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Telgter Hanse sieht die Innenstadt gefährdet

„Bitte Entscheidung überdenken“

Telgte

Die mehrheitliche Entscheidung des Rates, die Veränderungssperre für den westlichen Orkotten nicht zu verlängern, hat bei der Kaufmannschaft für viele Diskussionen gesorgt. Viele befürchten erhebliche Auswirkungen auf die Altstadt. Nun äußert sich der Hanse-Vorstand.

Von A. Große Hüttmann

Bei der Diskussion um das Für und Wider einer Veränderungssperre geht es unter anderem auch um dieses Objekt in zentraler Lage, an dem die Drogeriemarktkette Rossmann bereits Interesse hatte. Foto: Andreas Große Hüttmann

Die mehrheitliche Entscheidung des Rates, die Veränderungssperre für den westlichen Orkotten nicht zu verlängern, hat bei der Kaufmannschaft für viele Diskussionen gesorgt. Viele befürchten erhebliche Auswirkungen auf die Altstadt. Vor allem sehen sie die Ziele bisheriger Konzepte verletzt, die eine Stärkung dieses Bereichs vorsehen. In einer Stellungnahme schreiben die Hanse-Vorsitzende Walburga Westbrock und die zweite Vorsitzende Nina Ruhlandt:

„Mit Sorge und Verwunderung sehen wir die mehrheitliche Entscheidung im Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt. Die Ratsmitglieder stimmen dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Orkotten/ Alfred-Krupp-Straße zu, lehnen aber eine Veränderungssperre als flankierende Schutzmaßnahme ab.

Die Telgter Hanse wurde vor Jahren schon an der Entwicklung des Einzelhandelskonzeptes beteiligt, das vom Rat verabschiedet wurde, um den Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken und die Entwicklung im Orkotten selbst steuern zu können. Das Konzept war bislang Konsens. Das Steuerungsinstrument der Veränderungssperre hat die Politik in der letzten Ratssitzung aus der Hand gegeben.

Diese Entscheidung widerspricht allen Leitideen und Konzepten, die wir brauchen, um besonders in wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten die Entwicklung unserer Stadt, die Ansiedlung neuer Geschäfte in den Leerständen der Innenstadt und nicht zuletzt den anstehenden Generationenwechsel zu bewerkstelligen. Wir brauchen die Verlässlichkeit der Politik und eine Planungssicherheit.

Wir bitten die Fraktionen dringend, ihre Entscheidung zu überdenken und die Richtlinien des Einzelhandelskonzeptes als Grundlage ihrer Diskussionen zu beherzigen. Auf die Ziele dieses Konzeptes haben wir uns alle immer wieder verständigt. Die Fraktionen sollten alle Mittel nutzen, um das Einzelhandelskonzept auch umzusetzen.

Es geht um unser aller Ziel, die Zukunft von Telgte: eine lebendige Innenstadt mit Einzelhandel, Dienstleistern, Gastronomie, Kultur und Wohnen und eine steuerbare Entwicklung im Orkotten.“

Eine Veränderungssperre ist ein Sicherungsinstrument, mit dem Gemeinden kurzzeitig keine weiteren Baugenehmigungen in einem Gebiet erlassen.

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