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Fundort in Bockholt

Bestätigt: Wolf hat Reh gerissen

Telgte/Ostbevern

Das Reh, das in Greven-Bockholt gefunden wurde, ist von einem Wolf gerissen worden. Das bestätigte nun das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz nach einer DNA-Analyse. Eine wichtige Frage ist weiterhin offen.

Von Katja Niemeyer und Bernd Pohlkamp

Das verendete Reh, das am 22. April in Bockholt gefunden wurde, wurde von einer jungen Wölfin gerissen. Das hat jetzt eine DNA-Analyse ergeben. Foto: dpa

Der Verdacht hat sich bestätigt: Das Reh, das am 22. April in Greven-Bockholt gefunden wurde, ist von einem Wolf gerissen worden. Das bestätigte am Freitagnachmittag das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv). Das mit der DNA-Analyse beauftragte Forschungslabor fand demnach heraus, dass es sich um eine Wölfin handelt, die bislang aber öffentlich kaum in Erscheinung getreten ist.

Wie berichtet, hatte ein Jagdaufseher Ende April zunächst im Ostbeverner Ortsteil Brock und anschließend in Greven-Bockholt nahe der Grenze zu Telgte zwei tote Rehe entdeckt. Olaf Stähler, Forstwirt und Wolfsberater für den Landesbetrieb Wald und Holz im Münsterland, geht davon aus, dass auch das in Ostbevern gefundene Reh von der nun identifizierten Wölfin gerissen wurde, wie er auf Nachfrage sagt,

Vor einigen Wochen hatte es im Dreieck Greven/Telgte/Ostbevern eine Reihe von Wolfssichtungen gegeben. Stähler glaubt, dass die Tiere mittlerweile weitergezogen sind. In den allermeisten Fällen handelte es sich um junge Einzeltiere, die sich von ihrem Alt-Rudel gelöst haben und nun auf der Suche nach einem Partner sind.

Todesursache und Herkunft erforscht

Um festzustellen, ob die zwei verendeten Rehe von einem Wolf gerissen wurden, hatte Stähler damals die Überreste des Rehkörpers dokumentiert, die Spuren am Fundort gesichert und genetische Abstrichproben genommen. Sie wurden an das Fachlabor geschickt, das in einem aufwendigen Verfahren die Todesursache erforschte.

Durch die DNA-Untersuchung des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen wurde nachgewiesen, dass es sich um ein Tier mit der Kennung GW2621f handelt. Es stammt aus der Mitteleuropäischen Wolfspopulation und wurde jetzt erstmals in Nordrhein-Westfalen gesichtet. Über das Herkunftsrudel und den Verbleib des Tieres hat das Amt keine Erkenntnisse.

Beratung für Weidetierhalter

In diesem Zusammenhang weist Olaf Stähler darauf hin, dass sich Weidetierhalter von einem Herdenschutzbeauftragten der Landwirtschaftskammer NRW kostenlos beraten lassen können. Ansprechpartner sind unter anderem Wolfgang Take, 0 29 45/98 94 29, und Jens Goldfuß, 0 29 45/ 98 94 28, E-Mail herdenschutz@lwk.nrw.de. Diese sind zuständig für die Herdenschutzberatung, für die Entschädigung von Wolfsrissen und auch für die Förderung von Schutzzäunen.

Seit ungefähr 20 Jahren steigt in Mittel- und Nordeuropa wieder die Anzahl der Wölfe und Wolfsrudel deutlich. Laut Wolfsberater Stähler legen die Raubtiere am Tag zwischen 50 und 100 Kilometer zurück.

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