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Gleich drei Telgter Unternehmen für gesellschaftliche Verantwortung ausgezeichnet

Das eigene Handeln kritisch geprüft

Telgte/Westbevern

Gleich drei Firmen aus Telgte wurden für ihre gesellschaftliche Verantwortung im unternehmerischen Handeln ausgezeichnet.

wn

Foto: privat

Gleich drei Firmen aus Telgte wurden für ihre gesellschaftliche Verantwortung im unternehmerischen Handeln ausgezeichnet: Den Firmen Münstermann aus Westbevern sowie Röwekamp & Stumpe aus Raestrup und „Urlaub & Pflege“ überreichten Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Wolfgang Pieper und Petra Michalczak-Hülsmann, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf, im Rahmen einer Feierstunde jeweils eine Auszeichnung.

Vorausgegangen war für die Unternehmen ein 18-monatiger Prozess, in dem sie sich auf Grundlage einer betriebsindividuellen Klärung der wesentlichen „Corporate Social Responsibility“-Themen eine Grundsatzposition gegeben und einen konkreten Handlungsplan erarbeitet haben. „Unternehmen sind keine einsamen Inseln, sondern haben mit ihren Entscheidungen Auswirkungen auf die Gesellschaft“, sagte Landrat und gfw-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Olaf Gericke. „Der Herausforderung, diese Erkenntnis in konkretes Handeln umzusetzen, haben sich die ausgezeichneten Unternehmen in überzeugender Weise gestellt“, so gfw-Geschäftsführerin Petra Michalczak-Hülsmann.

Dr. Udo Westermann als Leiter des CSR-Kompetenzzentrums Münsterland benannte neben der werteorientierten Grundhaltung der Unternehmer deren Bereitschaft, Mitarbeiter auszubilden, zu qualifizieren und so Identifikation mit dem Unternehmen zu schaffen, als wichtig an.

„Wir haben Verantwortung, nachhaltig zu wirtschaften“, betonte Geschäftsführer Frank Münstermann vom gleichnamigen Unternehmen. „Wir arbeiten seit Jahren an den Grundlagen, an einem fairen und partnerschaftlichen Umgang, intern mit den Mitarbeitern wie auch extern mit Kunden, Lieferanten und an unserem Standort.“

Die Firma Münstermann sei stark in der Region engagiert und das Ehrenamt der Mitarbeiterschaft werde gestärkt, heißt es unter anderem in der Laudatio. Magdalena Münstermann ist Initiatorin des als Telgter Modell bundesweit bekannten Netzwerks Schule und Wirtschaft. Und sie treibt als von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart ernannte CSR-Botschafterin das Thema zudem in den Unternehmen der Region voran.

Aktuelles internes Handlungsfeld im Unternehmen ist die Weiterentwicklung der Personalverantwortung. Dazu wurde eine hauptamtliche Personalabteilung eingerichtet, werden strukturierte Mitarbeitergespräche etabliert und Führungskräfteschulungen durchgeführt. Wichtige Grundlage dieser Maßnahmen sei die offene Kommunikationskultur im Unternehmen. Um die Zugänglichkeit aktueller Informationen für alle Mitarbeiter zu verbessern, wurde etwa ein Großbildschirm in der Werkhalle installiert.

„Für uns sind Nachhaltigkeit und Ökologie von Anfang an in unserer Arbeit verankert gewesen“, so Manfred Röwekamp. „Die Frage, woher ein Rohstoff kommt und wohin er nach seiner Nutzung geht, ist heute wichtiger denn je“, betont Röwekamp.

Das in Raestrup ansässige Unternehmen „Röwekamp & Stumpe“ bietet Böden, Treppen, Türen und Fenster im sogenannten FSC-Umweltstandard an und bearbeitet Oberflächen mit natürlichen Produkten ohne petrochemische Zusätze. Eine CO-Bilanz wurde erstellt, und die Emissionen werden in Klimaschutzprojekten ausgeglichen, so dass sich die Firma als klimaneutrales Unternehmen bezeichnen kann.

„Das Ganze ist ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens“, betont Hans Stumpe. Der aktuelle Fokus des Programms liege auf einer Schärfung des Unternehmensprofils bei der Auswahl von Rohstoffen und der Stärkung der betriebsinternen Kommunikation. Ein Kompetenztag für die Belegschaft wurde veranstaltet und es gibt regelmäßig einen Mitarbeiter-Brief, um den innerbetrieblichen Austausch zu fördern.

Der gemeinnützige Reiseveranstalter „Urlaub & Pflege“ existiert seit 1999 und veranstaltet Reisen für Menschen mit Hilfs- und Pflegebedarf. Begleitet werden die Reisenden durch Ehrenamtliche, die für diesen Einsatz von ihren Unternehmen freigestellt werden.

Dabei liege die Verantwortung bereits im Geschäftsmodell. Der Fokus im Projekt wiederum lag bei der Verbesserung der Arbeitsprozesse sowie der Kommunikation mit den Ehrenamtlichen. Die Herausforderung sei es nämlich, Ehrenamt und Hauptamt zu verbinden und zu steuern. So wurde eine Befragung der Ehrenamtlichen durchgeführt und daraus abgeleitet, Teamsitzungen neu strukturiert. „Der Zusammenhalt und das Teamgefühl haben sich erkennbar verbessert“, betonen die Verantwortlichen. Aktuell arbeitet Susanne Hanowell an einem Konzept, Pflegefachkräfte zu gewinnen, die im Rahmen eines Sonderurlaubs die Reisen begleiten.

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