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Ein zerbrochenes Honigglas und die Folgen

Bienenschwarm erobertden Marktplatz

Telgte

Reger Flugverkehr auf dem Marktplatz. Ein Bienenschwarm hatte dort eine verlockende Nahrungsquelle entdeckt. Das Ordnungsamt sperrte den Bereich vorsorglich ab.

Von Klaus Meyer

Reger Flugverkehr auf dem Marktplatz. Ein Bienenschwarm hatte dort eine verlockende Nahrungsquelle entdeckt. Das Ordnungsamt sperrte den Bereich vorsorglich ab. Foto: Klaus Meyer

„Summ, summ, summ – Bienchen summ herum . . .“ Titelzeile aus dem bekannten Kinderlied von Matthias Eisenberg. Die „Meute“ schwarz-gelber Flieger, die am Mittwochmorgen den Marktplatz erstürmte, setzte diese Botschaft in eindrucksvoller Weise um. Reger Flugverkehr herrschte über einem Teil des Pflasters, Starts und Landungen im Sekundentakt, begleitet von einem chorartigen Summen. Die Mitarbeiter des Telgter Marktcafés staunten nicht schlecht, als sie draußen die Tisch eindeckten und den Bienenschwarm in direkter Nachbarschaft entdeckten.

Der Grund für diesen außergewöhnlichen Besuch war bald ermittelt. Einige Glasscherben gaben die Antwort auf die Frage, was denn den Marktplatz so anziehend für die schwarz-gelbe Offensive machte. Offenbar war dem Wochenmarkt-Imker am Tag zuvor ein Glas Honig heruntergefallen. Der zuckersüße Inhalt ergoss sich übers Pflaster und blieb dort weitgehend kleben. Für Biene Maja und Co. ein wahrhaft gefundenes Fressen. Warum in die Ferne schweifen und mühsam in Blüten nach Nektar suchen, wenn die verlockende Nahrung doch so zentral aufgetischt wird, „dachten“ sich die ansonsten ja fleißigen Bienchen. Ein Hauptgewinn mit idealen Landebedingungen.

Bei der Inhaberin des Marktcafés machte sich aber dennoch ein ungutes Gefühl ob des neu eröffneten „Flughafens“ in direkter Nähe zu den Gäste-Tischen bemerkbar. Zumal schon eine Passantin mit ihrem Fahrrad mitten durch den Schwarm gefahren war und ihn noch mehr mobilisiert hatte. Und so bat sie einen ihr bekannten Imker aus Lauheide um Hilfe. Der rückte schnell an, sammelte die Glasscherben ein und schrubbte das Pflaster mit heißem Wasser. Auch das Ordnungsamt der Stadt war alarmiert, sondierte die Lage und sperrte den Pflasterbereich vorsorglich großräumig mit einem Flatterband ab. Die Bienchen blieben indes noch eine ganze Weile. Aus den Pflasterfugen stieg nämlich noch immer ein verlockender Duft auf.

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