1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. „Dann nimmt das Unbehagen zu“

  8. >

Offener Brief des Krink

„Dann nimmt das Unbehagen zu“

Westbevern

Der Westbeverner Krink hat sich in einem offenen Brief zur geplanten Flüchtlingsunterbringung im Landgasthaus am Brinker Platz geäußert. Das Schreiben endet mit der Bitte an Stadt und Eigentümer, eine eventuelle Nutzung des Landgasthauses als Flüchtlingsheim noch einmal zu überdenken. Zuvor fallen in dem rund eineinhalb DIN A4-Seiten langen Schreiben durchaus deutliche Worte.

Björn Meyer

Zusammengefasst sieht der Krink die Ortsmitte offenbar als Aufenthaltsort für die Bürger in Gefahr. „Eine Nutzung dieses zentralen Gebäudes als Flüchtlingsheim für über 40 Flüchtlinge würde die Bemühungen der letzten Jahre, die Attraktivität des Dorfes zu erhalten bzw. zu verbessern, konterkarieren. Menschen, die täglich mit Flüchtlingsheimen zu tun haben, wissen, wie es rund um diese Einrichtungen aussieht – auch Bilder im Fernsehen zeigen die Misere“, heißt es in dem Schreiben, das von der Vorsitzenden Friederike von Hagen-Baaken unterschrieben ist und gestern Mittag unsere Redaktion und auch die Stadtverwaltung erreichte.

Bisher habe die Stadt als offizielles Ziel eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in kleinen Gruppen umgesetzt. Diese Strategie sei unbedingt zu begrüßen, weil gerade im ländlichen Westbevern durch die Nachbarn meist umfassend geholfen werde und eine schnelle Integration erfolge, äußert sich der Krink in dem Brief, bezieht allerdings keine Stellung, wo genau die entsprechenden 40 Plätze in Westbevern an anderer Stelle geschaffen werden könnten.

Der Krink fordert weiter: „Die Stadt soll bei der Anmietung von Unterkünften für Flüchtlinge auf eine ausgewogene Berücksichtigung der Interessen von Bürgern und Flüchtlingen achten. Eine Konzentrierung von derartig vielen Asylanten löst im Dorf unangenehme Gefühle bei allen Bürgern, insbesondere bei Frauen, Eltern und älteren Bürgern aus. Sollten es auch noch mehrheitlich Männer sein, nimmt das Unbehagen zu.“ Eine Integration in die Dorfgemeinschaft sei bei einer derartigen Konzentration kaum zu bewerkstelligen, denn bei kleinsten Vorfällen wird sich ein Gefährdungsgefühl und – damit verbunden – eine große Abneigung gegen die „Fremden“ entwickeln, was nach allgemeinem Konsens unbedingt vermieden werden müsse.

„Und um eins klar zu stellen: Es geht nicht um die Unterbringung von Flüchtlingen in Westbevern, hier sind schon viele Flüchtlinge ohne Probleme und positiv aufgenommen worden. Alle Menschen haben ein Recht darauf, Schutz zu finden, solange in ihren Ländern Krieg herrscht. Es geht uns um den unpassenden Standort – eine ähnliche Flüchtlingseinrichtung mitten in Telgtes guter Stube, am Marktplatz, wäre sicher undenkbar“, so der Krink.

Startseite