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Herbstbepflanzung auf den Gräbern muss im November gegossen werden

„Das habe ich noch nicht erlebt“

Telgte

Die Gärtnerei Große Jäger hat wegen der langen Trockenheit damit begonnen, die Herbstbepflanzung auf den Gräbern zu gießen. Das hat Reinhard Große Jäger im November noch nie erlebt.

Johannes Große Jäger muss die Herbstbepflanzung auf dem Telgter Friedhof gießen. Und das Anfang November. Foto: privat

Den Sommer über hat es gefühlt kaum geregnet. Jetzt im Herbst, dann wenn es eigentlich ordentlich schüttet, hat sich das Bild kaum geändert. Die paar Tropfen, die ab und an vom Himmel fallen, sind nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Die Böden sind pulvertrocken. So manche Pflanze im heimischen Garten lässt wie im Hochsommer den Kopf hängen. Topfpflanzen wollen fast täglich Flüssignahrung.

Auch den Gärtnereien macht die ausgeprägte Trockenheit zusätzliche Arbeit. „Wir fangen morgen wieder an, die Herbstbepflanzung auf den Gräbern zu gießen. Das habe ich in den vielen Jahren, die dabei bin, noch nicht erlebt“, berichtete Reinhard Große Jäger, von der gleichnamigen Friedhofsgärtnerei, am Mittwochnachmittag. Der Boden sei ausgetrocknet. Man stoße nur noch auf Staub. Die „frisch gepflanzten Sachen“, gerade auf den Gräbern, müssten jetzt dringend gegossen werden. „Die Wurzeln sind noch nicht weit genug gewachsen. Ich frage mich, wo die überhaupt noch Wasser herkriegen.“

Ähnlich sei die Situation, so Große Jäger, bei Bäumen, die in den vergangenen fünf Jahren gepflanzt wurden. „Bei dieser Trockenheit müssen die alle 14 Tage bis drei Wochen gewässert werden. Oder man hängt Bewässerungssäcke dran.“

Auch die Pflanzen, die die Gärtnerei an ihrem Standort im Kiebitzpohl vorrätig hat, benötigen viel Wasser. Diese gießen Reinhard Große Jäger und seine Mitarbeiter aber nicht jeden Tag. Nur ein wenig benässen nütze nichts. Wenn dann werde ordentlich gegossen.

Kaum Probleme bereitet die Dürre den Tannenbäumen, auf deren Aufzucht und Verkauf sich Gartenbau Woltering in der Galgheide spezialisiert hat. In den Kulturen gebe es generell keine Probleme, berichtete Rainer Woltering. Die Tannen seien gut ausgefärbt, das heißt dunkelgrün, was ein gutes Zeichen sei. Wie die Bäume zurechtkämen, hänge aber auch stark vom Boden ab. „Bei leichten sandigen Böden ist es schwieriger. Geht man nach Raestrup oder Berdel, da sind die Böden ein bisschen fetter“, so Woltering. „Da halten die Bäume das besser aus.“

Die ersten Tannenbäume sind bereits an das Museum Religio für die Krippenausstellung ausgeliefert worden. „Dann geht es weiter mit den Weihnachtsmärkten“, berichtet Rainer Woltering, für den die Hochsaison gerade beginnt.

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