar Bahr, Helmut Kampelmann, Ulli Seidel und Thomas Müller vom Westbeverner Krink sowie Arno Zubrägel von „Zusammen ist besser“ (Zib) das Team der Ehrenamtlichen.

2016 ins Leben gerufen

Die Mannschaft schraubt, verlegt Kabel und überprüft Bremsen und Licht. „Uns wurden in der Vergangenheit zahlreiche gut erhaltene Fahrräder gespendet. Sie werden überprüft und je nach Zustand wieder für den Verkehr auf Vordermann gebracht. Wenn sich das nicht mehr lohnen sollte, werden die Einzelteile abmontiert und später als Ersatzteile für andere Fahrräder wiederverwertet. Wir sind mit Material gut ausgestattet, benötigen aber Kinderfahrräder, Kindersitze und Anhänger für Kinder“, so Burlage. „Wir haben Spaß an der Arbeit und sind ein gut eingespieltes Team“, ergänzt Albert Harmann.

Rund 600 Leezen wurden bereits gespendet, generalüberholt und anschließend wieder ausgegeben. Das ist der Statistik zu entnehmen, die das Team führt. Die Fahrräder werden in einer Liste registriert und können von den Geflüchteten gegen eine Gebühr von 15 Euro genutzt werden. Die Werkstatt, die in der Verantwortung des Westbeverner Krink in enger Zusammenarbeit mit Zib betrieben wird, wurde 2016 ins Leben gerufen. Zunächst war sie in Westbevern-Dorf angesiedelt, seit 2018 in Vadrup.

Geflüchteten werden einbezogen

Mit dem Angebot verknüpfen die Verantwortlichen mehrere Ziele. So werden die Geflüchteten in die Aufarbeitung einbezogen, wollen sie mobil werden. Denn wer ein Fahrrad hat, könne sich in und rund um Westbevern bewegen, so die Verantwortlichen. „Es gibt immer was zu tun. Wir legen auch schon mal eine Zusatzschicht ein“, unterstreichen die Ehrenamtlichen.

Während im Werkstattraum fleißig gearbeitet wird, sind die überholten Kinder-, Jugend- und Erwachsenenfahrräder im langen Flur fein säuberlich in einer Reihe postiert, so dass sie von den Geflüchteten, die einen fahrbaren Untersatz benötigen, in Augenschein genommen werden können. Sie müssen allerdings von den Helfern der Werkstatt vor Antritt ihres ehrenamtlichen Engagements dort abgestellt und am Ende des Tageseinsatzes wieder zurück in den Arbeitsbereich gebracht werden – aus Sicherheitsgründen.

Spenden wie Fahrräder, Kindersitze, Anhänger und Ersatzteile können übrigens direkt in der Werkstatt in Vadrup abgegeben werden.

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