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Rede beim Neujahrsempfang im Bürgerhaus

Bürgermeister fordert mehr Respekt ein

Telgte

Bürgermeister Wolfgang Pieper forderte beim Neujahrsempfang unter anderen, dass der Respekt vor dem anderen und seiner Meinung wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt werden müsse.

Von Andreas Große Hüttmann

Bürgermeister Wolfgang Pieper forderte, dass der Respekt vor dem anderen und seiner Meinung wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt werden müsse. Foto: Große Hüttmann

Klare Worte gab es beim Neujahrsempfang der Stadt von Bürgermeister Wolfgang Pieper. „Sicherlich haben die meisten von uns gedacht, dass 2022 ein Jahr wird, an dem wir Corona überwunden haben und wieder durchatmen können“, sagte Pieper. Doch genau das Gegenteil sei der Fall gewesen, denn spätestens nach dem „völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine“ habe das Jahr eine andere und dramatische Wendung genommen. Krisen, Krieg und Herausforderungen hätten die vergangenen Monate bestimmt, führte er aus.

Solidarität gefordert

Mit Blick auf den stetigen Flüchtlingsstrom appellierte der Bürgermeister an die Solidarität aller Telgter und Westbeverner, die notwendig sei, um diesen Menschen, die dringend auf Hilfe angewiesen seien, die passende Unterstützung zukommen zu lassen. Das könne in einer Stadtgesellschaft nur mit besagter Solidarität und auch einem gewissen Verzicht geschehen. Sehr persönlich wurde Pieper, der betonte, dass er sehr aktiv in der Friedensbewegung der 80er und 90er Jahre gewesen sei, als er auf das Thema Waffenlieferungen einging. „Mir fallen keine Argumente ein, warum wir die Ukraine nicht mit Waffen versorgen sollten“, sagte er. Das mache ihm einerseits aufgrund seiner Grundhaltung zu schaffen, sei aber andererseits aus seiner Sicht alternativlos.

Bürgermeister Wolfgang Pieper

Kurz sprach Pieper die (finanziellen) Herausforderungen der nächsten Jahre an. Der Neubau der Feuerwache in Westbevern sowie ein in der Stadtgeschichte beispielloses Investitionsprogramm für die Schulen seien nur einige wichtige Punkte im Gesamtpaket. Deutlich unterstrich der Bürgermeister, dass trotz der aktuell schwierigen Haushaltssituation die zukunftsweisenden Projekte nicht aus dem Fokus der Politik und der Verwaltung geraten dürften. „Die Menschen sind in den vergangenen Corona-Jahren dünnhäutiger, lauter und aggressiver geworden“, sagte Pieper mit Blick auf die Stimmung in der Stadtgesellschaft. Vor allem der Ton in den Sozialen Medien sei härter, die oft schnell formulierten Vorwürfe größer geworden.

„Wir müssen wieder lernen, dem anderen in Ruhe zuzuhören, uns auf seine Argumente einzulassen, miteinander um eine gute Lösung zu ringen und die Meinung des anderen zu respektieren.“ In den Mittelpunkt rückte Pieper am Ende seiner Ausführungen das Wort Respekt. Nur wenn das gleichsam der rote Faden in der Stadtgesellschaft sei, könne das Miteinander auf Dauer weiter gut funktionieren. Trotzdem zeigte er sich optimistisch: „Ich bin mir sicher, dass wir in der Lage sind, mit der entsprechenden Grundhaltung die Krisen zu bewältigen.“

Einen besonderen Dank richtete Wolfgang Pieper am Ende an die Jazz-Combo der Musikschule für die musikalische Gestaltung des Neujahrsempfangs, sowie an die Volksbank Münsterland-Nord für die fin

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