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Fund im Telgter Süden nach kurzer Zeit entschärft

Bombe macht keine Probleme

Telgte

Nach kurzer Zeit konnten die Anwohner am Grünen Weg wieder in ihre Häuser zurück, denn die 250-Kilo-Bombe in der Nähe der Kita Lüttenland konnte schnell entschärft werden.

Von A. Große Hüttmannund

Feuerwerkerin Barbara Bremmer (r.) und Heike Niemann-Frey sitzen auf der Ladefläche des Wagens vor der gerade erst entschärften Bombe. In der Hand hält die Feuerwerkerin den Messingzünder der Bombe.

Feuerwerkerin Barbara Bremmer ist die Ruhe selbst. „Das war eine Traum-Entschärfung“, sagt sie gelassen. Ganz so, als wäre ihre Arbeit das Selbstverständlichste auf der Welt. Dabei ist es erst wenige Augenblicke her, dass sie eine 250-Kilo-Bombe aus englischer Produktion am Grünen Weg – unweit des Kindergartens Lüttenland – unschädlich gemacht hat. Doch auch wenn die Feuerwerkerin äußerst gelassen wirkt, eines war dieses Mal trotz jahrelanger Routine ungewöhnlich. „In einer solche Tiefe habe ich bislang noch keine Bombe gehabt“, sagt sie.

Wie bereits berichtet, waren in Vorbereitung der Erschließung des Baugebietes Telgte-Süd Luftbilder ausgewertet worden. Drei Verdachtspunkte ergaben sich dabei, zwei konnten nach kurzer Zeit ausgeschlossen werden. Gut 100 Meter südlich des Kindergartens gingen die Experten dem Ganzen dann auf den Grund.

Barbara Bremmer

Wie bereits berichtet, wurde seit Mittwoch geschachtet. Eigentlich war die Entschärfung bereits einen Tag eher geplant, die Bodenverhältnisse, ein extrem lehmhaltiger Untergrund machte das Vorankommen schwierig, führten zu der Verzögerung der Arbeiten.

Der lehmige Boden jedenfalls hat der Bombe nicht geschadet. Auf der Ladefläche des Lieferwagens des Kampfmittelräumdienstes wirkt sie fast neuwertig, und mit dem Blick auf den Messingzünder kommt Feuerwerkerin Barbara Bremmer noch einmal ins Schwärmen. „Eine ex­trem hochwertige Qualität“, sagte sie. Daher sei das Herausschrauben auch nach Jahrzehnten in der Erde kein Problem gewesen.

Die Anwohner werden das alles sehr gerne vernehmen. Denn sie konnten nach nicht einmal einer Stunde wieder in ihre Häuser zurück. Rund 50 Objekte im südlichen Teil des Wohngebietes am Grünen Weg waren vorsichtshalber evakuiert worden. Und um den Kindergartenbetrieb aufrecht zu erhalten, war die Entschärfung eigens in die späten Nachmittagsstunden gelegt worden.

Feuerwehr und Ordnungsamt im Einsatz

Heike Niemann-Frey vom städtischen Ordnungsamt hatte die Koordination des Einsatzes übernommen. Auch sie war am Ende mehr als glücklich, dass alles schnell und vor allem reibungslos lief. Die Feuerwehr war zum einen bei der Evakuierung behilflich und sperrte zum anderen auch die Zuwegungen ab. Der neue Stadtbrandmeister Lutz Mahler, seit wenigen Tagen im Amt, war genauso vor Ort wie sein Vorgänger Alfons Huesmann.

Sehr wahrscheinlich wurde die Bombe abgeworfen, um die nahe Flakstellung, die im Zweiten Weltkrieg am Grünen Weg war, zu treffen. Von dort aus wurde zum einen der Militärflugplatz in Handorf geschützt, zudem die Stadt Münster gegen anfliegende Bomber.

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